Bauern kämpfen um ihre Felder

Erstellt: 1. Juli 2008, 00:00 Uhr
Bauern kämpfen um ihre Felder Hochwertige Ackerböden – oder doch Flächen für Industrie? Das Gebiet neben der Fuchsensteige nach Lomersheim rückt wieder in den Blickpunkt. Foto: Franz

Gemeinderatsfraktionen und Regionalverband diskutieren die Frage der Waldäcker-Erweiterung

Mühlacker –  Wenn, sagt Theo Bellon, dann doch lieber das Ziegelhäule/Hart. Der Stadtrat und Landwirt steht in der Diskussion um die Erweiterung der Waldäcker auf der Seite der betroffenen Bauern –  und lehnt den Sprung des Industriegebiets über die B10 ab.

VON THOMAS EIER
UND THOMAS SADLER

Im Bewusstsein, dass er damit auf Konfrontationskurs mit seinem Fraktionsvorsitzenden Günter Bächle geht, hält Bellon das Gebiet nahe Lienzingen für das kleinere Übel, wenn es darum geht, an anderer Stelle die wertvollen Ackerflächen zu erhalten. Wie allen Beteiligten ist dem CDU-Stadtrat, der seine frühere Zustimmung zum Stadtentwicklungsplan revidiert hat, längst klar: Wenn die gewünschte Erweiterung des Industriegebiets Waldäcker in Richtung Illingen am Einspruch des Nachbarn und des Regionalverbandes scheitern sollte, kommt es zum Schwur – und die Flächen an der Fuchsensteige in Richtung Lomersheim rücken wieder in den Fokus.

 Im Stadtteil ist diese prekäre Ausgangssituation bestens bekannt. Rechtzeitig vor dem heutigen Treffen der Fraktionssprecher mit den Vertretern des Regionalverbands warnt die Bürgerinitiative für Lomersheim eindringlich vor allen Plänen, die Waldäcker auf der anderen Straßenseite auszudehnen. „Der erfolgreiche Widerstand gegen den Ausbau der Fuchsensteige hat gezeigt, dass große Teile der Bevölkerung die Ausweitung des Gewerbegebiets nach Süden hin ablehnen“, schreibt Rudolf Fegert im Namen der Lomersheimer an den OB. „Eine weitere Zerstörung von Ackerflächen schadet nicht nur der Landwirtschaft, sondern gräbt auch der im städtischen Besitz befindlichen Biogasanlage das Wasser ab“, tritt Fegert für einen Erhalt der Anbauflächen ein. Rückendeckung erhält er durch Bauernverbands-Vize Bellon: „Die jungen Landwirte, die unter anderem das Material für die Biogasanlage liefern sollen, brauchen die Flächen.“

 Im Landwirtschaftsamt Enzkreis berichtet der Amtsleiter Jürgen Krepp von „ganz erheblichen Bedenken“ seiner Behörde gegen eine Erweiterung der Waldäcker in Richtung Süden: „Die dortigen Äcker gehören zu den besten Böden in Mühlacker.“ Laut dem Statistischen Landesamt sind die landwirtschaftlichen Flächen auf der Mühlacker Gemarkung in den vergangenen 20 Jahren um mehr als vier Prozent geschrumpft. Der Anteil der Felder und Futterwiesen an der Mühlacker Fläche ist von mehr als 52 auf unter 48 Prozent gesunken.

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