Attraktivität der Innenstadt gesteigert

Erstellt: 3. Mai 2010, 00:00 Uhr
Attraktivität der Innenstadt gesteigert Der neue Platz wird getauft und eingeweiht. Beim Durchschneiden des Bandes bekommt Oberbürgermeister Frank Schneider (3. v. li.) Unterstützung von Landtagsabgeordneten, Gemeinderatsmitgliedern und anderen Vertretern des öffentlichen Lebens. Foto: Sadler

Gebäude-Ensemble mit Seniorenwohnungen und neuer Platz am Katzenbuckel eingeweiht

Erfolgreicher Abschluss eines Großprojektes: Mit einer betreuten Seniorenwohnanlage und einem neuen Platz ist eine langjährige Baulücke in der Mühlacker Innenstadt städtebaulich attraktiv geschlossen worden.

Von Thomas Sadler

Mühlacker. Musikalisch von der Trommelgruppe der Lomersheimer Wendler-Schule umrahmt, wurden am Freitag das Gebäude-Ensemble – in drei Häusern sind 38 Seniorenwohnungen, Räume der Diakoniestation Mühlacker und Geschäfte untergebracht – und ein neuer öffentlicher Platz am Katzenbuckel eingeweiht.
 Dass es pünktlich zur Einweihung, an der neben Senioren auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Gemeinderatsmitglieder und die Landtagsabgeordneten Winfried Scheuermann, Thomas Knapp und Dr. Hans-Ulrich Rülke teilnahmen, zu regnen begann, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. „Wir haben heute Grund zur Freude“, sagte Oberbürgermeister Frank Schneider. „Das Gelingen dieses Projekts war eines der ganz großen kommunalpolitischen Themen der letzten Jahre“, so Schneider weiter. „Die Baulücke, die hier viele Jahre existierte, war uns ein Dorn im Auge, sie war quasi eine offene städtebauliche Wunde“, brachte der Rathauschef es rückblickend unverblümt auf den Punkt.

 Aufgrund der Eigentumsverhältnisse und der unterschiedlichen Anforderungen und Interessen der Beteiligten sei es nicht einfach gewesen, eine Planung aus einem Guss zu bewerkstelligen. Dass dies am Ende doch gelang, liege auch an der Stadt, die vermittelnd tätig gewesen sei und Flächen erworben und in das umfangreiche Vorhaben eingebracht habe. Ebenfalls zum Gelingen beigetragen habe die Kommunalentwicklung, die mit von der Partie war, weil das Areal mitten in einem Sanierungsgebiet liegt. Schließlich, so OB Schneider merklich zufrieden, „konnte ein städtebaulich sehr gutes Ergebnis erreicht werden“.

 Indes sei nicht nur eine störende Baulücke geschlossen worden – betreutes Wohnen in zentraler Lage sei geradezu „ein städtebauliches Ideal“. Die Senioren, die hier wohnen, verfügten über kurze Wege zu Läden, Ärzten und Apotheken sowie zu kulturellen Einrichtungen.

 Dass das Konzept mit der Betreuung durch die Diakoniestation aufgehe, sei leicht daran zu erkennen, dass schon vor der Fertigstellung alle Wohnungen verkauft gewesen seien, so Schneider, der bemerkte, auch das Wohn- und Geschäftshaus, eines von drei Gebäuden, passe sich gut in die Bahnhofstraße ein und stelle eine sichtbare Aufwertung dar. Ebenfalls zur „Steigerung der Attraktivität unserer Innenstadt“ trage neben dem Ensemble das benachbarte Volksbank-Gebäude bei.

 Auf neuem Platz sollen Veranstaltungen stattfinden

 Weitere Bestandteile des Projekts sind eine öffentliche Tiefgarage mit rund 100 Plätzen und der neue gepflasterte und beleuchtete Platz, der auf den Namen „Am Katzenbuckel“ getauft wurde und künftig nicht nur eine Stätte der Begegnung, sondern auch ein Standort für Veranstaltungen sein soll. Ebenfalls entstanden ist ein begrünter Fußweg, der die Fußgängerzone mit dem Bereich Beim Igelsbach verbindet. In diesem Zusammenhang dankte Schneider den Anliegern, die dafür Grundstücke zur Verfügung stellten, wobei sogar mehrere Gebäude hätten weichen müssen.

 Tröstlich in Zeiten knapper Kassen: Die im Haushalt bereitgestellten Mittel von 354000 Euro reichten voraussichtlich aus, und auch die kalkulierten circa 260000 Euro für die Außenanlagen würden nicht überschritten. Zur Erleichterung für die Stadt werde die Sanierungsmaßnahme zu 60 Prozent vom Land gefördert, so der OB, der schließlich gestand, mit dem neu gestalteten Bereich familiär verbunden zu sein – immerhin hätten hier schon sein Großvater und sein Vater ihre Zahnarztpraxis geführt.

 Alex Zimmermann, Geschäftsführer der FWD Hausbau- und Grundstücks GmbH, die die Seniorenwohnanlage errichtet hat, schätzte sich „glücklich“, dass das Bauprojekt wie vorgesehen realisiert worden sei, und dankte der Stadt für die „konstruktive Zusammenarbeit“. Er hoffte im Interesse der Bewohner, in der Anlage möge eine offene Hausgemeinschaft entstehen.

 Zimmermanns Geschäftsführer-Kollege Matthias Günther übergab Christine Gatsas, der Betreuerin der Wohnanlage, symbolische Schecks von der FWD (1000 Euro), der Volksbank Pforzheim und der Sparkasse Pforzheim Calw (jeweils 300 Euro). Die Spenden sollen der Arbeit der Diakoniestation mit den Bewohnern zugute kommen.
 Der Planer der Gebäudegruppe, Architekt Michael Weindel, der in Mühlacker kein Unbekannter ist, schließlich plante er einst das Rathaus, bezeichnete die zentrale Lage des Ensembles mit dem neuen Platz als einen „Glücksfall“. Dank der Diakonie, die ja unter demselben Dach Räume bezogen habe, würden die Senioren hier sicherlich „erstklassig betreut“.

 Der „Dienst am Menschen“ sei wichtig, betonte der evangelische Dekan Ulf van Luijk, der den betagten Menschen wünschte, die Anlage möge „ein Ort der Begegnung und der Geborgenheit“ sein.
 

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