Das Ziel lautet 1. Bundesliga

Erstellt: 31. Dezember 2011, 00:30 Uhr
Das Ziel lautet 1. Bundesliga Tabea Rauschenberger aus Lomersheim (in Blau am Ball) spielt in der 2. Fußball-Bundesliga bei der TSG 1899 Hoffenheim. Foto: Uwe Grün/Kraichgaufoto

Mühlacker-Lomersheim. Das Malheur passierte bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals. Die 1899-Frauen waren zu Gast bei der TSG Weinheim, gewannen mit 4:0, verloren jedoch Tabea Rauschenberger, die sich in diesem Spiel am Knöchel verletzte. Mittlerweile ist Hoffenheim zwar aus dem Pokal ausgeschieden, unterlag zwei Runden später im Achtelfinale beim Erstligisten SC Bad Neuenahr mit 1:3. Dafür aber ist Rauschenberger wieder da. „Es war nur ein Knochenödem, nichts Ernstes also“, winkt die 1,64 Meter große Fußballerin ab. Trotzdem ärgert sie sich natürlich, einen Großteil der Hinrunde in der 2. Bundesliga verpasst zu haben. Nach zwei Wochen Verletzungspause sammelte sie zunächst in der Oberliga-Frauschaft Hoffenheims wieder Spielpraxis, schoss dabei zwei Tore und trug dazu bei, dass 1899 Hoffenheim II in der Oberliga Baden-Württemberg hinter dem Karlsruher SC mit nur einem Punkt Rückstand Zweiter ist. „Unsere zweite Mannschaft will in die Regionalliga aufsteigen“, erklärt Rauschenberger. Aber ihr persönliches Ziel ist klar ein anderes: „Ich will einen Stammplatz in der 2. Bundesliga.“

Seit Juli 2007 spielt Tabea Rauschenberger bei der TSG Hoffenheim, zuvor war sie für Phönix Lomersheim und den FV Knittlingen am Ball. Mit dem Hoffenheimer U17-Team feierte sie die Baden-Württembergische Meisterschaft, wurde 2010 mit den TSG-Juniorinnen gar Deutsche Vizemeisterin. Bei der Sportlerwahl des Mühlacker Tagblatt stand sie dadurch ganz oben in der Gunst der Leser: Platz eins in der Kategorie „Bester Nachwuchssportler“. Fünf Einsätze hat Tabea Rauschenberger in der laufenden Zweitliga-Saison absolviert. Insgesamt 317 Minuten stand sie auf dem Platz, wurde davon zweimal ausgewechselt, kam einmal von der Ersatzbank. Meist spielt Rauschenberger, die die Rückennummer 14 trägt, im linken Mittelfeld, aber auch schon rechts in der Abwehrkette war ihre Hilfe gefragt.

Obwohl der rechte Fuß ihr stärkerer ist, fühlt sie sich auf der linken Seite viel wohler. „Ich habe einen relativ starken linken Fuß, und als Rechtsfuß kann ich dann nach innen ziehen.“ Wie Franck Ribéry und Arjen Robben das bei Bayern München machen, gefällt ihr. Als Vorbilder würde sie die beiden Flügelflitzer trotzdem nicht bezeichnen. „Ich habe eigentlich kein echtes Vorbild, dem ich nacheifere.“ Rauschenberger geht lieber ihren eigenen Weg.

Dieser Weg führt sie in der Regel vier- bis fünfmal pro Woche nach Sankt Leon, wo die Hoffenheimer Frauen trainieren und im „Ensinger Stadion“ ihre Heimspiele austragen. „Ich fahre mit dem Zug, da braucht man etwa eine Stunde“, erklärt die Lomersheimerin, die ein Gymnasium in Karlsruhe besucht und in eineinhalb Jahren das Abitur in der Tasche haben will. Wenn alles klappt, spielt Rauschenberger dann schon in der 1. Bundesliga gegen die Stars der Nationalmannschaft wie Inka Grings oder Fatmire Bajramaj.

Der Aufstieg Hoffenheims soll bereits am Ende der laufenden Saison gelingen. Dafür aber ist noch der VfL Sindelfingen zu überholen, der die Tabelle derzeit mit fünf Punkten Vorsprung vor der TSG 1899 anführt. Nur der Meister der 2. Bundesliga Süd steigt in die 1. Bundesliga auf. „Wir wären zur Winterpause natürlich gerne Erster gewesen. Aber ich glaube, dass Sindelfingen das nicht bis zum Saisonende durchhalten wird“, rechnet Tabea Rauschenberger damit, das ihre 1899er am Ende den längeren Atem behalten.

Ihre sportliche Zukunft sieht Tabea Rauschenberger auch über die laufende Saison hinaus bei der TSG Hoffenheim. Es gebe aus derzeitiger Sicht keinen Grund, über einen Vereinswechsel nachzudenken, erklärt sie. Offensichtlich fühlt sich die 18-Jährige im Kader und mit dem Trainerteam unter Leitung von Jürgen Ehrmann wohl. Als ihre persönlichen Ziele für 2012 nennt sie neben der 1. Bundesliga: „Mich spielerisch weiter zu entwickeln.“

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