Austrocknung war nicht beabsichtigt

Erstellt: 29. August 2008, 00:00 Uhr
Austrocknung war nicht beabsichtigt Kein Bild aus der Sahelzone, sondern vom Maulbronner Rossweiher, der fast völlig ausgetrocknet ist. Foto: Tilo Keller

Panne am Rossweiher – Fische vorher entnommen.

Maulbronn – Das weitgehende Austrocknen des Rossweihers löst in Maulbronn seit Tagen Aufregung aus. Das verantwortliche Regierungspräsidium Karlsruhe hat indes offenbar kein Patentrezept gegen die Panne.

VON THOMAS SADLER

Der Wasserstand des Rossweihers sei im Juni bis auf ungefähr ein Drittel abgesenkt worden, bestätigte gestern Konrad Weber, Sprecher des Regierungspräsidiums, dessen Referat Naturschutz und Landschaftspflege für die so genannte Teilsömmerung zuständig ist. Diese Teilsömmerung – im Klartext: teilweises Ablassen des Wassers – soll dafür sorgen, dass seltene Pflanzenarten gedeihen können. Darüber hinaus profitieren nach Auffassung der staatlichen Naturschützer auch verschiedene Tierarten von der Maßnahme.

 Doch die zweifellos gut gemeinte Sache ist anders ausgegangen als beabsichtigt. Statt 30 Prozent des Wassers weist der einstige Teich nurmehr eine Pfütze auf und gleicht stellenweise einer kraterartigen Mondlandschaft.

 „Die Austrocknung war nicht beabsichtigt“, betont Behördensprecher Weber. Dass es doch soweit gekommen sei, liege nicht zuletzt daran, dass der Rossweiher ein flaches Gewässer sei, dessen nasser Inhalt rasch verdunste. Hinzu komme, dass er ein „Himmelsteich“ sei, also nicht über Zuflüsse gespeist werde, sondern Nachschub lediglich von oben bekomme. Womit das Regierungspräsidium wohl auf baldige Regengüsse hoffen dürfte.

 Der Fischbesatz sei vor dem Absenken des Wasserpegels herausgenommen worden, versucht Konrad Weber besorgte und entrüstete Kritiker zu beruhigen. Deren Behauptung, „Tausende von Amphibien sterben“, konnte er am Donnerstag weder dementieren noch bestätigen. Er gehe allerdings davon aus, dass etliche Kleinstamphibien gewissermaßen umgezogen seien und das Biotop gewechselt hätten. Im Übrigen könnten sich diese Lebewesen auch in feuchtem Schlamm halten.

 Im Oktober oder November erfolge die „Bespannung“, auf Deutsch: der auf dem Trockenen liegende Rossweiher wird wieder aufgefüllt. Ob gegen die Folgen der unbeabsichtigten Austrocknung schon vorher Gegenmaßnahmen – zum Beispiel eine Wasserzufuhr aus dem Tiefen See – ergriffen werden, um weitere Folgen zu verhindern, konnte der Sprecher gestern nicht sagen. Der behördeninterne Experte befinde sich in dieser Woche im Urlaub.

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