Das Problem ist die Psyche

Erstellt: 29. Dezember 2009, 00:00 Uhr
Das Problem ist die Psyche Jetzt ist der Psychologe im Trainer gefragt: Horst Zelewski weiß nach eigenem Bekunden schon, wie er das Selbstvertrauen der Wiernsheimer Handballfrauen wieder aufrichten will. Foto: Fotomoment

Handballfrauen des TSV Wiernsheim verkaufen sich in der Hinrunde unter Wert – Heimturnier soll Selbstvertrauen bringen

Die Saison bei den Bezirksliga-Frauen des TSV Wiernsheim verläuft bis dato alles andere als nach Wunsch. Daran hat trotz seinem zweifelsohne großen Fachwissen auch Horst Zelewski noch nichts ändern können, der die Wiernsheimer Handballerinnen seit dieser
Saison trainiert.

Von Steffen-Michael Eigner

Wiernsheim. „Sportlich ernüchternd, menschlich ein absoluter Glücksfall“, so bilanziert Horst Zelewski die Hinrunde seiner Frauschaft. So einen Teamgeist wie in Wiernsheim habe er zuvor noch nirgends erlebt, ist der 52-Jährige voll des Lobes.
 Und Horst Zelewski hat in Sachen Handball schon eine ganze Menge erlebt. In seiner mittlerweile 30-jährigen Laufbahn als Trainer feierte Zelewski unter anderem mit den B-Junioren des GSV Hemmingen die süddeutsche Vizemeisterschaft, betreute einige Frauenteams bis hinauf zur Regionalliga sowie Männerteams bis zur Verbandsliga.

Das Team hat sich spielerisch und konditionell verbessert

 Zelewski war außerdem bis zum Jahr 2000 Redaktionsmitglied und Fachautor der Zeitschrift „Handballtraining“ und gehörte dem Referentenstab des Deutschen Handballbundes (DHB) an. Als Autor von 20 Fachbüchern zum Thema Handballtraining ist der Realschullehrer bis heute für Seminare und Vortragsabende ein gefragter Referent.

 Mit dem TSV Wiernsheim wollte Horst Zelewski in dieser Saison eigentlich um den Aufstieg in die Landesliga mitspielen. Doch davon sind die Frauen bis dato ein gutes Stück entfernt, obwohl sich unter Zelewskis Regie einiges getan hat. Das bestätigt auch Spielleiter Norbert Fischer: „Unsere Frauen spielen jetzt schnelleren, spielerischen Handball“, sagt Fischer, der zugleich als Co-Trainer fungiert. Auch seien die Kombinationen im Offensivspiel jetzt zielstrebiger. „Da sieht man ein Konzept“, so Fischer.

 Auch in punkto Kondition, die Horst Zelewski bei seinem Amtsantritt als eines der Hauptmankos ausgemacht hatte, haben die Wiernsheimer Frauen sich seit Saisonbeginn deutlich verbessert. „Das hat das schnellere Spiel überhaupt erst möglich gemacht. Es reicht allerdings noch nicht für volle 60 Minuten Tempo“, räumt Fischer ein.

 Das eigentliche Problem sei aber mittlerweile die Psyche, sagt Trainer Zelewski und nennt ebenso wie Norbert Fischer das Spiel gegen den TV Vaihingen/Enz am 17. November als Knackpunkt. Die überraschende 18:21-Heimniederlage gegen das damalige Schlusslicht der Tabelle sei der „mentale Genickschuss“ gewesen, wie es Zelewski ausdrückt.

Zum Abschluss der Hinrunde fünf Niederlagen in Folge

 Zuvor hatte der TSV Wiernsheim mit zwei Siegen, einem Unentschieden, einer Niederlage und einem Platz im oberen Mittelfeld der Tabelle ganz gut dagestanden. Danach jedoch folgten nur noch vier Niederlagen und die Talfahrt von Platz fünf auf acht. Drittletzter.

 „Von der Spielweise her sind wir eigentlich immer dabei“, findet Norbert Fischer und Horst Zelewski pflichtet ihm bei, nennt das letzte Hinrundenspiel am 20. Dezember beim Tabellenfünften TSG Backnang als Beispiel. Das verlor Wiernsheim zwar mit 20:27, aber: „Wir waren immer wieder dran, haben es aber nie ganz geschafft, die Partie zu unseren Gunsten zu drehen“, so Zelewski, der mit seinem Trainerlatein noch lange nicht am Ende ist: „Wir wissen um die Probleme, und wir wissen, wie wir sie angehen müssen“, betont der TSV-Trainer.

 Ein wenig Selbstvertrauen tanken wollen die Wiernsheimerinnen am kommenden Sonntag beim Dreikönigs-Turnier in eigener Halle.

Info
20. Handball Dreikönigs-Turnier in Wiernsheim

Vom 2. bis 6. Januar 2010 veranstaltet die Handball-Abteilung des TSV Wiernsheim über drei Tage hinweg ihr 20. Dreikönigs-Turnier für Herren und Damen sowie AH-Mannschaften in der Lindenhalle.

Der Auftakt am Samstag, 2. Januar, ist diesmal den Männermannschaften vorbehalten. Das Turnier beginnt um 10 Uhr und hält einige Lokalderbys parat. In der Vorrunde bilden TSV Knittlingen, TV Aldingen, HSG Neckar, SG Stutensee und die SG Wiernsheim-Pforzheim die Gruppe A. In der Gruppe B spielen Blau-Gelb Mühlacker, TV Großsachsenheim, CVJM Enzweihingen, TSG Eislingen und der MTV Karlsruhe.
Die Halbfinals und Endspiele sind für 18 Uhr angesetzt. Danach gibt es eine Players-Party mit Barbetrieb und Musik für alle Freunde des Handballsports in Wiernsheim.

Spannende Spiele verspricht auch das hochkarätig besetzte Damen-Turnier am kommenden Sonntag, das ebenfalls um 10 Uhr beginnt. Das Teilnehmerfeld besteht aus dem Württembergligist TSV Bönnigheim, sowie vielen Landes- und Bezirksligsten des Württembergischen und Badischen Handballverbandes. In zwei Vierer-Gruppen gehen die Damen des TSV Bönnigheim, TV Aldingen, MTV Stuttgart, HSV Stuttgart-Nord, SG Hirsau-Calw-Bad Liebenzell, HSG PSV/SSC Karlsruhe, TV Großsachsenheim und die Gastgeberinnen des TSV Wiernsheim auf die Jagd nach dem Wanderpokal. Die Halbfinalspiele beginnen gegen 16 Uhr.

Am Tag der Heiligen Drei Könige, Mittwoch, 6. Januar, kämpfen die „Alten Herren“ aus Mühlacker, Calmbach, Rutesheim/Heimsheim, Hirsau/Calw und Wiernsheim um den Turniersieg.

Der Eintritt ist an allen Tagen frei, die Veranstaltung ist bewirtet.       pm/eig

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