Das Derby kommt viel zu früh

Erstellt: 31. August 2011, 00:00 Uhr
Das Derby kommt viel zu früh Für die Trainer hat das Pokalspiel keine Priorität, aber trotzdem geht es zwischen dem SV Illingen (Björn Kachel, li.) und Phönix Lomersheim (Dominik Murnberger) meist heiß her. Archivfoto: Eigner

Für die Trainer von SV Illingen und Phönix Lomersheim ist die heutige Pokalpaarung alles andere als ein Traumlos

SV Illingen gegen Phönix Lomersheim – heute Abend stehen sich die beiden Lokalrivalen in Runde eins des Fußball-Bezirkspokals gegenüber (18.30 Uhr in
Illingen). Das Traumlos schlechthin? Beide Trainer verneinen. Dieses Derby kommt ihrer Meinung nach viel zu früh.

Von Steffen-Michael Eigner

Illingen. „Das hätte nicht unbedingt sein müssen“, darin sind Thomas Fritsch und Eberhard Carl einer Meinung. Nicht, dass die Illinger nicht gerne gegen Lomersheim spielen würden – und das gilt ebenso umgekehrt. Aber beide Seiten hätten diese Begegnung lieber etwas später in der Saison gespielt. „Das wäre ein schönes Halbfinale gewesen“, findet SVI-Coach Thomas Fritsch. „Na wenn schon, dann Endspiel“, setzt sein Lomersheimer Gegenüber drauf und fügt hinzu: „Auf einem neutralen Platz irgendwo in Mühlacker.“ Aber Fortuna wollte es anders und bringt die beiden Clubs bereits in der ersten Runde zueinander. „Wir müssen es nehmen, wie es kommt“, darin sind sich die Trainer dann wieder einig. Aber wie sie es einordnen sollen, wissen beide noch nicht.
„Für uns ist es zwar ein Derby, aber doch nur ein normales Fußballspiel. Den Stellenwert kann ich schwer einschätzen. Für Illingen ist es wahrscheinlich das Spiel des Jahres“, vermutet Eberhard Carl. Aber auch Thomas Fritsch findet: „Das Punktspiel beim TSV Wiernsheim am kommenden Sonntag ist viel wichtiger.“ Trotzdem betonen beide: „Wir wollen natürlich gewinnen und eine Runde weiterkommen.“

Obwohl Lomersheim nun eine Klasse höher spielt, ist die Favoritenrolle unklar. Zwar findet Eberhard Carl: „Als Bezirksligist denke ich schon, dass wir Favorit sind.“ Doch in der abgelaufenen Saison holte Illingen in den beiden Ligaspielen vier Punkte gegen Phönix, gewann zu Hause mit 2:1 und trotzte dem späteren Vizemeister auswärts ein 1:1 ab. Vor der neuen Saison haben beide ihren Kader massiv verstärkt, Illingen beinahe mehr als die Lomersheimer. Weshalb Eberhard Carl den SVI auch zu den Mitfavoriten in der Kreisliga A zählt: „Illingen wird um die ersten drei Plätze mitspielen.“

Fritsch sieht Lomersheim heute leicht im Vorteil, trotz des eigenen 5:0-Erfolgs gegen den Mitfavoriten Spvgg Besigheim beim Ligastart am vergangenen Sonntag. „Drei Wochen mehr Vorbereitung und drei Wochen mehr Spielrhythmus. Das macht viel aus“, verweist der Illinger Trainer darauf, dass Phönix bereits drei Punktspiele in der Bezirksliga hinter sich hat. Dabei sprang am Sonntag ebenfalls der erste Sieg heraus, und der war hochverdient.

Die Angst vor roten Karten ist
größer als die Sorge auszuscheiden

„Wir haben das Spiel in den ersten 75 Minuten klar dominiert“, lobt Eberhard Carl seine Mannschaft nach dem 3:1 über Germania Bietigheim. Kritik übt er an der mangelnden Chancenverwertung: „Wir haben etliche gute Möglichkeiten vergeben.“ Und die Schlussviertelstunde, als Phönix merklich nachließ und den Gästen noch den Ehrentreffer zuließ, haben ihn ebenfalls geärgert.

Weil auch der Lomersheimer Coach der Liga, und damit dem Auswärtsspiel beim TV Pflugfelden am kommenden Sonntag, Priorität einräumt, kündigt er an, heute Abend möglicherweise drei oder vier angeschlagene Spieler zu schonen. Um wen es sich dabei handelt, will Eberhard Carl nicht verraten. Definitiv fehlen wird Daniel Münchinger, der sich einen Kapselriss zu gezogen hat. Der kurz vor Saisonbeginn verpflichtete Neuzugang Roman Kasper ist noch im Urlaub, er wird erst am kommenden Freitag erstmals am Mannschaftstraining teilnehmen.

Der SV Illingen muss im Pokalderby heute Abend ohne Daniel Brenner auskommen, der wegen seines Studiums fehlt. Wie schon beim Punktspiel am vergangenen Sonntag ist Matthias Stocker nicht dabei. Der zweifache Torschütze beim 2:1-Heimerfolg über Lomersheim in der vergangenen Saison ist noch im Urlaub.

Größer als die Sorge auszuscheiden ist bei Trainer Thomas Fritsch die Angst vor derbytypischer Übermotivation: „Ich hoffe, dass alles normal abläuft und sich keiner eine rote Karte einfängt.“ Die nämlich zöge auch eine Sperre in der Liga nach sich. „Aber da wird sich Lomersheim auch nicht dezimieren wollen.“

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