Antennenanlage löst Ärger aus

Erstellt: 24. Februar 2007, 00:00 Uhr
Antennenanlage löst Ärger aus Dorn im Auge der Gemeinde: Antennen am Turm. Foto: Garhöfer

Weithin sichtbar anstatt unauffällig: Sternenfelser Gemeinderat sieht Schlossbergturm verunstaltet

Sternenfels – Für erheblichen Wirbel im Sternenfelser Gemeinderat hat die Montage einer Antennenanlage der Firma Skytron auf dem Sternenfelser Schlossbergturm gesorgt. Die optisch auffällige Konstruktion sorgte in dem Gremium für eine hitzige Debatte.

VON ANDREA GARHÖFER

Anfang Februar montierte die Firma Skytron auf dem Schlossbergturm ihre Antennenanlage. Im Rahmen eines Modellprojektes bietet die Firma für private Sternenfelser Nutzer einen Breitbandzugang ins Internet per Funk an. Die Funkverbindung erfolgt vom TeleGIS-Zentrum aus hinauf zum Schlossbergturm und über eine dortige Antenne dann zu den jeweiligen Haushalten.

 Auf dem Schlossbergturm haben bereits mehrere Mobilfunkunternehmen ihre Antennen angebracht, „doch als ich die Skytron-Antenne gesehen habe, hat es mich fast umgehauen“, machte Klaus Riekert (FWV) seinem Ärger in der Gemeinderatssitzung Luft. Während bei den bisherigen Antennen größter Wert auf eine möglichst unauffällige Gestaltung gelegt wurde, ist die Skytron-Antenne in 50 Zentimeter Abstand zur Südfassade montiert und damit weithin sichtbar.

 Nicht nur Klaus Riekert sah dadurch das Sternenfelser Wahrzeichen verunstaltet. Unmut hatte außerdem das Verhalten von Skytron ausgelöst, denn: „Das Unternehmen hatte vor der Montage der Anlage trotz Anforderung keinerlei Pläne bei der Verwaltung vorgelegt oder gar eine Genehmigung beantragt“, sagte Bürgermeisterin Sigrid Hornauer. Die Verwaltung hat daraufhin die Reißleine gezogen: „Die Montage der zweiten Antennenanlage auf der anderen Turmseite wurde erstmal gestoppt“, so die Bürgermeisterin. Außerdem wurde ein Funksachverständiger zu Rate gezogen. „Sein Fazit: Es wäre auch eine optisch unauffälligere Frontmontage möglich“, zitierte Hornauer. Am kommenden Montag ist dazu nochmals ein Expertengespräch mit allen Beteiligten anberaumt. „Dann wird sich entscheiden, ob ummontiert wird“, so Hornauer.
 „Wir wollen das Modellprojekt, aber so kann die Anlage nicht bleiben“, fasste Arnold Engelhardt die Stimmung im Bau- und Verwaltungsausschuss zusammen. „Wir haben der Anlage unter der Prämisse zugestimmt, dass sie wie die anderen Antennen auch möglichst unauffällig gestaltet wird. Einer Anlage, wie sie jetzt montiert wurde, hätten wir niemals zugestimmt“, sagte er. „Sehr enttäuscht“ zeigten Engelhardt und auch Gerhard Schollenberger (SPD) sich über das Auftreten der Firma Skytron. „Wie das gelaufen ist, war nicht in Ordnung“, beanstandete Schollenberger. „Eine andere Lösung wäre wünschenswert, aber wir müssen uns auch überlegen, ob wir die derzeitige Anlage notfalls nicht doch akzeptieren, bevor wir das ganze Projekt auf die Kippe stellen“, sagte Hans-Dieter Schäfer. „Sobald die Ergebnisse der Expertenrunde vorliegen, müssen wir das Thema nochmals diskutieren“, waren sich die Gemeinderäte einig.

 In einem Gespräch mit unserer Zeitung begründete Skytron-Geschäftsführer Stefan Schneider die gewählte Montage der Antennenanlage: „An dieser Fassade sind schon die Antennen von verschiedenen Mobilfunkbetreibern montiert. Mit unserer Anlage wollten wir Abstand halten, um gegenseitige Störungen definitiv ausschließen zu können.“

 Ob eine andere Montage am Turm möglich ist, könne er derzeit noch nicht sagen: „Dazu müssen wir erst das anberaumte Gespräch mit den Mobilfunkbetreibern abwarten.“ Unglücklich gelaufen sei die Sache mit der Planvorlage bei der Gemeinde: „Da hat man wohl aneinander vorbeigeredet.“ Im Vorfeld habe er zwar Kontakt mit der Gemeinde gehabt und auch Richtlinien zur Gestaltung der Anlage erhalten. „Dass eine Genehmigung notwendig ist, war uns so aber nicht bewusst“, sagte Schneider. Seine Firma habe die Pläne inzwischen nachgereicht. Am Montag gehe die Funkanlage erst einmal provisorisch in Betrieb. Mit der bisher montierten Antenne könne Skytron nur eine Hälfe von Sternenfels erreichen. „Insgesamt haben wir in der Gemeinde bisher maximal 20 Kunden, ab Montag werden sieben bis zehn Haushalte ans Funknetz gehen“, so Schneider. Ob, wann und wie die Antenne an der anderen Turmseite montiert wird, hänge vom Ausgang der Gesprächsrunde am Montag ab.

Weiterlesen
Pedalritter können auf Pilgerfahrt gehen

Pedalritter können auf Pilgerfahrt gehen

Großes Programm zum Jubiläum –Kirchenbeteiligen sich mit einer außergewöhnlichen Aktion Umfangreiche Jubiläumsaktivitäten, die sich alle um mehr oder weniger sportliche Drahtesel ranken und sich auf eine Distanz von insgesamt 104… »