Bahn-Sanierung blockiert Dorffest

Erstellt: 9. April 2008, 00:00 Uhr
Bahn-Sanierung blockiert Dorffest In Gefahr? Was den traditionellen Erntedank-Umzug im Dorfanger betrifft, bleiben die Ölbronner noch gelassen. Foto: Archiv

Landratsamt untersagt die Sperrung der Ölbronner Ortsdurchfahrt – Vereine nehmen 2009 neuen Anlauf

Ölbronn-Dürrn – Die Ölbronner Vereine wollten in diesem Jahr eine Premiere feiern – mit dem ersten gemeinsamen Fleckenfest im Dorfanger. Doch für die viel versprechenden Pläne hat sich ein unerwartetes Hindernis ergeben: Indirekt blockiert die Bahn die Festivitäten.

VON GERHARD FRANZ

Als Termin für die zweitägige Veranstaltung im Ölbronner Ortskern war bereits der 24. und 25. Mai ins Auge gefasst. Der weitläufige Dorfanger, so die Überlegung der Vereine auf der Suche nach neuen Einnnahmequellen, biete die idealen Möglichkeiten für ein ansprechendes Dorffest. Dass die Ortsdurchfahrt aus diesem Anlass an den beiden Tagen für den Verkehr gesperrt werden müsste, galt zunächst nicht als eine unüberwindliche Hürde.

 Grundsätzlich ist das Landratsamt Enzkreis als die zuständige Verkehrsbehörde auch durchaus bereit, für ein Fleckenfest die Genehmigung für eine Sperrung der durch Ölbronn führenden Landesstraße zu erteilen. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Weil in der Zeit zwischen Mai und Oktober die Bahnstrecke von Mühlacker nach Bruchsal für eine grundlegende Sanierung gesperrt wird, gerät das Ölbronner Dorffest für dieses Jahr aufs Abstellgleis.

 Der Ausfall des Schienenverkehrs muss über zusätzliche Busverbindungen aufgefangen werden – und die führen unter anderem durch Ölbronn. „Eine Umleitung ist in dieser Zeit nicht möglich. Die Bahn setzt unter anderem lange Gelenkbusse ein, die auch nicht einfach durch ein Ölbronner Wohngebiet fahren können“, bedauert der Leiter des Verkehrsamtes Enzkreis, Wolfgang Rittmann. Die einzige Chance hätte darin gelegen, ergänzt er, die Veranstaltung bereits vor der Sperrung der Bahnlinie anzusetzen. Doch aus Sicht der Vereine ist das weder machbar noch sinnvoll. Also liegen die Festpläne erst einmal auf Eis.

 Die Idee eines gemeinsamen „Fleckenfestes“ sei bei einer Terminbesprechung der örtlichen Vereine aufgekommen, berichtet der Vorsitzende des Liederkranzes Ölbronn, Thomas Schrenk. Rasch habe Einigkeit darüber geherrscht, dass ausschließlich der großzügige Gemeindeanger als Standort infrage komme.

 Der Vereinsvorsitzende zeigt trotz einer gewissen Enttäuschung unter den Organisatoren Verständnis für die Entscheidung der Verkehrsbehörde. Zumal während der Bauarbeiten an der Bahnstrecke auch die Brücke, die bei Maulbronn-West über die Schienen führt, saniert werde und für den Verkehr gesperrt sei. So wären die Voraussetzungen für eine Großveranstaltung, die auch die Besucher von außerhalb anlocken soll, ohnehin nicht die besten gewesen.

 Diese Auffassung vertritt auch Joachim Neuhaus, der Vorsitzende des rund 340 Mitglieder zählenden Musikvereins. Schon seit Jahren gebe es unter den Vereinen und Institutionen in Ölbronn die Überlegung, ein gemeinsames Fest auszurichten. Es sei kein Beinbruch, dass die Umsetzung der Pläne noch ein Jahr warten müsse. Mit der Alternative, das Fest nicht im Ortskern, sondern im Unterdorf auszurichten, hättern sich die Vereine nicht anfreunden können, informiert Neuhaus. Wie sein Kollege Schrenk geht er aber fest davon aus, dass das Ölbronner Dorffest im kommenden Jahr endgültig seine Premiere feiert.

 Die Ortsdurchfahrt ist allerdings auch der Schauplatz der größten und traditionsreichsten Veranstaltung in Ölbronn, dem Umzug im Rahmen des Erntedankfests. Droht hier ebenfalls Gefahr? „Darüber haben wir uns noch keine endgültige Meinung gebildet“, zeigt sich Hauptamtsleiter Peter Christ noch gelassen. Seine Hoffnung: Die Arbeiten an der Bahnlinie könnten eventuell schneller beendet sein als geplant. Erst im Spätsommer könne daher konkret besprochen werden, wie der Erntedank-Umzug 2008 über die Bühne gehe.

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