Da geht es rrt, rrt, rrt!

Erstellt: 30. Mai 2006, 00:00 Uhr
Da geht es rrt, rrt, rrt! Nächtliche Rennstrecke? Foto: Archiv

Bahnhofstraße: Anwohner berichten von Raserei nach Geschäftsschluss

Mühlacker (the) – Nur sieben Stundenkilometer sind auf dem verkehrsberuhigten Abschnitt der Mühlacker Bahnhofstraße auf Höhe der Drehscheibe erlaubt. Nach Eindruck vieler Anlieger eine Farce: Außerhalb der Geschäftszeiten hätten die Autos gut und gerne das Zehnfache auf dem Tacho.

„Eine Katastrophe“, beschreibt der ehemalige Stadtkämmerer Klaus Kreuzberger als Anwohner die Häufigkeit der Verstöße, „man könnte meinen, es wird teilweise mit 80 oder 100 Sachen durchgerast.“ Stadtrat Rolf Leo (Freie Wähler) hat die Klagen aufgegriffen und sich mit einer klaren Forderung an die Stadtverwaltung gewandt: verstärkte Kontrollen. Die Anlieger reagierten zusehends verbittert, weil man ihre Beschwerden anscheinend nicht ernst nehme, macht der Stadtrat klar.

 Das Problem, dass sich Auto- und Motorradfahrer nicht um die Geschwindigkeitsbegrenzungen kümmern, erzählt Kreuzberger, trete sowohl in den Abend- wie auch in den Nachtstunden sowie frühmorgens auf. „Erst am Sonntagmorgen um 7 Uhr wieder: drei Autos in Kolonne.“ Dabei sei die Raserei nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch der ungestörten Nachtruhe. „Wenn mit großem Tempo in der Nacht über das Pflaster gefahren wird, geht es ,rrt!, „rrt!, rrt!‘“, ärgert sich Kreuzberger, „einfach unerträglich.“ Auch andere Nachbarn hätten sich mit ihren Beschwerden schon an ihn gewandt. „Dann heißt es, du hast doch früher bei der Stadt gearbeitet.“

 Ulrich Saur, seit kurzem Leiter der städtischen Verkehrsbehörde, sind aktuell keine Klagen der Anwohner zu Ohren gekommen – bis zur Anfrage von Rolf Leo.
 „Wir sind“, stellt er gegenüber dem MT fest, „ohnehin mehrfach im Monat mit Geschwindigkeitskontrollen vor Ort.“ Jedoch hätten die jüngsten Messungen – einmal von 7.30 bis 9 Uhr und dann von 19.20 Uhr bis 20.30 Uhr – keine auffällige Häufung von Verstößen ergeben. „Der Anteil lag bei 1,2 beziehungsweise 1,9 Prozent.“ Lediglich im Februar habe es, ebenfalls abends, eine Kontrolle mit deutlich mehr Verstößen – Anteil: 16,6 Prozent – gegeben. „Das war bislang eher ein Ausreißer“, sagt Saur. Dennoch sichert er zu, gegebenenfalls auch Kontrollen bei Nacht auf den Weg zu bringen: „Wir gehen dem nach.“

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