Blau-weiß-rotes Lebensgefühl

Erstellt: 27. Juni 2008, 00:00 Uhr
Blau-weiß-rotes Lebensgefühl Markt im Zeichen der Trikolore Strahlende Gesichter bei der Eröffnung des Markts (v.r.): Beschicker Bruno Duroy, Oberbürgermeister Arno Schüterle, Wirtschaftsbeauftragte Anette Leitner, Verwaltungspraktikantin Sophie Pélican und die Sämann-Einzelhandelspraktikantinnen Amel Daab und Senda Barcien. Fotos: Sadler

Premiere in Mühlacker: „Französischer Markt“ mit vielen Spezialitäten auf dem Konrad-Adenauer-Platz

Mühlacker – Außergewöhnlich belebt zeigte sich der Konrad-Adenauer-Platz in der Stadtmitte gestern. Kein Wunder, schließlich findet hier seit Donnerstagmorgen der erste „Französische Markt“ in Mühlacker statt, der neben einem landestypischen Flair viele leckere Spezialitäten bietet.

VON THOMAS SADLER

Ein „besonderes Lebensgefühl“ solle den Besuchern mit dem „Französischen Markt“ nahe gebracht werden, sagte Oberbürgermeister Arno Schütterle, der sich nach einem Rundgang gleich selbst mit knusprigem Baguette eindeckte. Die Veranstaltung, die in Mühlacker eine Premiere feiert und noch heute und morgen jeweils von 10 bis 19 Uhr läuft, solle „eine Attraktivität für die Stadtmitte“ sein und auf vielfältige Einkaufsmöglichkeiten hinweisen, meinte die städtische Wirtschaftsförderin Anette Leitner. Die Initiative sei von den Marktbeschickern ausgegangen, die sich an die Verwaltung gewandt hätten, um zu erfahren, ob Interesse an einem Markt besteht.

 Das ist offensichtlich der Fall. Gleich nach der vielfach prämierten 16-jährigen Manuela Maria Glock auf dem Akkordeon mit französischen Weisen umrahmten Eröffnung erschienen die ersten Besucher – entweder Neugierige oder Gourmets, die Gefallen an dem breiten Sortiment fanden. An Auswahl mangelte es jedenfalls nicht: Wildschweinschinken und Eselsalami sind ebenso zu haben wie rund 50 Sorten Rohmilchkäse, Pasteten oder frische Flammkuchen. Wer lieber Backwaren mag, kann sich an Croissants, Brioches oder Süßem gütlich tun oder seine heimische Getränkebar um eine Flasche französischen Wein, Cognac, Calvados oder Champagner bereichern. Außerdem im Sortiment: Seifen aus der Provence, Lavendel und Schwämme.

 Die Anbieter der Spezialitäten sind, wie Marktleiter Bruno Duroy sagt, fast das ganze Jahr über in Deutschland auf Tour. Gerade im Südwesten stoße der Markt auf großes Interesse, freute sich Duroy, der in Bonn lebt und gut Deutsch spricht. Dass das Angebot gut ankommt, zeigte bereits die Reaktion der ersten Besucher. „Das ist ganz arg nett und sehr heimelig“, lobte Jutta Schüle. Die Stuttgarterin hatte ein Autowerkstattbesuch nach Mühlacker geführt. Zwar kann der „Französische Markt“ nicht mit großstädtischen Ausmaßen aufwarten, doch das stört sie nicht. Im Gegenteil: „Ich mag kleine Plätze viel lieber.“ Aus der Nachbarstadt Vaihingen gekommen war das Ehepaar Gröter, welches das französische Ambiente genoss. „Dieser Markt könnte sich einbürgern“, meinten sie während sie sie sich Wein und Flammkuchen schmecken ließen.

 Diese elsässische Spezialität war sogar für zwei junge Französinnen, die beim Kaufhaus Sämann derzeit ein Einzelhandelspraktikum machen, eine neue kulinarische Entdeckung. Während Sämann für seine Kunden mit einer kleinen französischen Überraschung bereithält, kredenzt das „Scharfe Eck“ zusätzlich Gerichte wie Zwiebelsuppe und Coq au vin (Huhn mit Weinsoße).

 Gleichfalls französische Speisen gibt es dieser Tage im Bistro-Grill. Im „Fass“ sind französische Dressings zu haben, das Reisestüble Mauch hat französische Reiseziele im Angebot, bei Buch-Elser gibt es einen Bücher-Thementisch zu Frankreich, und in der „Bärenhöhle“ warten Gummibärchen in den Farben der Trikolore auf ihre Abnehmer.
 Noch lebhafter zugehen könnte es auf dem Adenauer-Platz, wenn sich, wie von Anette Leitner erhofft, Straßenmusiker zu dem bunten Treiben gesellen würden.

 Zu den ersten Besuchern am Donnerstagvormittag zählten Siebtklässler der Mörike-Realschule mit der Referendarin Christine Dilk. Für die Jungen und Mädchen war der Markt mit den zahlreichen Köstlichkeiten eine appetitliche Gelegenheit, ihre neuen Französischkenntnisse auszuprobieren. Übrigens: Einen französischen Gast hat zurzeit auch das Mühlacker Rathaus, wo Sophie Pélican ein Verwaltungspraktikum macht. Zur Eröffnung des Marktes verlas die junge Frau ein zum Anlass passendes Gedicht ihrer Mutter Monique Pélican – auf Französisch natürlich.

Weiterlesen
Region soll nicht im Schatten stehen

Region soll nicht im Schatten stehen

Bad Wildbad/Enzkreis. „Baden-Württemberg darf nicht in den Verkehrsschatten geraten, sonst wird’s hier im Nordschwarzwald noch dunkler“, formulierte Thost bei der Jahrespressekonferenz der Industrie- und Handelskammer am Dienstag in Bad Wildbad…. »