Anwohner klagen über Raser

Erstellt: 29. Mai 2009, 00:00 Uhr
Anwohner klagen über Raser Anwohner drängen auf mehr Geschwindigkeitskontrollen im Bereich der Drehscheibe. Wer hier aufs Gaspedal drückt, verursacht wegen des Straßenpflasters besonders viel Lärm. Foto: Disselhoff

Bahnhofstraße als Rennstrecke? Bürger fordern, dass die Stadt konsequenter durchgreift

Von Maik Disselhoff

Mühlacker. Immer wieder beklagen sich Anwohner der Bahnhofstraße in Mühlacker über Raser. In regelmäßigen Abständen klingelt deshalb auch bei Jörg-Michael Teply im Rathaus das Telefon. Doch der Leiter des Bürger- und Ordnungsamtes relativiert den Eindruck, dass die Bahnhofstraße in Sachen zu schnelles Fahren ein besonderer Brennpunkt sei: „Mit 60 oder 70 Sachen wird da nicht durchgerast. Dieses Problem haben wir dort nicht.“ Es habe an der Bahnhofstraße in den vergangenen zwei Jahren auch noch keine Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit gegeben.

 Stadtrat Rolf Leo (Freie Wähler) hatte kürzlich wegen der Beschwerden beim Ordnungsamt nachgefragt, wie oft die Stadtverwaltung an der Bahnhofstraße Geschwindigkeitskontrollen durchführe. Die Antwort aus Teplys Amt: Im Bereich der Tempo-20-Zone hätten im Jahr 2008 im Auftrag der Stadt 22 Kontrollen zu unterschiedlichen Zeiten stattgefunden. 19 Prozent der erfassten Fahrzeuge seien zu schnell unterwegs gewesen. Bei geringer Verkehrsdichte, wenn morgens oder abends weniger Verkehr durch die lange Achse in der Innenstadt rolle, gebe es mehr Verstöße, teilt Teply mit. „In der Tempo-20-Zone blitzen wir alle drei bis vier Wochen“, versichert der Amtsleiter. Alles in allem würden die Messungen an der Bahnhofstraße keine besonderen Auffälligkeiten ergeben.

 Die Anwohner würden sich allerdings ein noch konsequenteres Durchgreifen wünschen, macht Leo an die Adresse des Ordnungsamts deutlich. Gerade in den Abend- und Nachtstunden führten erhöhte Geschwindigkeiten im gepflasterten Bereich an der Drehscheibe, wo Schritttempo gefahren werden muss, zu deutlich mehr Lärm und Ruhestörungen. Am neuralgischen Punkt Drehscheibe hat die Stadt mit Blick auf ihre Überwachungsmöglichkeiten ein Problem: „Im verkehrsberuhigten Bereich, um den es vielen Anwohnern geht, kann die Firma, die in unserem Auftrag arbeitet, aufgrund technischer Hürden nicht messen“, erklärt Teply. Dazu sei lediglich die Polizei in der Lage. Diese messe die Geschwindigkeiten aufgrund ihrer Personalkapazitäten jedoch nur in zeitlich größeren Abständen. „Ich sehe das nicht als Problem“, sagt der Ordnungsamtsleiter, räumt aber ein: „Es wäre natürlich besser, wenn wir dort häufiger messen könnten.“ Dafür müsste die Stadt eine andere Firma beauftragen oder sich selbst die notwendige technische Ausrüstung für die Überwachung der Fahrzeuge im Schritttempo-Bereich zulegen.

 „Darüber müsste man sich gegebenenfalls im Gemeinderat unterhalten.“ Und bei allen Überwachungsmaßnahmen lässt sich eines wahrscheinlich nicht verhindern: „Dass junge Erwachsene, gerade an der Drehscheibe, aus Profiliergehabe den Motor hochdrehen“, so Teply.

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