Anwohner rufen nach der Justiz

Erstellt: 29. März 2008, 00:00 Uhr
Anwohner rufen nach der Justiz Dicke Mauern am Kleinspielfeld schützen vor Kinderlärm. Foto: Disselhoff

Schüler-Kleinspielfeld: Verwaltungsgerichtshof muss über Antrag entscheiden.

Mühlacker – Anwohner der Schillerstraße, die sich gegen das Kleinspielfeld wehren, das dort zurzeit angelegt wird, haben Antrag auf ein Normenkontrollverfahren gestellt. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim, bei dem das Verfahren anhängig ist, steht noch aus.

VON THOMAS SADLER

Wie Martin Brandt von der Pressestelle des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) auf Anfrage unserer Zeitung erklärt, müsse die Justiz darüber entscheiden, ob der von der Stadt Mühlacker im Zusammenhang mit dem Kleinspielfeld für die Schillerschüler aufgestellte Bebauungsplan „Schillerstraße/Hauptmannstraße“ rechtsgültig ist. Ein Termin für die Verhandlung stehe allerdings noch nicht fest, so Brandt.

 Widerstand gegen das Spielfeld, das in Verbindung mit dem Ganztagsbetrieb an der Schillerschule steht, leistet das Ehepaar Kipfer, das an der Schillerstraße wohnt. Schon jetzt litten sie unter Lärm durch Schüler, sagte gestern Siegfried Kipfer im Gespräch mit dem Mühlacker Tagblatt. Er wehre sich gegen zusätzlichen Lärm durch den künftigen Spielbetrieb. „Mit Kinderfeindlichkeit hat das nichts zu tun“, verwahrt er sich entschieden gegen in diese Richtung zielende Attacken. Es sei schlicht so, dass das Feld „am falschen Platz“ entstehe. „Wir als Anlieger hätten schon lieber gestern als heute unser Haus verkauft“, klagt der besorgte Bürger.

 Dessen ungeachtet habe, wie Bürgermeister Winfried Abicht sagt, das Regierungspräsidium Karlsruhe den Bebauungsplan genehmigt. Diesen Plan habe die Stadt als Instrument gebraucht, „um Einwendungen begründet zurückweisen zu können“, erläutert Abicht. Einwendungen gegen das Spielfeld haben im Übrigen auch Mitglieder der Familie von OB Arno Schütterle gemacht, die ebenfalls in der Nachbarschaft des Spielfelds leben. Um den Bedenken der Anwohner entgegenzukommen, hat die Stadt, nicht zuletzt auf Empfehlung eines Gutachters, eine Lärmschutzwand aufgebaut, die, wie berichtet, wegen ihrer Ausmaße ihrerseits in der Öffentlichkeit auf scharfe Kritik stößt.

 Indes: Während der Rechtsstreit um das umstrittene Kleinspielfeld noch läuft, ist dessen Anlage schon fast abgeschlossen. Läuft die Stadt Gefahr, dass der fertige Platz am Ende gar nicht wie geplant genutzt werden darf? Bürgermeister Abicht zeigt sich jedenfalls zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass der Verwaltungsgerichtshof die Wirksamkeit des Bebauungsplans nicht aufhebt.“

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