Besinnung im Kerzenschein

Erstellt: 10. April 2007, 00:00 Uhr
Besinnung im Kerzenschein Kreuz in der Pauluskirche.

Osterfeiern in der Region – Frühaufsteher zieht es vor Sonnenaufgang in die Kirche

Ostern – das sind nicht nur einige freie Tage, sondern das wichtigste Fest im Kirchenjahr. Jeweils am ersten Wochenende nach dem ersten Vollmond im Frühling feiern die katholischen und evangelischen Gemeinden das Osterfest. In den Gottesdiensten wird an die Auferstehung Jesu erinnert. Als Symbol kommt dabei dem Licht in Form von Kerzenschein eine besondere Bedeutung zu. Oftmals bleiben die Kirchen dunkel und werden erst im Lauf des Gottesdienstes nach und nach durch Kerzenschein erhellt. In manchen Gemeinden werden hierzu auch außerhalb der Kirchen Osterfeuer entzündet und das Licht mit der Osterkerze in die finstere Kirche gebracht.

 Auch in den Kirchen der Region wurde in zahlreichen Gottesdiensten das Osterfest begangen. Am Samstagabend trafen sich die Gottesdienstbesucher vor der Enzberger Georgskirche. Pfarrer Martin Merdes führte die Gläubigen in das völlig dunkle Gotteshaus. Mit der Lesung des Schöpfungsberichtes wurde an die Schöpfung des Lichtes erinnert und dabei die Osterkerze entzündet. Nach der traditionellen Lesung des Osterevangeliums wurde die Flamme an die Kerzen jedes Gottesdienstbesuchers weitergegeben, wodurch sich der Kerzenschein langsam in der ganzen Kirche ausbreitete.

 Einen anderen Weg wählte die evangelische Kirchengemeinde in Kleinvillars. Außerhalb des Ortes traf sich ein Teil der Gemeinde und entzündete auf der Wiese ein Osterfeuer. Mit einem Fackelzug wurde ein großes Holzkreuz, abwechselnd von den Konfirmanden der Gemeinde getragen, feierlich zur Kirche begleitet. Dort hatte Pfarrer Jürgen Götze zur gleichen Zeit einen eher besinnlichen Gottesdienst mit meditativer Orgelmusik gestaltet. „Wir wollen Leute ansprechen, die eher Ruhe suchen, aber auch ganze Familien“, erklärte Pfarrer Götze die inzwischen elfjährige Tradition. Nachdem das Holzkreuz vor der Kirche aufgestellt worden war, feierten beide Gruppen das Osterfest gemeinsam weiter. Die kleine, rund 250 Personen fassende Kirche war dadurch bis auf den letzten Platz gefüllt. Auch hier wurde das Osterlicht an die Kerzen der Besucher weitergereicht, und so breitete sich neben der Helligkeit auch wohlige Wärme aus.

 Anstatt die Osternacht am Samstagabend zu feiern, zogen Frühaufsteher es vor, am Ostermorgen zur Kirche zu gehen. Noch vor Morgengrauen wurde im Hof der evangelischen Pauluskirche in Mühlacker ein Osterfeuer entfacht. Hier wurde die Osterkerze der Kinderkirche entzündet und das Feuer an die Kerzen der Besucher weitergegeben.

 Danach zogen alle mit ihren Lichtern in die noch dunkle Kirche ein. Nach dem Gottesdienst luden Pfarrerin Katrin Schipprack-Tröndle und Pfarrer Theodor Tröndle zu einem gemeinsamen Osterfrühstück ein. „Ich wollte unbedingt dabei sein“, sagte Jule, die mit ihrer Familie sogar früher aus dem Urlaub zum Osterfeuer nach Mühlacker gekommen war.

 Die inzwischen aufgegangene Sonne lockte auch viele Besucher zur Auferstehungsandacht am Maulbronner Waldfriedhof. Pfarrer Ernst-Dietrich Egerer wurde dabei vom Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Maulbronn feierlich unterstützt. Während die Auferstehungsbotschaft musikalisch verkündet wurde, strahlten und leuchteten die Instrumente im goldenen Sonnenlicht.
 
 „Viele haben hier schon einen schweren Gang hinter sich gebracht“, sagte der Pfarrer. „Deshalb ist es gerade am Friedhof wichtig, die Auferstehungsbotschaft zu hören“, erklärte er. Claudia Keller

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