Anpfiff für die Leidenszeit im Fußball

Erstellt: 29. Oktober 2008, 00:00 Uhr
Anpfiff für die Leidenszeit im Fußball Ein guter Fußballplatz ist Balsam für die Beine der Kicker. Doch derzeit verwandelt das nasskalte Wetter viele Spielfelder wieder in gefährliche Holperpisten. Foto: Archiv

Regen und Kälte machen aus Fußballplätzen Buckelpisten – Verletzungsrisiko nimmt zu

Mühlacker – Die dunkle Jahreszeit steht vor der Tür. Nässe und Kälte verwandeln die Fußballplätze in der Region oft in gefährliche Holperpisten. Das Verletzungsrisiko für die Spieler steigt, und beim Toreschießen spielt der Zufall eine große Rolle.

VON MAIK DISSELHOFF

„Die harte Zeit kommt“, sagt Spielleiter Christos Rengas vom FC Mühlacker. Regen und frostige Nächte werden die Fußballer in der nächsten Zeit einmal mehr auf eine Probe stellen. „Das Verletzungsrisiko steigt jetzt wieder an“, macht der Spielleiter, der als Fitnesstrainer arbeitet, deutlich. In den nächsten Wochen werde ein Spieler nach dem anderen ausfallen, so die düstere Prognose von Rengas. „Ein paar Jungs haben jetzt schon Probleme“, berichtet er aus dem FC-Lager. Der Rasen an der Enz hinter dem Mühlacker Hallenbad, auf dem der Kreisligist derzeit noch seine Spiele austrägt, wird vom Spätherbst an immer schlechter. „Wenn’s am Wochenende regnet, gibt es wieder eine ordentliche Rutschpartie.“ Der Medizin-Koffer sei vorsorglich gut gefüllt. Die Sportler des FC Mühlacker kämpfen mit harten Bandagen gegen den launigen Feind, dessen Absichten selbst die Meteorologen oft nur mit Mühe prognostizieren können. „Einige unserer Spieler lassen sich vor einem Einsatz von einem Physiotherapeut bandagieren“, sagt Rengas. „Das ist zwar kein Allheilmittel, aber es hilft wenigstens etwas.“

 Beim TSV Phönix Lomersheim wird zurzeit auch wieder verstärkt über den Untergrund spekuliert. „Bis jetzt hatten wir zwar Glück mit dem Wetter, doch die schwierige Zeit steht vor der Tür“, sagt Fußball-Abteilungsleiter Gerd Thieme. Die Feuchte mache dem Platz in Lomersheim schnell zu schaffen. „Richtig kritisch wird es dann, wenn unmittelbar auf die Nässe eine sehr kalte Phase folgt“, beschreibt Thieme das schlimmste Szenario. Denn durch die Nässe werde der Platz weich. Durch den Spielbetrieb würde der Boden dann schnell uneben. „Und wenn es anschließend friert, verfestigen sich die Löcher.“ Neben dem größeren Verletzungsrisiko spiele dann verstärkt der Zufall beim Fußball mit, bringt Thieme die Problematik der dunklen Jahreszeit auf den Punkt. „Es wird für uns jetzt schwierig, den Platz für technisch attraktiven Fußball in Schuss zu halten. Der Rasen hört jetzt auf zu wachsen. Alles was jetzt durch die Witterung und den Spielbetrieb kaputt geht, ist dann kaum mehr zu reparieren.“ Schaffe man es, den Platz nicht allzu sehr „rumzudrehen“, dann sei dies schon die halbe Miete. Dann werde der Untergrund zumindest in einem passablen Zustand eingefroren.

 Derartige Hoffnungen hegen die Verantwortlichen in Enzberg nicht mehr. Dort schielen die Fußballer schon auf die kommende Saison. Vom nächsten Sommer an soll der FC Viktoria Enzberg auf seinem neuen Platz spielen können. Für diese Saison helfen den Kickern auf dem alten Terrain nur Durchhalteparolen und Glück. „Besonders vor den Toren steht bei uns das Wasser. Das fegen wir vor den Spielen mit dem Besen weg. Dadurch wird der Untergrund wiederum schlechter“, berichtet Spielleiter Frank Alber vom Enzberger Teufelskreis. Tormann Bastian Voges hat kein leichtes Spiel. Zum einen wegen des Verletzungsrisikos und zum anderen, weil die Bälle, die kurz vor seiner Nase in einem Loch aufspringen, machen, was sie wollen. „Wir haben bereits Spieler gehabt, die sich durch Unebenheiten verletzt haben“, sagt der Spielleiter der Viktoria. Für das vorhergesagte nasskalte Wochenende ist die Marschrichtung festgezurrt: „Wir versuchen zu spielen – egal wie.“

 In Wiernsheim drückt kaltes Winterwetter nicht auf die Stimmung. Trainer Kai-Uwe Kussmaul dazu: „Unser neuer Kunstrasen ist einfach ideal. Das ist mit der beste Untergrund, den es hier in der Region gibt. Wir haben deswegen im Winter kaum Verletzungen, die auf den Boden zurückzuführen sind.“ Doch Wiernsheim ist nicht die Regel. Zum Leidwesen vieler Fußballer.

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