Bunte und bewegte Szenen überzeugen

Erstellt: 31. Juli 2008, 00:00 Uhr
Bunte und bewegte Szenen überzeugen Wilde Wikinger-Gesellen unterhalten vor der Kulisse des Maulbronner Klosters ihr junges Publikum. Foto: Fotomoment

 „Theater auf Tour“ bereitet mit dem Musical „Mein Freund Wickie“ kleinen und großen Zuschauern ein Theatervergnügen

Das hat den mehr als 500 kleinen und großen Zuschauern richtig Spaß gemacht, wie ihnen auf der Bühne vor dem Kloster Maulbronn am Dienstagnachmittag das putzmuntere Musical „Mein Freund Wickie“ vom immer wieder großartig agierenden Ensemble des „Theater auf Tour“ aus Frankfurt am Main vorgeführt wurde.

 Die gleichnamigen Erzählungen von Runer Jonsson, die der deutsche Autor Josef Göhlen in einem Textbuch zusammenfasste, enthalten die Geschichte des zwar etwas schwächlich erscheinenden, aber dennoch ungeheuer pfiffigen Wikingerjungen Wickie. Er versteht es fabelhaft, vor den Wölfen herzurennen, und sie schließlich mit List und Tücke durcheinander laufen zu lassen, bis sie alle zusammenstoßen und sich in einem unentwirrbaren Knäuel ineinander verheddern. Doch sein Vater, der bärbeißige, polternd laute Halvar, er ist ein wild und grimmig dreinschauender Geselle. Er ist der Ansicht, Wickie sei feige, und er hat nur Hohn und Spott dafür übrig, dass sein Sohn mit Intelligenz und Witz anstelle des Schwertes kämpfen möchte.

 Doch ist es eben genau diese geistige Überlegenheit, die den eigentlich kampferprobten Halvar aus einer sehr unangenehmen Lage als Gefangenen des bösen, streitsüchtigen und stets gefräßigen Gröhl bei Wasser und Trockenbrot befreit. Wickie verkündet es in Siegerpose: „Klug und listig muss man sein, um zu überleben, nur so kann man diese Welt aus den Angeln heben.“ Vater Halvar ist auf einmal sehr stolz auf seinen kleinen Wickie.

Flotte und ideenreiche Inszenierung in Maulbronn

In seiner flotten, ideenreichen Inszenierung brachte Kosmas Chatziioannidis das Musical mit der schmissigen und eingängigen, als Playback eingespielten Musik des erfolgreichen Komponisten Christian Bruhn sehr abwechslungsreich und auch für kleine Kinder sehr unterhaltsam auf die Bühne. Das ist ja gerade beim „Theater auf Tour“ das Geheimnis, wie dessen Ensemble es stets versteht, kindgerechte Aufführungen zu bieten, die niemals dümmlich oder kindlich-naiv eingerichtet werden. Vielmehr wird den kleinen Zuschauern durchaus konzentriertes Miterleben des Geschehens abverlangt, dies jedoch mittels bunter, bewegter Szenen. Auf dem Podium vor dem Kloster Maulbronn, auf dem sogar eine richtige Drehbühne installiert worden war, wurde mit schönen, hellen Stimmen gesungen und sehr oft temperamentvoll getanzt. Da konnte einfach keine Langeweile beim Publikum aufkommen.

 Mitwirkende waren in dieser überzeugenden Aufführung des Musicals „Mein Freund Wickie“ Sandra Warken als Wickie, Ursula Stampfli zuerst als Ylva, später als erster Wächter, Bodil Strutz als Yilvi und dann als zweiter Wächter, Martin Resch als lauter und berserkerhafter Halvar, Thomas Hinze, der in drei Rollen, vor allem aber als missmutiger und hinterhältiger Gröhl auffiel, und Marco Böß als Halvars immer etwas vor Angst schlotternder Begleiter Tjure, später auch als Knoll. Sie spielten unbeschwert und heiter und bereiteten Kindern wie Erwachsenen ein echtes Theatervergnügen. Rudolf Wesner

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