Das sieht gut aus, was hier passiert ist

Erstellt: 8. April 2006, 00:00 Uhr
Das sieht gut aus, was hier passiert ist Das Team im neuen Quartier Foto: Disselhoff

„Tagesmütter Enztal e.V.“ mietet sich in der Mühlacker Innenstadt ein – Verein ist weiter auf Wachstumskurs

Maulbronn – Der Verein „Tagesmütter Enztal e.V.“ hat gestern sein neues Domizil in der Bahnhofstraße 96 in Mühlacker offiziell eingeweiht. Nun sei der Verein endlich da, wo er hingehöre, meinte Roland Hübner, Dezernent im Landratsamt Enzkreis. Bisher hatten die Tagesmütter ihr Büro nämlich jenseits ihres eigentlichen Wirkungsbereichs im Vaihinger Teilort Ensingen.

VON MAIK DISSELHOFF

Mit dem Schritt in die neuen Büroräume mitten in der Mühlacker Innenstadt setzt sich die Erfolgsgeschichte des Vereins weiter fort. Auf seinem langen Weg zu einer festen Größe in Sachen Kinderbetreuung hat der Verein einige Freunde und Förderer gewonnen. Einige von ihnen haben gestern den Weg in den ersten Stock der Bahnhofstraße 96 gefunden. „Wir haben in Ensingen in einer Einliegerwohnung unser Büro gehabt. Das war viel zu klein und außerdem außerhalb vom Enzkreis“, sagte Sabine Schäfer, Erste Vorsitzende des Tagesmüttervereins. Weil man mit vielen Gemeinden des Enzkreises kooperiere, sei es wichtig, mitten im Kreis präsent zu sein.

Neue Räumlichkeiten bieten mehr Möglichkeiten

Ein Besprechungszimmer, ein Büro und ein Seminarraum – das Tagesmütterteam kann sich auf rund 90 Quadratmetern Fläche ausbreiten. Platz, den der Verein braucht, denn die Tagesmütter arbeiten in einem Boombereich. Eine Verwaltungsfachkraft und eine Expertin für Qualifikation gehören zur Kernmannschaft. Rund 200 Tagesmütter gebe es. Diese kümmerten sich um 244 Kinder. „60 Prozent davon sind unter drei Jahre alt“, so Schäfer. In diesem Jahr habe man zehn Prozent mehr Betreuung vermittelt als im vergangenen Jahr. Doch viel verdient eine Tagesmutter nicht: „Man hat einen Stundensatz von 3,20 bis 3,50 Euro pro Stunde.“

 Roland Hübner, heute Dezernent im Landratsamt des Enzkreises im Bereich Familie, Bildung und Kultur, hat den Verein in seiner schwierigen Startphase als damaliger Leiter des Jugendamtes unterstützt und beraten. Er sagte gestern bei der Einweihung: „Ihre Arbeit war von Beginn eine Erfolgsgeschichte, auch wenn man nicht verhehlen darf, dass es anfangs nicht immer einfach war.“ Einen großen Schritt habe der Verein mit dem Maulbronner Bürgermeister Andreas Felchle gemacht, betonte Schäfer. „Er war der erste Bürgermeister, der bei der Kinderbetreuung einen neuen Weg mit uns ging.“ Und die Kooperationsverträge mit den Kommunen zeigten, dass man die Arbeit des Vereins schätze, verdeutlichte Schäfer. Mittlerweile haben drei Gemeinden solch einen Vertrag mit den Tagesmüttern vereinbart.

 „Das sieht gut aus, was hier passiert ist“, kommentierte der Maulbronner Bürgermeister Felchle die Ausgestaltung des neuen Mühlacker Quartiers. Er führte einige Gründe an, warum er den Aufbruch in ein neues Vereinskapitel mittragen wolle. Besonders lobte er die Individualität der Betreuung. Und als Schwabe finde er es auch sparsam, „auf der Schiene Tagesmutter zu fahren“. Das sei für seine Stadt Maulbronn auch ein Grund gewesen, die Kooperation einzugehen.

„Professionelle Arbeit von einem ehrenamtlichen Team“

Zudem sei es erstaunlich, dass „so eine professionelle Tätigkeit aus einem ehrenamtlichen Team hervorgeht“. Vielleicht sei es in Zukunft denkbar, dass die Gemeinden nicht nur den Verein, sondern die einzelnen Tagesmütter direkt unterstützen. Solche Zahlungen seien für ihn vorstellbar, wenn das Wachstum so weitergehe, erläuterte Felchle. Unter den Gästen war auch Oberbürgermeister Arno Schütterle, der dem Verein für seine Leistungen dankte. Die neuen Räume seien ein großer Schritt.

 Wolfgang Schwaab, Leiter des Jugendamtes im Enzkreis, hatte eigens zur offiziellen Eröffnung einen Vertrag mitgebracht, der die Erteilung der Pflegeerlaubnis für die Tagesmütter regelt. Das Paragrafenwerk konnte am Freitag in entsprechend feierlichem Rahmen und schmucken Räumen von ihm und der Vereinsvorsitzenden Schäfer unterzeichnet werden.

Das Büro von „Tagesmütter Enztal e.V.“ in der Bahnhofstraße 96 ist montags bis donnerstags von 8.30 bis 11.30 Uhr geöffnet.

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