Angst vor Strahlenbelastung

Erstellt: 16. Februar 2010, 00:00 Uhr
Angst vor Strahlenbelastung Die Mobilfunkmasten auf dem Maulbronner MWK-Gebäude sind einigen Anwohnern ein Dorn im Auge. Foto: Disselhoff

Maulbronner LMU möchte Risiko durch Mobilfunkmasten untersuchen – Antrag abgelehnt

Von Maik Disselhoff

Maulbronn. Die Liste Mensch und Umwelt ist mit ihrem Vorstoß für eine Untersuchung der Strahlenbelastung durch Mobilfunk in Maulbronn im Gemeinderat gescheitert. Der Nutzen einer solchen Analyse sei nicht erkennbar, so der Standpunkt der Stadtverwaltung.

 Die LMU-Fraktion hatte im Zuge der Haushaltsdebatte beantragt, Geld für eine Mobilfunkanalyse einzuplanen. Die Fraktion forderte zudem ein Standortkonzept für die Stadt.

 Stadtrat Dr. Wessel von Loe hatte im Gemeinderat noch einmal betont, dass besonders der Mast auf dem MWK-Verwaltungsgebäude für Probleme sorge. Von Loe hatte im Vorfeld der Gemeinderatsdiskussion gegenüber unserer Zeitung deutlich gemacht, dass sich einige Anwohner der Hölderlinstraße durch verschiedene Maßnahmen gegen die Strahlung des MWK-Masts schützten. Auch in Richtung Schefenacker gebe es Menschen, die ihre schweren Erkrankungen mit Mobilfunk in Zusammenhang brächten.

 Generell häuften sich die Störungen wegen der Strahlenbelastung durch Mobilfunk, argumentierte von Loe bei der entscheidenden Aussprache im Gemeinderat. Der Mediziner sagte: „Es wird künftig immer mehr Elektrosmog-Allergiker geben, und auch immer mehr Tumore, die auf Mobilfunk zurückzuführen sind.“ An die Kollegen im Gemeinderat und an die Verwaltung appellierte der LMU-Vertreter: „Wir haben den Auftrag, gesundheitlich vorzusorgen.“ Zumal sich die derzeit noch gültigen Grenzwerte auf dem Prüfstand befänden. „Wir sollten uns mit dem Thema beschäftigen“, erklärte von Loe und merkte an, dass durch baurechtliche Bestimmungen Zonen festgelegt werden könnten, in denen nur wenig Strahlung zulässig sei.

  Damit widersprach der Stadtrat der Aussage der Verwaltung, die in einer Stellungnahme zu dem Antrag der LMU argumentiert hatte, dass am Status quo ohnehin nichts zu ändern sei. Bürgermeister Andreas Felchle dazu: „Das Ganze liegt nicht in kommunalpolitischer Kompetenz.“ Deshalb lehne er den Antrag auch ab, so der Rathauschef. „Das ist vergebliche Liebesmühe.“ Mehr als eine Auflistung der momentan vier Standorte für Mobilfunkantennen in Maulbronn könne die Stadtverwaltung nicht leisten. „Für weitergehende Untersuchungen bräuchten wir externen Sachverstand“, machte Bürgermeister Felchle klar.

 An dieser Stelle hakte von Loe ein, der sich bereits kundig gemacht hatte: „Ich habe ein Angebot vorliegen, bei dem ein Experte eine Untersuchung für 7560 Euro anbietet.“ Dr. Jochen Birkle von der CDU warf ein, dass es beim derzeitigen Stand der Forschung verfrüht sei, tiefer in die Thematik einzusteigen.

 Am Ende wurde der Antrag der LMU mehrheitlich abgelehnt. Die Verwaltung versichert, dass alle Mobilfunkmasten in Maulbronn über eine Standortbescheinigung verfügten. „Es ist gewährleistet, dass erforderliche Sicherheitsabstände eingehalten werden.“ Großräumige Untersuchungen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz hätten außerdem ergeben, dass bestehende Anlagen den zulässigen Grenzwert um den Faktor 20 bis 100 unterschritten.

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