Debatte setzt neue Ideen aufs Gleis

Erstellt: 20. November 2009, 00:00 Uhr
Debatte setzt neue Ideen aufs Gleis Kompromiss: Das Anrufsammeltaxi fährt auf Anforderung die Fahrgäste von Maulbronn-West nach Maulbronn. Doch viele Bahn-Kunden wünschen sich einen Linienbus. Archivfoto: Fotomoment

Busschleife für Maulbronn-West und bessere Anbindung des Kinderzentrums im Gespräch

Von Maik Disselhoff

Maulbronn. Die Debatte um die Maulbronner Stichstrecke verläuft alles andere als eingleisig. So hat sie dafür gesorgt, dass sich die Stadt wieder verstärkt mit Verbesserungen beim Busverkehr beschäftigt.

 Regelmäßig hatten in der Vergangenheit die Vertreter der Bürgerinitiative „Maulbronn am Zug“ kritisiert, dass der Stadtbahnhaltepunkt Maulbronn-West vom Linienbus abgehängt ist. Wie unsere Zeitung erfahren hat, steht exakt dieses Thema jedoch schon in der nächsten Gemeinderatssitzung in der kommenden Woche auf der Maulbronner Tagesordnung. Bereits die zweite Überraschung, kurz nachdem die Stadt in der Debatte um die Finanzierung des Stichgleises zurückgerudert ist.

 Bereits vor Jahren wurde in Maulbronn eine Buswendeschleife am Haltepunkt Maulbronn-West vor den Toren der Stadt diskutiert, doch das kostspielige Projekt konnte damals aus verschiedenen Gründen nicht realisiert werden. Als Kompromiss wurde das Anruf-Sammel-Taxi (AST) ins Leben gerufen, das auf einem Vertrag zwischen der Stadt, dem Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis (VPE) und dem Landratsamt basiert. Das so genannte „AST“ kann von den Bahn-Kunden angefordert werden und bedient von Maulbronn-West aus feste Haltepunkte in der Stadt. Das Verkehrsmittel ist günstig, weil das Taxi von der öffentlichen Hand – hauptsächlich von der Stadt – subventioniert wird.

 Derzeit sei die Verwaltung wegen der Buswendeschleife wieder im Gespräch mit dem Verkehrsverbund, bestätigt auf Nachfrage die Maulbronner Hauptamtsleiterin Barbara Pfisterer. „Die Schleife bei Maulbronn-West ist nötig, weil ein Bus nicht rückwärts fahren soll“, erklärt sie.

 Die Stadtverwaltung werde dem Gemeinderat vorschlagen, das Vorhaben im Haushalt einzuplanen. Die Wendeschleife würde Maulbronn etwa 100000 Euro kosten. „Mit der Schleife und einer Anfahrt durch den Linienbus hätten wir auf einen Schlag eine optimale Anbindung an Maulbronn-West“, bringt Pfisterer den Vorteil des Projekts auf den Punkt. Das Anruf-Sammel-Taxi, das nur als Provisorium gedacht gewesen sei, hätte ausgedient.

 Zweite „Baustelle“: die bessere Anbindung des Kinderzentrums

 Im Zuge der Maulbronner ÖPNV-Debatte wurde von einem Vertreter des Kinderzentrums auch eine bessere Anbindung der Spezialklinik angemahnt. Dieser „Baustelle“ hat sich die Stadtverwaltung mittlerweile ebenfalls angenommen. „Wir stehen diesbezüglich in Kontakt mit der Geschäftsleitung des Kindezentrums und wollen zusammen mit dem Gemeinderat versuchen, eine Lösung für das Problem zu finden“, sagt Pfisterer. Anfang Dezember soll es ein weiteres Gespräch in der Sache geben.

 Fest steht allerdings bereits jetzt, dass das Kinderzentrum nicht vom Bus angefahren werden kann, weil die Knittlinger Steige zu steil und zu eng ist. Das bestätigt auf Nachfrage auch der VPE.

 Rein theoretisch könnte das AST eine Lösung sein. „Doch das ist alles noch unausgegoren“, betont die Hauptamtsleiterin, die vom Kinderzentrum mehr Informationen zu den Nutzern benötigt. „Eine genaue Abstimmung ist wichtig, damit wir die Frage klären können, welches das geschickteste Transportmittel ist.“ Und wenn eine bessere Anbindung der Klinik logistisch möglich wäre, wird es im Gemeinderat vor allem noch um die Frage gehen, ob und wie das Ganze finanziert werden kann.

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