Außerhalb der Ferien gibt es ein Chaos

Erstellt: 28. September 2006, 00:00 Uhr

 Gemeinderat möchte Sanierung der Enzstraße auf 2007 verschieben – Feste Zusage des Landes eingefordert

Mühlacker – Nicht ohne Bedenken haben sich die Mühlacker Gemeinderäte am Dienstagabend dazu entschlossen, die Sanierung der Enzstraße auf das nächste Jahr zu verschieben.

VON THOMAS EIER

„Auf keinen Fall“, brachte Harald Töltl das latente Misstrauen im Gremium auf den Punkt, „dürfen finanzpolitische Spielchen dafür sorgen, dass wir die Straße am Ende gar nicht bekommen.“ In diesem Fall, meinte der SPD-Sprecher, sei es sogar besser, die Sanierung noch im Herbst über die Bühne zu bringen und ein Verkehrschaos zu riskieren. „Dann muss man halt unbürokratisch ein paar Schlupflöcher für den Verkehr aufmachen“, schlug Karin Münzmay, Stadträtin aus Dürrmenz, vor.

 Wie mehrfach berichtet, war die Reparatur des maroden Fahrbahnbelags auf dem Teilstück der Landesstraße 1134 ursprünglich bereits für die Sommerferien 2006 angekündigt. Dann aber zog das Land andere Straßenbauprojekte vor, und das Regierungspräsidium wollte die Sanierung auf den Herbst verschieben. Allerdings wird die Baustelle auf volle drei Wochen angesetzt, womit die eine Woche Herbstferien bei Weitem nicht ausreichen würde. Außerhalb der Ferien aber, warnte Bürgermeister Hans-Jürgen Pisch, „gibt es ein Chaos im Schulbusverkehr. Dann bricht unser komplettes System zusammen.“

 „Es geht nur in den Sommerferien“, stimmte Rolf Leo, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler aus Dürrmenz, zu. Er verwies auf die Bedeutung der täglich von 18000 Fahrzeugen passierten Enzstraße und auf den starken Verkehr in den morgendlichen Stoßzeiten. Eine Sperrung an normalen Werktagen sei unmöglich.

  Andererseits: Wenn 2007 das Land kein Geld für die Enzstraße bewilligt, könnte die Stadt am Ende mit Schlaglöchern und leeren Händen dastehen. Günter Bächle (CDU) erinnerte in diesem Zusammenhang an einen Bericht im Mühlacker Tagblatt, worin CDU-Landtagsabgeordneter Winfried Scheuermann wegen eines Fragezeichens hinter den Länderfinanzen dringend vor einer Verschiebung des Projekts gewarnt hatte. Hans-Jürgen Pisch verwies auf eine mündliche Auskunft aus dem Regierungspräsidium. „Demnach hat die Sanierung schon bis jetzt hohe Priorität genossen – und je mehr bis nächsten Sommer kaputt ist, desto dringlicher wird die Reparatur. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Land uns hängen lässt.“

 Auf puren Optimismus wollte sich CDU-Fraktionschef Günter Bächle dennoch nicht verlassen. Er drängte auf eine verbindliche, schriftliche Zusicherung aus dem Regierungspräsidium, dass das Geld für die Sanierung auch im nächsten Jahr fließen und keinen Einsparungen von Seiten des Landes zum Opfer fallen wird.

 Die Rathausspitze mit Oberbürgermeister Arno Schütterle wird sich nun um eine solche verlässliche Zusage bemühen. Auch die nächsten Pfingstferien als Termin der Straßensanierung wurden am Dienstagabend nicht ausgeschlossen.

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