Beinahe Waffengleichheit

Erstellt: 29. April 2011, 00:00 Uhr
Beinahe Waffengleichheit Der Einsatz des Illingers Matthias Stocker (vorne li.), der im Hinspiel zwei Tore schoss, und von Nico Gatsas (vorne re.) ist fraglich. Bei Phönix fehlt vermutlich Sören Brüstle (hinten li.), Timo Hagenbuch (hinten Mitte) fehlt wegen einer Familienfeier. Archivfoto: Eigner

Sowohl Phönix Lomersheim als auch der SV Illingen müssen im Derby auf einige Leistungsträger verzichten

Das Wetter war fürchterlich – diesbezüglich dürften sich Phönix Lomersheim und der SV Illingen beim Rückblick auf das Hinspiel einig sein. Das Resultat jener Partie in einem kalten Herbstschauer aber fanden sicherlich nur die Lomersheimer fürchterlich. Morgen gibt es das Wiedersehen.

Von Steffen-Michael Eigner

Mühlacker-Lomersheim. „Damals hatten wir nicht verdient, das Spiel zu gewinnen“, sagt Eberhard Carl im Rückblick auf die 2:1-Niederlage seiner Elf am 24. Oktober 2010 in Illingen. „Wir haben da nicht gut gespielt, obwohl es in der zweiten Halbzeit ein Spiel auf ein Tor war“, so der Lomersheimer Trainer. Allerdings hatte Phönix auch ein wenig Pech: Erst verletzte sich Sven Kamptmann, für den nach 35 Minuten Flavio Knapp kam. Der wiederum humpelte in der 55. Minute wieder vom Feld und wurde durch Jannik Wyrich ersetzt, der in der Winterpause zu den Sportfreunden Mühlacker wechselte. Außerdem verweigerte der Schiedsrichter Lomersheim einen Foulelfmeter, der wohl berechtigt gewesen wäre. Dennoch: Illingen hat damals im kalten, peitschenden Oktoberregen ein gutes Spiel gemacht, das räumt auch Eberhard Carl ein.

„Es geht nicht ums Prestige.  Es geht nur um drei Punkte.“

 „Schade, dass meine Mannschaft nicht immer so spielt“, mit diesen Worten fasste
Thomas Fritsch damals den Auftritt seiner Illinger Elf zusammen. Im morgigen Rückspiel sei Lomersheim klarer Favorit, betont Fritsch. „Allein vom Tabellenstand her.“ Lomersheim ist Dritter, Illingen belegt Rang acht. Doch Favorit war Lomersheim auch schon im Oktober. „Abgedroschene Phrase, aber ein Derby hat eben eigene Gesetze“, sagt der Illinger Coach lachend.

 Damals widerstand sein Team insbesondere in der zweiten Halbzeit dem Powerplay von Phönix Lomersheim und feierte schließlich nicht nur den zweifachen Torschützen Matthias Stocker, sondern auch die sensationelle Parade ihres Schlussmannes Matthias Rößler kurz vor dem Schlusspfiff. Morgen aber werden diese beiden Protagonisten vermutlich fehlen.

 Statt Rößler steht Stammkeeper Bernhard Mathes im Illinger Tor, der das Hinspiel wegen einer Schulterverletzung verpasste. Und eben mit der Schulter hat jetzt Matthias Stocker Probleme. Ein wenig Hoffnung hat Trainer Thomas Fritsch zwar noch, dass der junge Stürmer spielen kann, aber: „Im Zweifel werden wir kein Risiko eingehen.“ Auch Verteidiger Nico Gatsas hat seine Rippenprellung so gut wie auskuriert und könnte mit etwas Glück wieder einsatzbereit sein.

 Wieder dabei sind Matthias Pucci, Lukas Knödler und Patrick König, die vor gut einer Woche im Bezirkspokal-Halbfinale gegen den TV Pflugfelden noch wegen Urlaub und Studium fehlten. Doch auf die schon länger verletzten Oliver Lindauer, Oliver Rapp und Dominik Schmolck muss Illingen weiterhin verzichten. Aber auch bei Phönix fehlen wichtige Akteure.

 Noch immer brummt Mittelfeldregisseur Martin Maier die achtwöchige Rotsperre ab, die er nach seiner Tätlichkeit im Spiel beim TSV Bönnigheim am 27. März erhalten hat. Timo Hagenbuch fährt zu einer Familienfeier. Und bei Abwehrchef Sören Brüstle ist noch immer fraglich, ob er mit seinem lädierten Knie auflaufen kann. Es besteht also nahezu Waffengleichheit vor dem Prestigeduell.

 „Prestigeduell? Das habe ich meinen Jungs schon aus dem Kopf geschlagen“, hakt Eberhard Carl bei diesem Begriff sofort ein. „Diesen Samstag fällt keine Entscheidung. Es geht nicht um den Aufstieg. Es geht nicht gegen den Abstieg. Es geht auch nicht um die Ehre oder das Prestige. Es geht nur um drei Punkte – aber die wollen wir uns natürlich holen.“

 So ganz stimmt das natürlich nicht, wenn Carl behauptet, um den Aufstieg gehe es „erst am 4. Juni.“ Punkte, die man bis dahin hat liegen lassen, holt man eben auch im letzten Saisonspiel beim VfL Gemmrigheim nicht mehr. Will Phönix aufsteigen, darf es jetzt die Konkurrenten nicht davonziehen lassen. Und der Aufstieg ist das erklärte Ziel des Lomersheimer Trainers, der fast gebetsmühlenhaft fordert: „Jetzt dran bleiben. Nicht nachlassen. Noch eine Schippe drauflegen.“ Der aber auch spürt: „Die Mannschaft ist gut drauf.“

 An der Marschrichtung seiner Elf will er deshalb auch nichts ändern: „Wir müssen geduldig und geordnet spielen. Das ist das wichtigste.“ Aber eben auch mit dem nötigen Vorwärtsdrang.

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