Bangha verabschiedet sich musikalisch

Erstellt: 30. Dezember 2006, 00:00 Uhr
Bangha verabschiedet sich musikalisch Zum Abschied gibt’s für Adalbert Bangha eine Urlaubsreise zur Insel Poel. Dazu wetterfeste Kleidung. Foto: Fotomoment

Lobende Worte für den scheidenden Bürgermeister aus Ölbronn-Dürrn – Er war 24 Jahre im Amt

Ölbronn-Dürrn – Mit einem festlichen Abend in der Ölbronner Gemeindehalle ist gestern Bürgermeister Adalbert Bangha offiziell verabschiedet worden. Er war 24 Jahre Schultes von Ölbronn und Dürrn. Zahlreiche Redner würdigten die Verdienste des Verwaltungsfachmannes. Für eine Überraschung sorgte die Gottlob-Frick-Gesellschaft. Der Kölner Operntenor Kevin Shen sang bei der Abschiedsfeier.

VON GERHARD FRANZ

Drangvolle Enge herrschte gestern Abend in der Ölbronner Gemeindehalle. So waren alle drei Landtagsabgeordneten des Enzkreises, Winfried Scheuermann (CDU), Thomas Knapp (SPD) und Dr. Hans-Ulrich Rülke (FDP) nach Ölbronn gekommen; ebenso Oberbürgermeister und Bürgermeister der Region. Auch ehemalige Weggefährten des Ölbronner Schultes waren zur Abschiedsfeier gekommen, darunter zahlreiche Vereins- und Kirchenvertreter aus Ölbronn und Dürrn; ebenso der Nachfolger von Adalbert Banga, Norbert Holme und seine Frau. Die Gäste begrüßte der stellvertretende Bürgermeister von Ölbronn-Dürrn, Martin Brunner.

 In Vertretung von Landrat Karl Röckinger sprach Landrat-Stellvertreter Wolfgang Herz. In seinem Grußwort zitierte er die deutsche Lyrikerin Ricarda Huch, die den Abschied wie folgt beschrieben hat: „Das Leben ist ein beständiges Abschiednehmen. Jeden Abend nimmt man von einem Tage Abschied, oft mit einem Seufzer der Erleichterung, oft auch mit Schmerzen.“ Wolfgang Herz: „Wie mag es dann wohl sein, wenn man von 8765 Tagen im Amt des Bürgermeisters Abschied nehmen muss? Der Landrat-Stellvertreter betonte, Adalbert Bangha sei „mit Leib und Seele“ Bürgermeister gewesen. Schon bei der Ausbildung für den gehobenen Verwaltungsdienst hieß es, er, Bangha, habe das „Zeug zum Bürgermeister“. Wolfgang Herz bescheinigte dem langjährigen Schultes von Ölbronn, dass er viel für die Gemeinde bewegt habe. Zu seinen besonderen Verdiensten gehöre, dass das Ortsteildenken nicht mehr so ausgeprägt sei. Herz: „Ihre Fähigkeiten zum Ausgleich war dabei sicher ein wesentlicher Erfolgsfaktor.“ Diese Eigenschaft habe Bangha auch in der Kreistagsarbeit von 1984 bis 1997 eingebracht. Zum Abschluss seiner Ausführungen bescheinigte der Vertreter des Landratsamt der Gemeinde Ölbronn-Dürrn „einen hervorragenden Stand der Aufgabenerfüllung“. Als sichtbare Anerkennung des Enzkreises überreichte Landrat-Stellvertreter Wolfgang Herz die große Heynlin-Medaille an Adalbert Bangha. Im Namen der Kirchen sprach der evangelische Pfarrer von Dürrn, Samuel Goerke. Der Seelsorger hob in seinem Grußwort besonders die gute Zusammenarbeit zwischen den kirchlichen Stellen und der bürgerlichen Gemeinde hervor. Zum Abschied überreichte er dem langjährigen Bürgermeister einen Leinenbeutel, auf dem die Ölbronner Kirche abgebildet ist. Außerdem hatte er ein kirchliches Losungsbüchlein und ein weiteres Buch als Geschenk mitgebracht.

Sehr persönlich gehaltene Ansprachen

In einer sehr persönlich gehaltenen Rede dankte der Vorsitzende des TSV Ölbronn, Dieter Klimpke, im Namen aller örtlichen Vereine dem scheidenden Bürgermeister. Er bescheinigte eine gute Zusammenarbeit mit Adalbert Bangha, „auch wenn die Interessenlage oftmals gegensätzlich war“. Bangha habe es verstanden, „auf die Leute zuzugehen und das Gespräch zu suchen“. Dieter Klimpke: „Er war mit Leib und Seele Bürgermeister.“

 Ebenfalls in sehr persönlichen Worten erinnerte sich der stellvertretene Bürgermeister und Gemeinderat, Martin Brunner, an die gemeinsame Zeit mit Adalbert Bangha. Der scheidende Verwaltungsfachmann habe in der Gemeinde „sehr viel bewegt“. Als Geschenk der Gemeinde erhielt die Familie Bangha einen 14-tägigen Aufenthalt auf der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern.

 Für eine Überraschung sorgte der Vizepräsident der Gottlob-Frick-Gesellschaft, Hans A. Hey. Er hatte den Nachwuchstenor Kevin Shen mitgebracht. Der 28-jährige Chinese vom Opernhaus Köln sang zwei Arien. Erst nach einer Zugabe konnte er die Bühne verlassen. Am Flügel wurde er von Professor Peter Braschka begleitet.
 Mit bewegten Worten verabschiedete sich Adalbert Bangha „von seiner Gemeinde“. Nicht Vorzeigeobjekte seien wichtig, sondern ein gutes Miteinander innerhalb der Bürgerschaft. Ein besonderer Dank galt seiner gesamten Familie. Seiner Frau Inge überreichte er einen Blumenstrauß.

 Nach einer Pause griff der „singende Bürgermeister Adalbert Bangha“ selbst zur Gittare. Unter anderem sang er zusammen mit seiner Tochter Katrin. Für Stimmung sorgten auch die Jazz Crackers und weitere Musikanten. Nach dem musikalischen Teil gab’s noch viel zu erzählen.

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