Bürger protestieren gegen Splittbelag

Erstellt: 29. Juni 2007, 00:00 Uhr
Bürger protestieren gegen Splittbelag Anwohner des Klosterhofs wehren sich gegen Staub und Schmutz. Foto: Disselhoff

Maulbronner Rathauschef kann Anwohner beruhigen

Maulbronn – Die Bewohner des Maulbronner Klosterhofs wehren sich in einem Protestschreiben gegen Staub, der von einem Splittbelag herrührt, der in Teilen des Hofs aufgebracht werden soll. Auch der Bodenbelag vor der Klostermühle sorgt für großen Unmut.

VON MAIK DISSELHOFF

Im Hof des Maulbronner Weltkulturerbes treibt ein Thema vielen Anwohnern bereits seit Längerem die Zornesröte ins Gesicht. Das Ärgernis liegt direkt vor ihrer Haustüre. Es handelt sich um einen Streubelag, der auf Drängen der verantwortlichen Landesbehörde bereits zweimal im Klosterhof eingesetzt wurde. Zum Teil hatte die Stadt in einem Bereich des Hofs einen losen Splittbelag aufbringen müssen. In der Folge wirbelte das Streumaterial nicht nur im sprichwörtlichen Sinne mächtig Staub auf. Jetzt ist die Stadt von den Landesdenkmalschützern erneut dazu angehalten, den Klosterhof neu einzustreuen. Dagegen haben die Anwohner 96 Unterschriften gesammelt. Klaus Krüger hat die Liste mitsamt einem Protestschreiben am Mittwoch bei der jüngsten Maulbronner Gemeinderatssitzung Bürgermeister Andreas Felchle überreicht.

 „Die Staubentwicklung ist schädlich für die Atemwege. Das hat das Gesundheitsamt schon vor zwölf Jahren bestätigt. Außerdem werden die umliegenden Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen“, betonte Krüger. Gerade auch die Böden im Kloster gingen durch den Eintrag feiner Steine in den Schuhen kaputt. Zwar sei die Belagsfrage nicht Sache der Stadt, aber die Verwaltung müsse im Sinne der Anwohner aktiv werden. „Das Land soll mal über die Sache nachdenken, wenn es hier schon für Millionen investiert und restauriert.“ Gerade mit Blick auf die Zukunft, wenn im Zuge des Ausbaus der Klosterschule „50 bis 100 Seminaristen über den Hof laufen“ und den Belag in die Schulgebäude einschleppten. Bürgermeister Andreas Felchle zeigte Verständnis für die verärgerten Bürger. Schließlich ist das Rathaus, das sich im Klosterhof befindet, ebenfalls vom Problem betroffen. Felchle erinnerte daran, wie schwer es in der Vergangenheit immer wieder gewesen sei, den Denkmalschützern bei Regelungen für den Klosterhof Kompromisse abzuringen. Doch der Verwaltungschef konnte die Anwohner zumindest etwas beruhigen und überraschen. Die Steine würden – im Gegensatz zu früher – komplett eingewalzt. Dies war früher nur im westlichen Teil des Klosterhofs erlaubt. „Nach ein paar Tagen Staub haben wir eine Art grobkörnige Straße“, sagte Felchle. Außerdem werde die Stadt einen anderen Splitt verwenden als beim letzten Mal. Dies ist der zweite Teil des hart erkämpften Kompromisses, der mit den Denkmalschützern geschlossen werden konnte.
Boden bei der Klostermühle ist für Staub verantwortlichFelchle dazu: „Das hätte ich vor zwei Jahren noch nicht für möglich gehalten.“ Die neuen Steine seien härter und würden deshalb nicht so schnell zermahlen.

 Allerdings bleibt der Spezialbelag in der Umgebung der ehemaligen Klostermühle, die zurzeit für die zukünftige Generation von Schülern des evangelischen Seminars umgebaut wird, ein gravierendes Problem. „Von dort kommt der meiste Staub“, so der Schultes. Der feine rote Sand, der mit kleinen Steinchen durchsetzt ist, breitet sich im ganzen Klosterhof aus. „Wir waren von Anfang an gegen eine Dreiteilung des Belags“, erinnerte sich Felchle und sagte mit Blick auf die so genannte „wassergebundene“ Fläche bei der Klostermühle, die er als „einen Wahnsinn“ bezeichnete: „Ich warte auch auf die regelmäßige Beanspruchung durch die Seminaristen.“ Vielleicht könne die Stadt zusammen mit dem Internat etwas erreichen.

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