Dann haben wir mediterranes Klima

Erstellt: 31. Dezember 2007, 00:00 Uhr
Dann haben wir mediterranes Klima Die Grünen Pförsich (v.l.), Schwarz-Zeeb, Seemann mit Referenten Wilhelm und Dr. Rösler. Foto: eld

Grünen-Berater Dr. Markus Rösler: Baden-Württemberg ist vom Klimawandel besonders stark betroffen

Illingen – Der Verbraucher spürt die steigenden Energiepreise am Geldbeutel: „Stromwechsel – Es wird höchste Zeit“ forderten die Ortsvereine der Grünen aus Illingen, Mühlacker und Vaihingen die rund 35 Besucher bei einem Jahresausklang auf, bei der Wahl des Stromanbieters nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Form der Energiegewinnung zu achten.

VON ULRIKE STAHLFELD

„Im Jahr 2100 können wir hier Oliven züchten.“ Dr. Markus Rösler, Parlamentarischer Berater der Grünen-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg, machte in seinem Vortrag im Illinger Ratssaal am Freitagabend deutlich, dass nicht nur Deutschland allgemein, sondern insbesondere Baden-Württemberg vom Klimawandel besonders stark betroffen sein werde.

 Betrage die globale Erwärmung zwei Grad Celsius, so bedeute dies für Baden-Württemberg ein Plus zwischen drei und vier Grad Celsius, weil die nördliche Erdhalbkugel stärker betroffen sei. Rösler: „Dann haben wir mediterranes Klima.“

 Rösler kritisierte die Landesregierung, zu wenig gegen diese Entwicklung zu unternehmen. Tatsächlich sei der CO2-Ausstoß weiter angestiegen. Von 74 Millionen Tonnen im Jahr 1990 auf 76 Millionen Tonnen im Jahr 2005. Der Referent: „Es wird über Klimaschutz zwar geredet, die Emissionen gehen aber nach oben.“

 Was aber kann der Verbraucher konkret tun? Thomas Wilhelm, Bereichsleiter Vertrieb bei den Stadtwerken Mühlacker, erklärte die Funktionsmechanismen am Strommarkt, der sich zu 85 Prozent in den Händen der vier Energieversorgungsunternehmen EnBW, Vattenfall, Eon und RWE befindet. Laut Wilhelm bieten auch die Stadtwerke Mühlacker Ökostrom aus erneuerbaren Energien an. Die Mehreinnahmen aus dem so genannten Enzstrom werden demnach in die Förderung erneuerbarer Energiequellen investiert.

 „Die Ressourcen werden knapper“, rief Peter Pförsich, der Vorsitzende des Illinger Grünen-Ortsvereins, dazu auf, beim Stromwechsel alternative Anbieter vorzuziehen und dadurch Geldbeutel und Natur zu schonen.

 Die Energiefrage erlaube kein weiteres zuwarten, forderte Mühlackers Grünen-Vorsitzender Frank-Ulrich Seemann zum aktiven Energiesparen auf: „Viele kleine Schritte ergeben auch einen großen Schritt.“

 Darüber hinaus kritisierte Seemann in seinem Jahresrückblick die wachsende Zahl rechtsextremer Übergriffe.

 Über die Aktivitäten der Grünen in der Stadt Vaihingen informierte Susanne Schwarz-Zeeb, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Vaihinger Gemeinderat, in der Illinger Feier zum Jahresende, die von Schülern der Mühlacker Musikschule Gutmann gestaltet wurde: Annika, Martin und Christian Fuchs aus Karlsruhe spielten klassische Werke.

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