Aus Not wird nicht auf Anhieb Tugend

Erstellt: 26. August 2008, 00:00 Uhr
Aus Not wird nicht auf Anhieb Tugend Maulbronns Trainer Bernd Kirchstetter weiß zwar, wo es langgehen soll. Aber bis seine unerfahrene Mannschaft es umsetzen kann, liegt wohl noch viel Arbeit vor ihm. Foto: Eigner

TSV Maulbronn steht vor harter Saison – Viele ganz junge Spieler im Kader – Brigadir beendet Karriere

Diese Saison wird für uns härter als die letzte.“ Das prophezeit Bernd Kirchstetter, der Trainer des Fußball-A-Ligisten TSV Maulbronn. Das würde nichts Gutes bedeuten. Nämlich Abstiegskampf pur. Bereits in der abgelaufenen Spielzeit war der Klassenerhalt erst am vorletzten Spieltag gesichert worden. Und die Vorzeichen sind für die neue Runde nicht besser geworden. Im Gegenteil.

VON STEFFEN-MICHAEL EIGNER

Arge Personalprobleme plagen den TSV Maulbronn dieser Tage. Nicht nur, dass Cengiz Kilic in der Sommerpause zum Landesligisten TSV Wimsheim und Benjamin Heinz zum SV Illingen gewechselt sind. Nun hat vor wenigen Tagen auch noch Mittelfeld-Ass Toni Brigadir seine Fußballschuhe an den sprichwörtlichen Nagel gehängt – aus familiären Gründen, wie von Vereinsseite zu erfahren war. Im ersten Saisonspiel am Sonntag beim FV Knittlingen musste Trainer Bernd Kirchstetter obendrein auch noch die verletzten Sebastian Koch und Sandro Coreddu ersetzen.

 „Wir haben das mit jungen Spielern aus der eigenen A-Jugend aufgefüllt“, sagte der TSV-Coach achselzuckend noch während die Begegnung lief, in der Maulbronns Elf dem FV Knittlingen eine beherzte Abwehrschlacht lieferte. Ein Blick in die Startaufstellung bestätigt: Adrian Kienle: 17 Jahre. Ingo Mayer: 18. Hannes Dreja: wird übermorgen 19. Philipp Common: 19. Karsten Hollerbach: 20 Jahre. Ein Team mit Erfahrung sieht anders aus.

 Francesco Paradiso (36) und Schlussmann Ralf Augenstein (40) waren am Sonntag die einzigen in der Maulbronner Startelf, die ihren 25. Geburtstag bereits hinter sich haben. Notgedrungen setzt der TSV auf die Jugend, doch bis daraus auch eine Tugend wird, braucht es viel Geduld.

 Gelegenheiten, sich einzuspielen, hatte die junge Kirchstetter-Truppe in der Saisonvorbereitung kaum. Abgesehen vom Auftritt beim Plattenpokal in Ölbronn vor einer Woche und der Erstrundenpartie im Kreispokal wenige Tage zuvor (1:4 bei der Spvgg Dillweißenstein), hatte der TSV Maulbronn nur ein einziges Testspiel absolviert, in dem er sich mit 1:1 vom B-Ligisten FV Lienzingen trennte.

 Kein Wunder also, dass die Klosterstädter nur selten aus der eigenen Hälfte, geschweige denn in den Strafraum von FVK-Keeper Stefan Müller kamen. Umso bemerkenswerter, dass die Maulbronner fast 80 Minuten lang dem Anrennen der Knittlinger stand hielten. Immer wieder waren die FVK-Angreifer gefährlich vor dem Maulbronner Tor aufgetaucht, doch mit Ausnahme des 0:1 nach 28 Minuten warf sich in letzter Sekunde immer noch ein TSV-Spieler vor der Torlinie in den Schuss, der glänzende Schlussmann Augenstein parierte oder aber die Knittlinger verfehlten seinen Kasten.

 Erst als bei Maulbronn in der Schlussphase die Kräfte schwanden, stellte der FVK mit drei Toren zwischen der 78. und 84. Minute den 4:0-Endstand her. Fast 80 Minuten eine gute Abwehrleistung geboten zu haben, ist für den TSV letztlich ein schwacher Trost. Am Ende wird Kirchstetter wohl Recht behalten. Es wird für den TSV Maulbronn eine harte Saison werden, und ihm als Trainer steht noch viel Arbeit bevor, bis seine jungen Spieler ihr Talent in Erfolgsfußball ummünzen können.

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