Das große Lesen beginnt

Erstellt: 25. September 2008, 00:00 Uhr
Das große Lesen beginnt Der Startschuss für die Weinlese ist gefallen. Markus Scholl von der WG Knittlingen schaut danach, dass keine Müller-Thurgau-Traube verloren geht. Foto: Garhöfer

Raus aus dem Weinberg, rein in die Keller – Pralle Beeren fordern die Lesetrupps in der Region

Knittlingen – Der Startschuss ist gefallen: In den Weinlagen im östlichen Enzkreis hat die Weinlese begonnen. Die Wengerter prognostizieren rosige Zeiten für Weinfreunde. Auch der Jahrgang 2008 wird den Gaumen der Viertelesschlotzer mit aromareichen und sortentypischen Weinen verwöhnen.

VON ANDREA GARHÖFER

Bei der Weingärtnergenossenschaft (WG) Knittlingen sind die frühen Traubensorten Regent und Acolon bereits in den Kellern, mit der Müller-Thurgau-Ernte fiel gestern in den Weinbergen auf der Reichshalde der Startschuss für die Hauptlese. Auch im Weinberg von WG-Wengerter Markus Scholl herrschte gestern reges Treiben: 20 Helfer aus der Familie und dem Bekanntenkreis schnitten die Trauben ab und sorgten mit einem kritischen Blick dafür, dass nur gesunde und reife Früchte in die Eimer und Bottiche kamen. „In diesem Jahr ist die Qualität der Trauben wirklich gut. Noch vor zwei Wochen hatten wir Sorge, dass eine rasche Fäulnis der Trauben einsetzt. Doch die relativ kalten Nächte und die trockenen Tage haben diesen Trend glücklicherweise gestoppt“, sagt Wengerter Markus Scholl.

 Um die 87 Grad Öchsle haben die Müller-Thurgau-Trauben, die seine Mannschaft erntet, „damit kann man richtig zufrieden sein“, stellt er fest. Generell seien die Mostgewichte in diesem Jahr hoch: Die Regenttrauben, die in der WG Knittlingen am vergangenen Freitag gelesen wurden, haben es sogar auf stolze 114 Grad Öchsle gebracht. „Tolle, gesunde Trauben, entsprechend gut wird auch der Wein“, so die Prognose von Markus Scholl. Anlass zum Optimismus gebe es auch für die anstehende Ernte der Klassiker Trollinger, Riesling und Lemberger: „Wenn in den nächsten zwei Wochen das Wetter noch mitmacht, werden das wieder sehr gute Weine werden.“ Jetzt bloß keine Feuchtigkeit mehr: Dieses Stoßgebet schicken derzeit die Wengerter landauf, landab zum Himmel. Denn Feuchtigkeit – egal ob in Form von Regen oder hartnäckigem Nebel – bedeutet immer Fäulnisgefahr für die empfindlichen Beeren. Vorsorglich hat Markus Scholl in den vergangenen Wochen seine Trauben bereits „freigestellt“, das heißt, er hat den Laubbewuchs um die Trauben herum entfernt. „Dann trocknen sie schneller ab und kriegen auch noch mehr Sonne mit“, erklärt er.

Lesearbeit spürt man in den Beinen

Bei der WG Knittlingen geht die Weinlese jetzt Schlag auf Schlag voran: Am heutigen Donnerstag startet die Portugieserlese, ab Freitag werden Dornfelder geerntet und am Samstag Schwarzriesling. Eine schlagkräftige Lesemannschaft ist bei diesem Arbeitsmarathon natürlich unverzichtbar. „Mir macht die Lesearbeit Spaߓ, sagt Jutta Stiebing. Schon von Kindesbeinen an ist sie als Tochter der Knittlinger Wengerterfamilie Scholl mit der Arbeit in den Weinbergen vertraut. „Aber anstrengend ist es doch auch. Besonders nach einem Lesetag in den Steillagen spürt man am Abend schon seine Beine.“ Wie gut, dass man sich dann erholen kann – vielleicht bei einem guten Glas Wein.

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