Das war wirklich Schwerstarbeit

Erstellt: 28. August 2007, 00:00 Uhr
Das war wirklich Schwerstarbeit Nur eine kurze Pause: Hermann Schäfer kämpft in Griechenland gegen die Flammen. Foto: p

Mühlacker stellvertretender Feuerwehrkommandant Schäfer leitet einen Waldbrandeinsatz in Griechenland

Mühlacker – Hermann Schäfer, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Mühlacker, hat heiße Tage hinter sich: Zuletzt hat er einen Einsatz bei der Bekämpfung einer der zahlreichen Waldbrände in Griechenland geleitet, wo er an einem Camp teilnahm.

VON THOMAS SADLER

Viele Sommerurlauber verbringen ihre freie Zeit gerne in warmen Gefilden wie Griechenland. Dahin zieht es seit Jahren auch Hermann Schäfer, nur dass sein Sommerurlaub in Hellas nichts mit geruhsamem Strandleben zu tun hat. Sogar in seinen Ferien bleibt er Feuerwehrmann.

 Zum wiederholten Mal nahm der 62-Jährige jetzt an einem 14-tägigen Waldbrandbekämpfungscamp in Rizomata, 30 Kilometer vom Berg Olymp und etwa 80 Kilometer von Thessaloniki entfernt, teil. Rund 40 Mitglieder von Feuerwehren, aber auch von Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz aus Griechenland, Deutschland, Holland, Italien, Österreich und der Schweiz haben sich getroffen, um zu lernen, was zu tun ist, wenn der ausgetrocknete Forst in Flammen steht. „Die ersten zwei Tage waren Ausbildung in Theorie“, erzählt Schäfer, später folgte die Praxis.

 Zu den Übungen gehörte etwa das Schlagen von Schneisen, die ein Überspringen des Feuers verhindern sollten. Das Training, so Schäfer, „lief unter realen Bedingungen“. Einschließlich schweißtreibender Temperaturen. „Wir hatten bis zu 43 Grad“, erzählt der Mühlackerer, der seit 2001 fast jährlich an dem Camp teilnimmt. Hinter diesem Ausbildungslager steht Niko Sachinidis, ein Grieche, der sich die Einrichtung von Freiwilligen Feuerwehren in seinem Heimatland auf die Fahnen geschrieben hat. Ungefähr 50 Wehren hat sich der Gründer der Organisation zur Waldbrandbekämpfung und Wiederaufforstung (E.S.E.P.A.) schon ins Leben gerufen. Mittlerweile sind auch schon drei Fahrzeuge aus Mühlacker – ein Löschwagen, ein Krankentransporter und ein Kommandowagen – in Griechenland im Einsatz.

 Manchmal bleibt es bei den Campaufenthalten beim Üben. Doch dieses Mal wurde aus dem Training jäh ein Ernstfall. „Wir haben einen Anruf von der Berufsfeuerwehrleitstelle in Athen, wo alle Drähte zusammenlaufen, erhalten. Grund: Ein Waldbrand außerhalb der Hafenstadt Igouminiza, nicht weit von der Grenze zu Albanien entfernt“, berichtet Hermann Schäfer. Jetzt waren die Kenntnisse der E.S.E.P.A.-Männer gefragt. Zum Einsatzort waren allerdings erst mal rund 350 Kilometer zurückzulegen. „Wir waren mit elf Fahrzeugen ungefähr acht Stunden unterwegs und sind morgens um 6 Uhr angekommen.“

 Die Aufgabe von Schäfer, der am zweiten Tag das Kommando übernahm, und seinen Kräften bestand in Nachlöscharbeiten. Zwar hatten zuvor Löschflugzeuge und -Hubschrauber die Situation weitgehend entspannt, doch ganz beseitigt war die Brandgefahr noch nicht. „Der Wind entfacht das Feuer immer wieder“, weiß Schäfer. Im Kampf gegen die Glutnester waren nun die Fußtruppen gefordert. Als sie den beschwerlichen Anfahrtsweg „über Stock und Stein“, durch bergiges Gelände mit bis zu knapp 20 Prozent Steigung, hinter sich gebracht hatten, gingen sie zu Werke – schwer bepackt mit Ausrüstungsgegenständen bis hin zu Werkzeug wie Schaufel, Hacke oder Axt. „Das war wirklich Schwerstarbeit, das schafft nur jemand, der körperlich absolut fit ist“, so Schäfer. Manchen seiner circa 18 bis 45 Jahre alten Mitstreiter – „die beste Mannschaft, die ich in Griechenland je hatte“ – war nicht viel Zeit zum Ausruhen vergönnt. Vielmehr wurden sie, dieses Mal nicht von Hermann Schäfer begleitet, zu einem Einsatz bei Athen gerufen, wo ein Waldbrand bereits auf etliche Wohnhäuser übergegriffen hatte.

 „Wenn da einer ein Feuerzeug an ein Blatt hält, brennt der ganze Baum.“ Klar, dass die einheimischen Hilfskräfte froh über jede Unterstützung sind. Wobei kein falscher Heldenmut gefragt ist. „Wer glaubt, er könnte als Rambo herkommen oder mal kurz den Retter spielen, ist fehl am Platze“, warnt Schäfer, der Routinier.

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