Brettener will ins Rathaus

Erstellt: 17. August 2007, 00:00 Uhr
Brettener will ins Rathaus Ambitionen: Clemens Fritz. Foto: p

Clemens Fritz (45) kündigt seine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters an

Mühlacker – Ganz langsam kommt das Kandidaten-Karussell in Schwung: Nach Dieter Girrbach möchte offenbar auch der Brettener Clemens Fritz als Nachfolger des zum Jahresende ausscheidenden Hans-Jürgen Pisch Bürgermeister beziehungsweise Erster Beigeordneter in Mühlacker werden.

VON THOMAS SADLER

Bislang ist der frühere Schlaitdorfer Bürgermeister Dieter Girrbach (46) der einzige offizielle Bewerber um das Amt der Nummer zwei im Rathaus. Doch er bekommt Konkurrenz. Nach Recherchen unserer Zeitung hat Clemens Fritz ebenfalls seine Kandidatur definitiv angekündigt.

 Der 45-Jährige wohnt in seinem Geburtsort Bretten. Der gelernte Zimmermann, verheiratet und Vater zweier Töchter, hat in Karlsruhe und Paris Architektur studiert. Nachdem er Berufserfahrung bei privaten Planungsbüros gesammelt hatte, arbeitete der Diplomingenieur, der über Kenntnisse in mehreren Fremdsprachen verfügt, beim Stadtplanungsamt von Vaihingen, ehe er vor elf Jahren zum Planungsamt der Stadtverwaltung Karlsruhe wechselte. In seiner Heimatstadt Bretten gehörte er in den Neunzigerjahren der FDP-Fraktion des Gemeinderats an.

 Als Bürgermeister von Mühlacker lägen ihm besonders „weiche Standortfaktoren“ am Herzen, zu denen lebendige Ortskerne mit intakten Ortsbildern ebenso gehören wie „sichere, saubere und vielfältig nutzbare öffentliche Räume“. Zurzeit ist Fritz nicht zu erreichen, da er im Urlaub weilt.

 Macht er seine Ankündigung wahr und gibt er tatsächlich seine Bewerbung im Rathaus ab, wäre er erst der zweite Anwärter aus das Amt des Bürgermeisters – eine schwache Resonanz auf die Ausschreibung einer Führungsposition, wie im Mühlacker Gemeinderat bedauert wird.

 Weiter im Gespräch als möglicher Kandidat ist der ehemalige Illinger Schultes Jochen Protzer. Dass er sich noch nicht beworben hat und sich in öffentlichen Äußerungen bedeckt hält, gilt in kommunalpolitischen Kreisen keineswegs als Indiz dafür, dass er kein Interesse an dem frei werdenden Posten hat. Angeblich möchte er vor seiner Entscheidung seine Chancen bei den fünf Fraktionen des Gemeinderats, der am 23. Oktober den künftigen Beigeordneten wählt, sondieren.

 Seine Fühler ausgestreckt hat indes auch ein promovierter Betriebswirt aus dem Raum Mannheim, der Controlling-Leiter eines Großunternehmens ist und der CDU angehört. Der rückhaltlosen Unterstützung seiner christdemokratischen Parteifreunde aus Mühlacker kann er nach MT-Informationen allerdings nicht sicher sein. Mithin ist es fraglich, ob er im Rennen um die Pisch-Nachfolge überhaupt antritt.

Wer darf überhaupt kandidieren?

Neben der Frage, wie viele Bewerber sich bis zum Ende der Frist am 15. September melden, ist noch ein anderer Aspekt im Zusammenhang mit der Wahl des Bürgermeisters interessant: Darf ein Kandidat mit einem Beruf, der nicht ausdrücklich dem Anforderungsprofil in der Stellenausschreibung entspricht, überhaupt zugelassen werden? Laut Ausschreibung sucht die Stadt Mühlacker einen Juristen, einen Verwaltungswirt oder einen Verwaltungswissenschaftler. Bei der Wahl vor 16 Jahren gab es einen – erfolglosen – Einspruch, weil manche der damaligen Bewerber, darunter der CDU-Gemeinderatsfraktionsvorsitzende Günter Bächle, beruflich nicht dem ausgeschriebenen Profil entsprachen.

 Das MT hat beim Regierungspräsidium Karlsruhe als Aufsichtsbehörde der Stadt Mühlacker nachgefragt. Resultat: Der Gemeinderat oder Gemeinderatsausschuss, so Behördensprecher Konrad Weber müsse zwar nicht, könne aber einen Bewerber aussondern, der nicht dem Berufsbild der Stellenausschreibung entspreche.

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