Busbegleiter für Großglattbach gesucht

Erstellt: 31. Januar 2007, 00:00 Uhr
Busbegleiter für Großglattbach gesucht „Wirkt überfüllt“: Schulbus-Einstieg an der Kelter Großglattbach. Foto: Fotomoment

Gesprächsrunde zur Schülerbeförderung beschließt Maßnahmenkatalog – Für Enzberg „alles noch offen“

Mühlacker – Nach einer Gesprächsrunde zum Thema Schülerbeförderung im Rathaus hoffen die Eltern in Großglattbach und Enzberg auf Verbesserungen. „Ich denke, wir konnten zumindest wachrütteln“, bilanziert Reinhold Hildebrandt aus Enzberg als Vertreter des Gesamtelternbeirats.

VON THOMAS EIER

Der Vater aus Enzberg, Elternsprecher der Mörike-Schule und Beauftragte des Gesamtelternbeirats der Mühlacker Schulen ist mit dem Resultat des Treffens nicht unzufrieden, wenngleich insbesondere für seinen Heimatort keine Lösung auf dem silbernen Tablett serviert werden konnte.

 So soll, wie die Mühlacker Stadtverwaltung gestern in einer Mitteilung zusammenfasste, die Albtalverkehrsgesellschaft ausloten, ob nicht die Abfahrtszeit einer Stadtbahn, die bislang zu spät ankommt, so angepasst werden kann, dass sie als zusätzliche Alternative für die Enzberger Schulkinder zur Verfügung stünde. Wie mehrfach berichtet, hatten sich im Stadtteil Beschwerden darüber gehäuft, dass der Bus, der kurz vor 7 Uhr auf den Höhenlagen startet, beim Halt in der Ortsmitte bereits überfüllt sei. Empfehlung der Nahverkehrsexperten: Schüler aus dem Ortskern sollten den Interregio-Express um 6.52 Uhr nehmen. Nachteil des Zugs: Die Schüler müssen früher los und die Gymnasiasten müssen am Mühlacker Bahnhof nochmals in den Bus umsteigen. „Deshalb fahren viele Eltern selbst mit dem Auto zur Schule“, hat die Enzberger CDU-Stadträtin Dr. Heide Hägele-Kaddour festgestellt.
 Der für den Busverkehr in Enzberg zuständige Regionalbusverkehr Südwest möchte gleichzeitig prüfen, was der Einsatz eines größeren Gelenkbusses kosten würde. „Im Grunde ist alles noch offen“, meint Hägele-Kaddour, „aber sinnvoll war es allemal, das Thema durchzusprechen.“

 Ähnlich sehen es die anderen Beteiligten. So sei es den Elternvertretern gelungen, darauf hinzuweisen, dass bei der Beförderung von Kindern nicht nur Kriterien der Wirtschaftlichkeit ausschlaggebend seien, bezieht sich Reinhold Hildebrandt auf den Verweis der Betreiber auf Fahrgastzählungen, die eine ausreichende Kapazität der Fahrzeuge bestätigt hätten.

 „Es hat sich laut Stadtwerken gezeigt, dass der morgendliche Bus zwar überfüllt wirkt, jedoch genügend Platz bieten müsste“, gibt der Großglattbacher SPD-Stadtrat Alfred Kohler eine Erkenntnis weiter. Konsequenz: Alle Beteiligten bemühen sich um organisatorische Verbesserungen, die das Verhalten der Kinder mit einbeziehen. „Ein großes Problem scheint zu sein, dass die Schüler nicht nach hinten aufrücken“, berichtet Kohler. Weshalb Stadt und Stadtwerke zugesichert haben, dass künftig für den Einstieg alle drei Türen des Gelenkbusses geöffnet werden sollen, um die Schüler besser zu verteilen.

Ältere Schüler, Eltern oder Rentner sollen mithelfen

Während die Eltern gleichzeitig ihre Kinder zum richtigen Verhalten anleiten sollen, wird für Großglattbach zusätzlich nach ehrenamtlichen Busbegleitern gesucht. Ältere Schüler, Eltern und Rentner könnten in dieser Funktion, eventuell gegen einen kleinen Obolus, für einen besseren Ablauf sorgen. „Es ist wichtig, dass sich die Stadtwerke als Betreiber, aber auch die Schüler als Nutzer aufeinander zu bewegen, damit sich etwas verbessert“, bringt der örtliche CDU-Stadtrat Michael Buck seinen Eindruck von der Diskussion um Großglattbach auf den Punkt.

 Wichtig für alle Seiten ist außerdem, dass Schulungen von Schülern zum richtigen Verhalten an Bushaltestellen und im Bus fortgesetzt werden. „Für Viertklässler sollte das Pflicht sein“, fordert Reinhold Hildebrandt im Namen des Gesamtelternbeirats eine Ausweitung der Kurse in Zusammenarbeit von Busunternehmen und Polizei. Gleichzeitig nimmt er die Schulen in die Pflicht, eventuell mit eigenen Schulungen oder in Form von Rollenspielen zu mehr Sicherheit beizutragen. „Allein das Gefühl, in einem überfüllten Bus zu fahren, bringt für die Kinder schon Ängste mit sich“, mahnt Hildebrandt, „deshalb gilt es da andere Maßstäbe anzulegen als bei Erwachsenen.“
 Vor der Sommerpause wollen die Gesprächsteilnehmer bei einer erneuten Zusammenkunft eine Zwischenbilanz der bis dahin umgesetzten Maßnahmen ziehen.

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