Bescherung live auf der Bühne

Erstellt: 24. Dezember 2011, 00:30 Uhr
Bescherung live auf der Bühne Nachdenklich, aber auch voller Vorfreunde auf den X-Mas-Rock: Musiker Harry Klenk hat ein bewegtes Jahr hinter sich – und an den Festtagen wird ihm das noch einmal richtig bewusst.

Ötisheim. Der Auftritt an den Festtagen ist für das „Holztrio“, das in der Erlentalhalle in großer Besetzung mit Begleitband und Background-Sängerinnen auftreten wird, eine jahrelange Tradition. Doch für einen der drei Bandkollegen, die seit 17 Jahren eine Einheit bilden, stehen die Feiertage unter besonderen Vorzeichen. Harry Klenk hat in diesem Jahr nicht nur den 50. Geburtstag gefeiert, er fühlt sich auch, nach jahrelanger Leidenszeit, wie neu geboren. Ein Jahr zuvor erholte er sich an Weihnachten von einer schweren Operation mit ungewissem Ausgang, die wegen einer chronischen Darmerkrankung – medizinisch: Colitis ulcerosa – unumgänglich geworden war. Nach einem Dutzend Klinikaufenthalten bedeutete der Eingriff im Robert-Bosch-Krankenhaus die Chance auf ein beschwerdefreies Leben. Dafür fiel erstmals seit Jahren der X-Mas-Rock aus.

Umso mehr freut sich Klenk auf die Rückkehr an der Seite von Manfred Wirth und Frank Schmidt, mit denen er seit der Gründung des „Holztrios“ geschätzte 500 bis 600 Auftritte absolvierte und seit der Premiere des Weihnachtskonzerts 2000 in Lomersheim alle Jahre wieder die Hallen füllt. Ein ausgesprochen besinnlicher Ausklang der Festtage ist in Ötisheim nicht zu erwarten, doch selbst wenn es das Publikum nicht auf Anhieb heraushören sollte: Bei Sänger und Gitarrist Harry Klenk wird, wenn er wieder in die Saiten greift, ein nachdenklicher Ton mitschwingen. „Das vergangene Jahr lässt einen manche Dinge doch anders sehen“, sagt er rückblickend. „Und Weihnachten ist ohnehin die Zeit, in der man sich ins Bewusstsein ruft, was wirklich wichtig ist.“

„Ich hielt mich für einen gestressten Menschen, bis ich merkte, dass die Krankheit den Stress macht“

Familie, Freunde, Fans – nach Jahren, in denen er sich getrieben und gestresst fühlte und erst spät erkannte, dass die Krankheit der eigentliche Stressfaktor war, bot die Operation – kurz nach einem beruflichen Wechsel nach Wörth am Rhein – die Gelegenheit zum Neuanfang, der sich auch in den ersten öffentlichen Auftritten auf anderem künstlerischen Gebiet Ausdruck verschaffte: „Farbkleckse“ nannte Klenk Ende Mai, in der guten Tradition des „Holztrios“, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, seine Ausstellung im Mühlacker Krankenhaus. Zurzeit sind seine Bilder im Ärztehaus Vaisana in Vaihingen zu sehen, und allein schon die Schauplätze zeigen, wie eng die Verbindung zur medizinischen Abteilung geworden ist.

Den Spruch, wonach die Gesundheit mit das Wichtigste im Leben ist, wird der gebürtige Mühlackerer, der in Ötisheim wohnt, sofort unterschreiben. 15 Kilogramm hat Harry Klenk seit der OP wieder zugelegt, die Rücksicht auf das große Hobby Musik genommen hat: Der Chirurg setzte auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten seine Schnitte so, dass der weiterhin ohne Probleme Gitarre spielen kann.

„Wenn 1200 oder 1300 Leute

begeistert mitmachen,

ist das unvergleichlich“

Mit sieben Jahren hat der Speditionskaufmann, der einst die Heidenwäldle-Grundschule und Schillerschule besuchte und bei der Firma Craiss seine Ausbildung machte, seine erste Gitarre und seine ersten Unterrichtsstunden – damals noch ganz klassisch – erhalten. Als 13-jähriger Konfirmand spielte Klenk in der ersten Band namens „Kalium“, machte mit 18 die ersten Aufnahmen, richtete wenige Jahre später das erste eigene Tonstudio ein. Er spielte in der Band „Etranger“ und machte sich ab Anfang der 1990er Jahre zehn Jahre lang mit „You“ bundesweit einen Namen. Doch während sich diese Formation Anfang des Jahrtausends auflöste und für November 2012 ein Revival-Konzert in Pforzheim plant, hatte das „Holztrio“ mit Frank Schmidt und Manne Wirth Bestand. „Wir hätten selbst nicht geglaubt, dass der Erfolg so lange anhält“, sagt Harry Klenk.

Für Ötisheim verspricht der Musiker, der Heiligabend mit der Familie verbringt und den ersten Weihnachtsfeiertag bewusst ruhig angehen will, die bewährte „Holztrio in Rock“-Atmosphäre, begleitet von den „Elektrischen 4“ und von musikalischen Gästen, garniert mit 15 neuen Stücken, die in der Erlentalhalle ihre Premieren erleben. Weihnachtsgeschenke macht sich das „Holztrio“ gegenseitig keine, empfindet stattdessen das Konzerterlebnis als Geschenk fürs Publikum und für die Band. „Wenn 1200 oder 1300 Leute begeistert mitmachen, ist das unvergleichlich“, sagt Klenk. Froh darüber, dass sich nach allem, was sich für ihn persönlich verändert hat, eines wieder beim Alten ist: ein Weihnachtsfest mit X-Mas-Rock auf der Bühne.

Das X-Mas-Rock-Konzert in der ÖtisheimerErlentalhalle, präsentiert vom Mühlacker Tagblatt und unterstützt vom Handballclub Blau-Gelb, der auch bewirtet, beginnt am zweiten Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember, um 20 Uhr. Es gibt noch Restkarten an der Abendkasse.

Weiterlesen
Wir können Calmbach knacken

Wir können Calmbach knacken

Knittlinger Handballer geben sich vor dem Heimspiel gegen den Spitzenreiter optimistischDie Handballer des TSV Knittlingen bekommen Besuch vom Spitzenreiter der 1. Kreisliga. Der TV Calmbach ist am Sonntag um 18… »