„Austausch mit der Basis ist wichtig“

Erstellt: 7. September 2011, 23:00 Uhr
„Austausch mit der Basis ist wichtig“ Ingo Rust (4.v.re.) informiert sich über das Gründer- und Innovationszentrum.

Sternenfels. Bürgermeisterin Sigrid Hornauer, Gemeinderäte und Vertreter des SPD-Ortsvereins stellten dem hochrangigen Gast aus dem neuen „Superministerium“ ihre Gemeinde vor, zeigten aber auch auf, wo die Kommune „der Schuh drückt“ und Unterstützung aus der Politik erwartet wird.

Sternenfels ist einmalig mit seinen zahlreichen modellhaften und erfolgreichen Projekten – und steht mit seinen Problemen doch auch wieder exemplarisch für viele andere Kommunen im ländlichen Raum. Das vermittelte Bürgermeisterin Sigrid Hornauer ihrem Gast aus Stuttgart bei seinem Besuch in der Stromberggemeinde. Als Abgeordneter des benachbarten Wahlkreises Eppingen zeigte sich Ingo Rust mit der Gemeinde vertraut: „Ich kenne das KommIn und die Sandbauernstube, schon im Wahlkampf Anfang des Jahres habe ich gute Kontakte zum hiesigen Ortsverein und zu Gerhard Schollenberger als Vorsitzenden geknüpft“, sagte er.

Dennoch zeigte sich Ingo Rust von Sigrid Hornauers Präsentation des „Sieben-Sterne-Dorfes Sternenfels“ und insbesondere dem Rundgang durch das Gründer- und Innovationszentrum TeleGis beeindruckt. „Man muss in Baden-Württemberg schon eine Weile suchen, bis man in einer Gemeinde dieser Größe eine solch beispielhafte Einrichtung findet. Das ist Wirtschaftsförderung im besten Sinne“, lobte der Wirtschafts-Staatssekretär nach einem Rundgang mit Kurt Bickel von der TeleGis Geschäftsführung, bei dem unter anderem Gabriele Hildwein die Akademie Sternenfels und Manuel Pérez sein „Ausbildungszentrum für Technik“ vorgestellt hatten.

Dass Sternenfels auch in vielen andern Bereich „überdurchschnittlich“ ist, führte Bürgermeisterin Hornauer in ihrer Gemeindevorstellung aus. Allerdings betonte sie auch, dass eben dies für die Gemeinde auch eine stetige finanzielle Herausforderung ist – wie auch für viele andere kleinere Kommunen im ländlichen Raum.

„Bei der Umsiedlung oder Erweiterung von Gewerbebetrieben sind wir beispielsweise nach wie vor auf Mittel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum angewiesen“, sagte sie.

Außerdem sprach Hornauer das Thema Kinderbetreuung an. „Uns ist es wichtig, eine familien- und kinderfreundliche Kommune zu sein“, formulierte sie die Sternenfelser Position. Und: „Gerade im Betreuungsbereich ist vieles wünschenswert und auch machbar – aber man muss es sich eben leisten können. In diesem Bereich wünschen wir uns eine umfangreichere finanzielle Unterstützung durch das Land“, sagte sie.

Staatssekretär Rust zeigte Verständnis für die Probleme und Forderungen. „Ziel der neuen Regierung ist es, den ländlichen Raum zukunftsfit zu machen“, sagte er. Und ihm sei klar, dass die Kommunen hier auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind. „Das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum wird als Förderinstrument erhalten bleiben, allerdings wird ein neuer Schwerpunkt im Bereich Ressourcenschonung gesetzt. Und im Bereich Kinderbetreuung wird es künftig so sein, dass wir individuelle, schlüssige und hochwertige Konzepte, die in einer Gemeinde entwickelt wurden, finanziell unterstützen wollen. Wir wollen keine Konzepte von oben aufdrücken, sondern das unterstützen, was die einzelnen Kommunen brauchen.“ Dazu sollen die Kommunen künftig mehr Geld erhalten. „Wir werden ab dem 1. Oktober die Grunderwerbssteuer erhöhen.“ An einem Ausgleich für junge Familien werde gearbeitet.

Mit dem Meinungsaustausch mit der Bürgermeisterin und den Gemeindevertretern zeigte sich der Staatssekretär zufrieden: „Der Austausch mit der Basis und den Vertretern vor Ort ist mir wichtig.“

Am Abend war Staatssekretär Ingo Rust noch Gastredner bei einer Informations- und Diskussionsveranstaltung des Sternenfelser SPD-Ortsvereins in der Sandbauernstube. Vor etwa 50 Zuhörern zog Rust dort Bilanz über „Die ersten 100 Tage der neuen Landesregierung – der Wechsel hat begonnen“.

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