Averna schließt seine Pforten

Erstellt: 30. Oktober 2010, 00:00 Uhr
Averna schließt seine Pforten Ein Hauch von Wehmut: Am Freitag nächster Woche wird Barkeeper Lukas Wieczorek im Bistro-Restaurant „Averna“ seinen letzten Drink ausschenken. Foto: Fotomoment

Betreiber Hans-Dieter Ezel sucht vergeblich einen Nachfolger

Von Thomas Eier

Mühlacker. In Mühlacker geht eine kleine gastronomische Ära zu Ende. Das Bistro-Restaurant „Averna“ an der Vetterstraße schließt nach 13 Jahren seine Pforten. Am nächsten Freitag ist zum letzten Mal geöffnet.

 „Traurig“, sagt Betreiber Hans-Dieter Ezel, doch sei dieser Schritt für ihn nicht zu vermeiden. Dabei spielten verschiedene Gründe mit hinein. Eine Gastronomie unter schwierigen Rahmenbedingungen erfolgreich zu betreiben, erfordere einen hohen persönlichen Einsatz, sagt der 66-Jährige. Trotz mehrjähriger Suche habe sich kein passender Nachfolger finden lassen, der das bewährte Konzept fortsetze. „Das ,Averna‘ hat ein sehr gutes Publikum, alle Altersklassen sind vertreten.“

 Generell seien die Zeiten in der Erlebnisgastronomie nicht leicht, stellt Ezel fest. Zum hohen Arbeitsaufwand komme der erhöhte Mehrwertsteuersatz, unter dem die Gäste wie die Gastgeber gleichermaßen litten. Auch hätte er sich persönlich gewünscht, dass unter seinen Gästen, die teilweise aus dem weiteren Umland anreisen, die Mühlackerer selbst noch stärker vertreten gewesen wären.

 Für einen entscheidenden Einschnitt („Ein Sargnagel“) hält Ezel die Einführung des Rauchverbots in Baden-Württemberg, das seit 2007 greift und gerade für ein Restaurant mit Bistro-Ambiente wie das „Averna“ weitreichende Folgen habe. Als „Raucherzimmer“ hat Hans-Dieter Ezel mangels baulicher Alternativen dauerhaft ein kleines Festzelt vor der Tür des Lokals installiert. Dadurch aber, dass die Gruppen mit Rauchern nach draußen drängten, habe die Atmosphäre im Lokal gelitten. „Dabei haben wir damals bewusst in eine besonders leistungsfähige Lüftungsanlage investiert“, beklagt Ezel. Beschwerden von Nichtrauchern habe es bei ihm nie gegeben.

 Das modern und stilvoll eingerichtete „Averna“ war mit seinem Konzept, einer Mischung aus klassischem Speiserestaurant und flottem Musik-Bistro, nach seiner Eröffnung auf Anhieb zu einem beliebten Anlaufpunkt für Gäste verschiedener Generationen geworden; darunter viele junge Leute, die in der warmen Jahreszeit den Biergarten bevölkerten. Doch wie in anderen Lokalen mit Außenbewirtung litt auch hier die Stimmung unter den zuletzt verregneten Sommern.

 „Am Lokal liegt es nicht“, ist Hans-Dieter Ezel, der in unterschiedlichen Schichten ein Team von 15 Teilzeitkräften einsetzt, von seinem Konzept nach wie vor überzeugt. Umso mehr blutet ihm das Herz beim Gedanken, dass das „Averna“ an der Vetterstraße in einer Woche Geschichte ist.

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