Automaten mit Tickets und Tücken

Erstellt: 30. Mai 2007, 00:00 Uhr
Automaten mit Tickets und Tücken Kennt sich am Automat aus: Brunhilde Fränkle vom Bus & Bahn Team. Foto: Goertz

 Bus & Bahn-Team schult auf dem Mühlacker Bahnhof – 50 interessierte Zuhörer

Mühlacker – Regio x, Länderticket, Tarifdschungel, VVS, KVV und VPE – bei einer Schulung des Bus & Bahn- Teams am Mühlacker Bahnhof haben sich gestern über 50 Bürger in die Geheimnisse der Fahrkartenautomaten einweihen lassen.

VON FRANK GOERTZ

Dabei hatten selbst die Instruktoren mit den Tücken der Ticketmaschinen zu kämpfen. „Die Automaten sind eigentlich ganz einfach“, findet Brunhilde Fränkle vom Bus & Bahn-Team, die mit 55 als Bahnbeamtin in den Vorruhestand geschickt wurde, weil die Automaten auch ihren Arbeitsplatz überflüssig gemacht haben. „Die Leute haben aber Angst, kein passendes Geld und werden schnell nervös“, hat sie beobachtet.

 Über 3000 Menschen haben die Ehrenamtlichen vom Bus & Bahn-Team in den vergangenen zwei Jahren geholfen, sich besser an den Automaten zurechtzufinden. Wobei die meisten nicht unbedingt ein Problem damit haben, eine Fahrkarte zu bekommen – vorausgesetzt der Automat ist nicht defekt –, sondern ein Problem damit, die richtige, sprich günstigste Fahrkarte zu lösen. Die Ticketautomaten sind nämlich moderne Multi-Options-Maschinen. Allerdings mit Tücken, etwa wenn sie falsch programmiert sind, die Tasten klemmen oder kein Restgeld ausspucken.

 Davon abgesehen, haben die Helfer des Bus & Bahn-Teams festgestellt, fehlen vielen Bahnkunden die nötigen Infos. Etwa, dass ein 24-Stunden-Ticket günstiger sein kann als eine Hin- und Rückfahrkarte. Oder bei Gruppen ein Baden-Württemberg-Ticket oft billiger kommt als ein Haufen Einzelfahrscheine. „Sich immer informieren, immer rechnen“, hat Brunhilde Fränkle einen durchaus schwäbischen Ratschlag parat. „Es gibt ständig Neuerungen“ ergänzt ihre Mitstreiterin Marliese Sattler, die an „ihrem“ Automaten selbst mit den Tücken des Objekts konfrontiert wird. Etwa bei der Demonstration ihres gut gemeinten Spar-Tipps, bei häufigen Fahrten nach Karlsruhe sich doch ein „City-Quattro-Ticket“ (dt: Viererkarte) zuzulegen. Erst verlangte der Automat die Eingabe von Kennziffern, um dann gänzlich die City-Quattro-Karte zu bestreiken. Wofür der Bahnkunde eigentlich nichts kann. Aber: „Sie sind dafür verantwortlich, dass Sie ein gültiges Ticket haben. Sonst müssen Sie Strafe zahlen“, warnt Sattler und gibt zu: „Das ist in Zeiten, in denen immer mehr Bahnschalter geschlossen werden, nicht immer einfach.“ Aber in Einzelfällen spuckt der Automat sogar falsche Tickets aus, und der Fahrgast wird so – juristisch betrachtet – zum Schwarzfahrer und ist auf das Verständnis des Schaffners angewiesen. „Die Automaten werden in Leipzig für das ganze Bundesgebiet programmiert. Dabei können Fehler auftreten“, weiß Sattler. Dass sie allerdings kein Wechselgeld ausspucken oder keine großen Scheine nehmen, ist jedoch eine andere Tücke, die sich zum Glück leicht umschiffen lässt. „Ich habe auf dem Geldkartenchip meiner EC-Karte immer ein Guthaben, mit dem ich meine Bahn-Tickets passend bezahlen kann“, berichtet Marliese Sattler.

 Dabei sind die Sparmöglichkeiten auch an den Fahrkarten-Automaten enorm, wenn die richtigen Optionen gewählt werden. Etwa mit dem Baden-Würrtemberg-Ticket mit fünf Personen hin und zurück für 27 Euro nach Friedrichshafen – 5,40 Euro pro Person. „Noch günstiger geht es ja wohl nicht“, findet die ehemalige Bahnmitarbeiterin Brunhilde Fränkle.

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