Bernd Kirchstetter löst Volker Rudel ab

Erstellt: 30. Mai 2006, 00:00 Uhr
Bernd Kirchstetter löst Volker Rudel ab Volker Rudel. Foto: Fotomoment

Überraschender Trainerwechsel beim TSV Maulbronn – Grund: Ein medizinischer Eingriff beim Noch-Coach:

Überraschender Trainerwechsel beim TSV Maulbronn: Bernd Kirchstetter übernimmt das Amt von Volker Rudel, der sich einem medizinischen Eingriff unterziehen muss und deshalb mehrere Monate ausfallen würde. TSV-Abteilungsleiter Marco Wildrich musste blitzschnell reagieren und sicherte sich die Dienste des ehemaligen VfB-Profis. Heute Abend leitet Rudel das Abschlusstraining, im Anschluss wird der neue Mann der Mannschaft vorgestellt.

VON MIRKO BÄHR

Eigentlich wollte Volker Rudel seine angefangene und durchaus erfolgreiche Arbeit bei den Klosterstädtern fortführen. „Die Mannschaft hat Potenzial“, erklärte er immer wieder. Jetzt also der unfreiwillige Ausstieg. „Das geht nicht anders“, erklärt Rudel, der wegen eines medizinischen Eingriffs im August rund drei Monate nicht zur Verfügung stehen würde. „Der Termin musste kurzfristig festgelegt werden“, so der TSV-Coach, der nur schweren Herzens sein Amt niederlegt. Platz neun sprang für seine Mannschaft am Ende der Saison heraus. „Das ist doch okay, schließlich haben uns viele vor der Saison als Absteiger gehandelt.“

 Sein Nachfolger ist kein Unbekannter. Bernd Kirchstetter, derzeit noch in Diensten der SG Ölbronn-Dürrn, wird künftig in der Klosterstadt das Zepter schwingen. „Wir haben beim FCP zusammen gespielt und auch schon beruflich zusammen gearbeitet. Ich kenne ihn als Kollege und Mitspieler“, so Rudel, der Kirchstetter als „Fachmann“ bezeichnet, der noch dazu sehr ehrgeizig sei. Rudel glaubt fest daran, dass der neue Coach „etwas bewegen“ kann, schließlich könne er in Maulbronn in Ruhe arbeiten. „Ich sehe das positiv“, erklärt der scheidende Coach, dem es wichtig gewesen sei, dass nach seinem Weggang kein „Vakuum“ entstehe.

 Marco Wildrich musste vor gut zwei Wochen schnell handeln. „Wir mussten uns kurzfristig überlegen, was wir machen“, so der 41-Jährige. Klar sei, dass man mit der Arbeit von Volker Rudel sehr zufrieden gewesen ist. Es habe keinerlei Grund zum Wechseln gegeben. Allerdings machte die unumgängliche Operation den Planungen einen Strich durch die Rechnung. Wildrich lässt wissen, dass logischerweise die Gesundheit vorgehe und man deshalb auch keinerlei Groll gegen Rudel habe. Im Gegenteil: „Er war von der ersten bis zur letzten Minute sehr engagiert und immer bestens vorbereitet“, lobt Wildrich.

 Nun geht es mit Bernd Kirchstetter in die neue Spielzeit. „Ein guter Mann“, so der TSV-Abteilungsleiter, der mit dem Pforzheimer mindestens zwei bis drei Jahre zusammenarbeiten wolle. „Das ist die Basis, so planen wir auf alle Fälle. Ich bin sicher, dass wir bestens harmonieren werden“, sagt Marco Wildrich, der das Team über diesen überraschenden Schritt informierte. „Ich bin mir sicher, das wir das Team zusammenhalten werden. Natürlich war die Mannschaft geschockt, aber dann wollten sie so schnell als möglich den neuen Trainer kennen lernen.“

 Der freut sich schon auf die neue Aufgabe. Nach dem dreijährigen Engagement bei der SG Ölbronn-Dürrn ist Kirchstetter voller Tatendrang. „Ich denke, dass es eine sehr anspruchsvolle Aufgabe ist“, macht der 38-Jährige deutlich. Der neunte Schlussrang, den der TSV Maulbronn in der Kreisliga erreichte, sei „sehr hoch einzuschätzen“. Sein Vorgänger habe einen „guten Job“ gemacht.

 Eigentlich wollte sich Bernd Kirchstetter erst einmal ganz auf den Beruf konzentrieren. Dass er am Ende dann doch „Ja“ sagte, lag an den fruchtbaren Gesprächen, die er mit Marco Wildrich und Volker Rudel führte. Außerdem: „Ich wollte einfach auch mal höherklassig trainieren.“ Heute Abend verabschiedet sich Volker Rudel nach der letzten Trainingseinheit von der Mannschaft. Bernd Kirchstetter stellt sich im Anschluss dem Team vor. Einen Wunsch hat der neue Mann: „Ich hoffe sehr, dass alle zusammenbleiben.“

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