Auch das noch … Revanche

Erstellt: 29. September 2006, 00:00 Uhr
Auch das noch …  Revanche Mirko Bähr.

VON MIRKO BÄHR

Urlaub vorbei, der Alltag hat mich wieder. Leider! Allerdings, liebe Leser, habe ich mit breiter Brust den Rückflug ins harte Arbeitsleben angetreten. Das lag aber nicht nur am üppigen All- Inclusive-Angebot auf der Sonneninsel Rhodos, stundenlangem Herumdösen auf der Strandliege und dem Durchforsten von rund 4,5 Kilogramm Zeitschriften. Eher an der höchst erfreulichen Tatsache, dass ich persönlich Revanche nehmen durfte. Abgezockt haben wir die Italiener, zwar nicht auf dem grünen Rasen, sondern im kühlen Nass – beim Wasserball.

 Keine Chance hatten die Azzuri gegen die Frings-Freunde, regelrecht untergegangen sind sie. Auch die Animateure, die allesamt aus dem Land des Grappa und der leckeren Pizza kamen, wurden mit fortgeschrittener Spieldauer am Beckenrand immer stiller. Mit einem Lehmann im Plastiktor und einem Knipser vor dem Buffon-Gehäuse hatten wir leichtes Spiel. So richtig angespannt war die Atmosphäre – niemand wollte sich natürlich die Blöße einer Pleite geben – nur zu Beginn, wo noch mit Haken und Ösen um jeden Zentimeter Pool gekämpft wurde. Wenig später war schon klar, dass Marco, Jan-Luca und Co. nicht den Hauch einer Chance gegen Raik, Jörg und Konsorten hatten.

 Die deutsche Fraktion mit den hässlichen, weißen Badekappen, die man sonst nur aus Kuraufenthalten in Bad Bellingen kennt, hatte die Rotkäppchen im Griff und glänzte mit sehenswerten Spielzügen. Am Ende stiegen die Juve- und Inter-Fans mit einer 8:18-Pleite aus dem Wasser. Wie begossene Pudel hüllten sie sich erst einmal in ihre Handtücher ein, während wir uns ein kühles Radler zur Belohnung im Whirlpool genehmigten.

 Naja, um ehrlich zu sein, so ganz vergessen habe ich die Pleite im WM-Halbfinale immer noch nicht. Trotzdem war es ein schönes Gefühl, wenn auch nur für einen kurzen Moment. Das Wichtigste aber war, dass es keine Matarazzis und Zidanes im Wasser gab. Außer einigen kleinen Kratzern blieb alles heil. Es wurden weder Schwestern beleidigt noch Kopfstöße verteilt. Freundschaftlich ging es zu, während sie uns dann italienische Schimpfwörter beibrachten, machten wir ihnen Apfelschorle und Radler schmackhaft.

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