CDU und SPD geben Kandidatensuche auf

Erstellt: 29. September 2009, 00:00 Uhr

Oberbürgermeisterwahl: Keinen dritten Bewerber gefunden

Von Thomas Sadler

Mühlacker. Sowohl CDU als auch SPD haben die Hoffnung, in letzter Minute doch noch einen eigenen Kandidaten für die Mühlacker Oberbürgermeisterwahl zu finden, begraben.

 Offiziell können Interessenten bis heute Abend, 18 Uhr, ihre Bewerbung abgeben. Doch am letzten Tag wird sich voraussichtlich nichts mehr am bisherigen Stand ändern, und der besagt: Zwei Männer wollen Oberbürgermeister werden – Amtsinhaber Arno Schütterle (Grüne) und Herausforderer Frank Schneider (FDP).

 Fieberhaft haben CDU und SPD Ausschau nach einem Kandidaten gehalten. Notfalls wären beide sogar bereit gewesen, den Hoffnungsträger der jeweils anderen Partei zu unterstützen. Doch die Suche ist gescheitert, Absage reihte sich an Absage.
 „Es ist uns nicht gelungen, einen Bewerber zu finden“, zog SPD-Gemeinderatsfraktionsvorsitzender Roland Peter gestern, kurz vor 17 Uhr, im Gespräch mit unserer Zeitung den Schlussstrich unter die Suche.

 Mit „ungefähr zehn Leuten“ habe er gesprochen, sagt Peter. „Enge Verhandlungen“ seien mit zwei Interessenten geführt worden. Einer sei ein 52-jähriger ehemaliger Oberbürgermeister aus Baden, der auf eine „erfolgreiche Amtsführung“ verweisen könne und derzeit Privatier sei. Der zweite Gesprächspartner sei als Regierungsdirektor im Bildungsministerium eines norddeutschen Bundeslandes und verfüge über „große Verwaltungserfahrung und große Ausstrahlung“.

 Beide Wunschkandidaten seien Sozialdemokraten. Beide hätten sich Mühlacker angeschaut und seien durchaus geneigt gewesen, in Mühlacker anzutreten. Dass sie letztlich aus privaten Gründen abgesagt hätten, liege hauptsächlich an den Bedenken ihrer Ehefrauen, so Peter, der vermutet, dass jeder der zwei auch von der CDU Schützenhilfe erhalten hätte.

 Die letzte Absage, jene des norddeutschen Politikers, erfolgte am Sonntag. Er teilte seinen Verzicht nicht nur der SPD mit, sondern auch CDU-Fraktionschef Günter Bächle. Für ihn ist das Thema Kandidatensuche ebenfalls „abgeschlossen“, wie er am Montag sagte. Auch die CDU hat manch einen Korb bekommen. So sagte der Bürgermeister einer Gemeinde auf der Schwäbischen Alb Nein. Auch bei ihm hatte die Frau das letzte Wort, die mit der Familie nicht nach Mühlacker umziehen wollte.

 Ärgerlich: Ralf Steinbrenner, parteiloser Bürgermeister in Leingarten, sei drauf und dran gewesen, seinen Hut in den Ring zu werfen. Doch dann habe er es sich anders überlegt – und kandiert nun in Bretten, wo gleichfalls ein neuer OB gewählt wird.
 In den nächsten Tagen werde der Stadtverband der CDU mit Frank Schneider reden und dann über eine etwaige Unterstützung entscheiden. Und die SPD: „Wir werden wohl zu keiner Unterstützung eines Kandidaten aufrufen“, so Peter. Doch dies müsse noch intern diskutiert werden.

Weiterlesen
Ein Ufuk würde Viktoria reichen

Ein Ufuk würde Viktoria reichen

Mühlacker-Enzberg. Mit einer Portion Bewunderung blickt Sascha John auf die Statistik von Ufuk Kocaoglu: „32 Tore in einer Halbserie muss man erst einmal schießen. Der Junge scheint verdammt viel richtig… »