Aufklärung ist wichtig

Erstellt: 29. April 2010, 00:00 Uhr
Aufklärung ist wichtig Wollen informieren: Die Ausstellungsmacher Martin Rudolf (2.v.re.) mit Ehefrau Petra (2.v.li.) und Adelheid Teschner, Leiterin des Heimatmuseums. Klaus Goerigk (li.), Geschäftsführender Vorstand der badischen Friedhofsgärtner, war bei der Eröffnung der Schau dabei. Foto: Disselhoff

Ausstellung in der Mühlacker Gärtnerei Rudolf informiert über Vielfalt der Bestattungsformen.

Wenn ein Mensch stirbt, müssen die Hinterbliebenen innerhalb kurzer Zeit viele Entscheidungen treffen. Angesichts der Vielfalt von Bestattungsformen wissen die Angehörigen manchmal nicht, wofür sie sich entscheiden sollen. Eine Ausstellung in der Friedhofsgärtnerei Rudolf will aufklären.

Von Maik Disselhoff

Mühlacker. „Die Menschen müssen sich über die emotionalen Konsequenzen ihrer Entscheidungen klar werden“, betonte Martin Rudolf, Inhaber der gleichnamigen Gärtnerei beim Mühlacker Friedhof St. Peter, gestern Abend vor der offiziellen Eröffnung der Ausstellung in seinen Verkaufsräumen. Die Vielfalt der Bestattungsformen, die inzwischen auch auf St. Peter angeboten werde, bringe auch Probleme mit sich. „Innerhalb von drei Tagen müssen die Angehörigen unter großer emotionaler Anspannung alle möglichen Dinge regeln und sich für eine Bestattungsform entscheiden.“ Und er habe Hinterbliebene kennengelernt, die ihre Entscheidung später bereut hätten, so Rudolf, der seit Februar am Konzept für die Sonderausstellung unter dem Titel „Wie man sich bettet …“ gearbeitet hat. „Aufklärung ist wichtig“, sagt er. Anhand von Schautafeln bietet Rudolf in Zusammenarbeit mit der Stadt einen Überblick über die Bestattungsmöglichkeiten auf dem Friedhof St. Peter. Noch bis zum 5. Mai ist die Ausstellung in den Geschäftszeiten von 9 bis 18 Uhr zu sehen.

 Die Stadt Mühlacker freut sich über Rudolfs Engagement. „Die Leute sollen sich informieren. Wir haben als Stadt ein Interesse daran, dass die neuen Bestattungsformen, die es jetzt auf St. Peter gibt, bekannt werden“, erklärt Werner Betz, Leiter der städtischen Friedhofsverwaltung. Neu sind auf St. Peter unter anderem die Urnentafelwand, die Urnenwiese und der Urnengarten. Seit diesem Jahr gibt es auch ein muslimisches Grabfeld, in dem bereits eine Bestattung erfolgt ist.

 „Dadurch, dass wir die verschiedenen Möglichkeiten der Bestattung in Bildern zeigen und die Hintergründe beschreiben, kann der Kunde ein Gefühl für das Thema entwickeln“, sagt Rudolf. Ganz konkret werden Probleme aufgezeigt, die am Ort der Erinnerung auftreten können. So wird mancherorts der Platz für Blumen und anderen Grabschmuck eng, weil die Urnenwand für diese Form des Andenkens eigentlich nicht konzipiert ist. Neben den Bestattungsformen erfahren die Besucher auch alles rund um die Grabpflege, die Flora und Fauna auf St. Peter und über die Kosten, die der Tod eines Menschen mit sich bringt. „Die Schautafeln sind sehr gut gemacht, da ist wirklich alles drin, was Friedhöfe derzeit bieten“, lobte Klaus Goerigk, Geschäftsführender Vorstand der badischen Friedhofsgärtner, der wie Oberbürgermeister Frank Schneider bei der Eröffnung zu den Rednern gehörte.

 Dass es einen konkreten Informationsbedarf auch in der Bevölkerung gibt, hat auch Adelheid Teschner, die Leiterin des Mühlacker Heimatmuseums, gemerkt. Sie bietet auf dem Friedhof normalerweise Führungen zu Grabsteinen und ihrer Symbolik an. Und im Herbst hatte sie einmalig eine Führung zu den verschiedenen Bestattungsformen angeboten – mit erstaunlichem Zuspruch. „Es kamen an die 60 Menschen.“ Führungen über den Friedhof und durch die Ausstellung gibt es auch in den kommenden Tagen.

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