Bewegung fördert auch Intelligenz

Erstellt: 29. April 2009, 00:00 Uhr
Bewegung fördert auch Intelligenz Lieber ein saftiger Apfel als Süßigkeiten oder Fast Food: Mühlacker ist eine von fünf Kommunen im Land, die im Rahmen des Pilotprojekts „Gesund aufwachsen“ mit Hilfe eines Netzwerks die gesunde Ernährung und die ausreichende Bewegung von Kindern fördern sollen. Gestern Abend hat sich der Gemeinderat über die Ansätze und die Zielsetzungen des Programms informiert. Foto: Eier

Leiterinnen des Projekts „Gesund aufwachsen in Mühlacker“ stellen Gemeinderat Aktionen vor – Gesundheitskonferenz

Immer mehr Kinder und Jugendliche ernähren sich falsch, bewegen sich zu wenig und sind zu dick. Die Senderstadt möchte mit dem Landesprojekt „Gesund aufwachsen in Mühlacker“ gegensteuern – durch Aktionen.

Von Thomas Sadler

Mühlacker. Bei einem Wettbewerb wurde Mühlacker mit vier anderen Pilotkommunen für die Durchführung ausgewählt. „Wir wollen mit diesem Projekt langfristig erreichen, dass alle Kinder in Mühlacker gesund aufwachsen können. Dazu gehört eine gesunde Ernährung, die schmeckt, und Bewegung, die Spaß macht“, so Oberbürgermeister Arno Schütterle.

 Die Projektleiterinnen Iris Augenstein (Gesundheitsförderung Netzwerk looping) und Corinna Benkel (Landwirtschaftsamt Enzkreis) informierten gestern Abend den Gemeinderat über geplante Aktivitäten. An deren Notwendigkeit ließen sie keinen Zweifel. Ein Viertel der Drei- bis Zehnjährigen treibe nicht regelmäßig Sport. Kein Wunder, dass immer mehr Kinder und Jugendliche übergewichtig oder gar fettleibig seien, was zu Krankheiten führen könne. Besonders stark betroffen seien Kinder aus sozial schwachen Familien, oft mit Migrationshintergrund.

 Um dem pfundigen Problem effektiv zu Leibe zu rücken und junge Menschen mit wichtigen Hinweisen zu erreichen, müssten kommunale Netzwerke für Ernährung und Bewegung gebildet werden. Dann könnten Maßnahmen auch besser abgestimmt werden. Als Ziele gaben Augenstein und Benkel den Entscheidungsträgern mit auf den Weg, „gesundheitsförderliche Lebensbedingungen zu schaffen“. So sollten Schulhöfe, Sporthallen und -plätze sowie Spielplätze der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Wichtig seien außerdem Spielstraßen, in denen sich junge Menschen austoben können. „Bewegung fördert auch Intelligenz“, so Corinna Benkel. Damit schon die Jüngsten das Richtige essen, sollten Schulen darauf achten, dass gesunde Lebensmittel angeboten werden und selbst kostenlos Trinkwasser oder ungesüßten Tee anbieten.

 Mittlerweile ist das Projekt angelaufen. Zwei ins Leben gerufene Arbeitsgruppen planen Maßnahmen, darunter ein Trinkprojekt an Grundschulen. Für den Herbst dieses Jahres ist eine Gesundheitskonferenz ins Auge gefasst, und im nächsten Jahr soll es ein Bürgerforum Gesundheit geben. Im Rathaus ist bereits eine Geschäftsstelle für das Projekt eingerichtet worden. Die Projektleiterinnen wollen mit Aktionen auf Kindergärten und Schulen zugehen.

 Dennoch zeigte sich Dr. Hansjörg Keller (FDP) skeptisch. Er befürchtete, viele, die es nötig hätten, seien nur schwer zu erreichen. Sie müssten deshalb „konzentriert“ angesprochen werden. Christiane Bastian-Engelbert (LMU) forderte „Nachhaltigkeit“, und Dr. Roland Peter (SPD) gab zu bedenken, die Forderung nach mehr Bewegung vertrage sich nicht mit Benutzungsverboten von Spielplätzen an Sonntagen. Für die frühere Erzieherin Erika Gerlach (CDU) bietet das Projekt nicht viel Neues: Ernährungs- und Bewegungstipps seien für Kindergärten längst üblich, meinte sie.

Weiterlesen

Patrick Vincon verliert an Boden

Keine Festspiele in SalzburgSalzburg – Beim fünften Rennen des ADAC Junior Cups auf dem Salzburgring hat der Knittlinger Motorradrennfahrer Patrick Vincon den angepeilten Sprung aufs Treppchen verpasst. Der 15-Jährige belegte… »