Anette Leitner hat aufgeholt

Erstellt: 31. Januar 2009, 00:00 Uhr
Anette Leitner hat aufgeholt Anette Leitner möchte auf den Chefsessel im Rathaus der Stadt Altensteig. Am morgigen Sonntag fällt vielleicht schon die Entscheidung. Foto: Archiv

Manfred Köncke, Journalist und Beobachter vor Ort, über den Bürgermeisterwahlkampf in Altensteig.

Altensteig/Mühlacker – Am morgigen Sonntag findet in Altensteig, Kreis Calw, die Bürgermeisterwahl statt. Die Chancen von Kandidatin Anette Leitner, in Mühlacker zuständig für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing, steigen, sagt Manfred Köncke, Wahlkampfbeobachter und Redakteur des Schwarzwälder Boten in Altensteig.

VON THOMAS SADLER

Vier Bewerber hatten ihren Hut in den Ring geworfen: Gerhard Feeß, langjähriger Schultes und erst kürzlich zum Bürgermeister der Gemeinde Simmersfeld wiedergewählt, Jörg Weiser, kaufmännischer Leiter und Co-Chef eines Vaihinger Familienbetriebs, Anette Leitner und die Hausfrau Monika Berchner. Letztere erweckt den Eindruck, als habe sie bereits das Handtuch geworfen. Zur öffentlichen Kandidatenvorstellung sei sie erst gar nicht erschienen, sagt der Beobachter Manfred Köncke. Auch sei sie schwer erreichbar.

 Weiser gelte bei den Bürgern nach seinen Auftritten als ehrlicher Typ und ein Mann, der auf Geplänkel gerne verzichtet. Doch scheint die Wahl zunehmend auf ein Duell zwischen Gerhard Feeß und Anette Leitner hinauszulaufen.

 „Am Anfang ging Feeß als Favorit ins Rennen, doch Anette Leitner hat aufgeholt. Sie ist nah rangekommen, es wird spannend“, schätzt Köncke die Situation unmittelbar vor dem Urnengang in Altensteig und seinen acht Stadtteilen ein, wo von rund 11200 Einwohnern laut Ordnungsamt ungefähr 7600 wahlberechtigt sind.

 Für Gerhard Feeß (43) spreche, dass er als Schultes der 2000-Einwohner-Gemeinde Simmersfeld aus der direkten Nachbarschaft von Altensteig komme und die Stadt aus seiner Arbeit in Zweckverbänden gut kenne. Bei der Vorstellung der Bewerber habe er konkrete Vorschläge zu verschiedenen kommunalpolitischen Themen wie der Sanierung der Unterstadt, der Nutzung des neuen Schlosses und der Zukunft der gefährdeten Postagentur gemacht.

 Anette Leitner versuche, eine „positive Grundstimmung“ zu erzeugen und appelliere an den Gemeinsinn. Sie fordere immer wieder dazu auf, die anstehenden Aufgaben „miteinander anzupacken“. Doch „gibt es Stimmen, die sagen, sie habe im Gegensatz zu Feeß zu wenige Sachaussagen gemacht“, hat Köncke gehört.

 Als Pluspunkte könne die 41-Jährige freilich für sich verbuchen, dass sie von 1993 bis 2000 sieben Jahre lang Leiterin des Kultur- und Tourismusamts in Altensteig gewesen sei und aus dieser Zeit Kontakte zu vielen Mitgliedern von Vereinen und Gruppen habe. „Da besteht ein gewisser Wiedererkennungswert“, meint der Journalist. Damit sich Bürger mit ihren Anliegen direkt an sie wenden können, hat sie ein Wahlkampfcafé eingerichtet, das sogar bewirtet werde.

 Vorteil für Gerhard Feeß seien seine Erfahrung und seine politischen Kontakte als Christdemokrat. Doch ließen etliche Wähler durchaus erkennen, dass sie nach dem früheren, im Dezember ausgeschiedenen Bürgermeister nicht unbedingt erneut einen CDU-Mann wollten, sondern zur Abwechslung eine – parteilose – Frau, die für frischen Wind sorgen könnte.

 Der Wahlkampf werde sachlich geführt, findet der Redakteur vor Ort. Attacken kämen eher aus den Reihen der jeweiligen Anhänger als von den Bewerbern.

 Falls morgen keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit, also mehr als 50 Prozent der Stimmen, erhält, werden die Altensteiger genau drei Wochen später, am 22. Februar, zum zweiten Mal aufgerufen, ihr Votum abzugeben, um zu entscheiden, wer Chef – oder Chefin – im Rathaus wird.

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