Anadolus Offensive lahmt

Erstellt: 28. April 2008, 00:00 Uhr
Anadolus Offensive lahmt Gleich auf – Anadolu (r.) und Büchenbronn. Foto: Fotomoment

1:1 – Mühlacker Kreisligist erspielt zu wenig zwingende Chancen

Mühlacker – Anadolu Mühlacker hat gestern vor heimischem Publikum ein mageres 1:1 gespielt. Und zwar nicht, weil der Gegner aus Büchenbronn so Abwehrstark war, sondern weil das Team aus Mühlacker große Probleme mit seiner Offensive hatte.

VON MAIK DISSELHOFF

Eigentlich sah es zu Anfang gar nicht schlecht aus für die Heimmannschaft. Anadolu ließ dem Gegner im Mittelfeld wenig Raum und machte Druck. Büchenbronn hatte sichtlich Mühe, die Ordnung zu bewahren. Und nach acht Minuten zirkelte Soner Yilmaz das runde Leder per Nachschuss für die Heimelf mustergültig ins lange Eck des Büchenbronner Tormanns Michael Mutschelknauß (1:0, 8.).

 Jetzt – das dachten vermutlich alle Anhänger Anadolus – kann das Schützenfest beginnen. Doch daraus wurde nichts. Doch zunächst marschierte der heimische FC weiter munter nach vorne. Besonders auffällig in der Mühlacker Elf: Topal Güngör und Soner Yilmaz. Sie bedienten sich gegenseitig und ließen im Vorwärtsgang die ein oder andere schöne Kombination aufblitzen. Doch beim Abschluss haperte es.

 In der 20. Minute hatte Güngör das 2:0 auf dem Fuß. Doch anstelle den Büchenbronner Keeper in Verlegenheit zu bringen, pfiff der Schuss weit übers Tor. Die Szene hatte Symbolcharakter für die gestrige Kreisliga-Begegnung. Anadolu vergab zu viele Chancen. Und richtig gute Möglichkeiten erspielte sich das Team zu wenige. Dazu kam, dass die Bälle, die aufs Tor gingen, häufig zu schwach waren.

 In der 28. Minute kam Rasim Deli, der für seine Mannschaft unermüdlich ackerte, im Strafraum zu Fall – allerdings ohne dass er gefoult worden wäre. Schiedsrichter Peter Busselmaier zückte für die Schwalbe die gelbe Karte. Das Spiel plätscherte nun etwas vor sich hin. Im Mittelfeld kombinierte die Heimelf zwar weiterhin relativ gut, aber kurz vor dem gegnerischen Strafraum erlahmte der Offensivmotor von Anadolu. Es gab schlicht zu wenig Anspielpartner in der Spitze. Der FC agierte beim Sturm aufs Tor zu planlos, als dass es für Büchenbronn bis zum Pausenpfiff noch einmal wirklich gefährlich hätte werden können. Einige Ecken und Freistöße durfte Anadolu zwar noch treten, doch Zählbares sollte dabei nicht mehr herausspringen.

 In der zweiten Halbzeit drückte Büchenbronn auf den Ausgleich. Die Gäste waren wesentlich aktiver als in der ersten Hälfte. Anadolu-Tormann Jack Makeen, der sich in den ersten 45. Minuten vermutlich gelangweilt haben dürfte, musste nun öfter mal beherzt eingreifen. Auch der Anadolu-Präsident Cavit Cakir wurde an der Außenlinie langsam unruhig. Er versuchte, seinen Spielern mit den entsprechenden Anweisungen zu helfen. Doch das Toreschießen konnte er für seine Mannschaft nicht übernehmen.
 Dadurch, dass Büchenbronn aufmüpfiger zu Werke ging, kam wieder mehr Leben ins Spiel. Dann nahte die 69. Minute. Rasim Deli foulte im Zuge eines Konterlaufs einen Büchenbronner Spieler völlig unnötig. Der Mann, der schon die gelbe Karte bekommen hatte, sah Gelb-Rot. Die Heimmannschaft musste in der Folge in Unterzahl klar kommen. Büchenbronn haute die Bälle nach vorne, in der Hoffnung, zu einer Torchance zu kommen. Anadolu hielt zwar gut dagegen, was die Mannschaft vor allem dem eingewechselten Ayhan Yilmaz zu verdanken hatte, doch fünf Minuten vor Schluss fiel dann der Ausgleich. Der Büchenbronner Thomas Kopp stand goldrichtig und machte per Kopf das 1:1 in der 86. Spielminute.

 Fazit: Ein Unentschieden hätte nicht sein müssen. Zwar haben die Gäste am Ende clever nach vorne gespielt, doch eigentlich war Anadolu über die ganze Partie hinweg eine Klasse besser. Doch wer zu wenig Tormöglichkeiten herausspielt oder verwertet, wird am Ende häufig bestraft. Und auch der neue Offensiv-Mann, Baris Yildirim, muss noch seinen Platz in der Kreisliga-Elf finden. Er legte zwar ein enormes Laufpensum an den Tag, konnte sich vor dem Tor aber noch nicht so in Szene setzen, wie sich das die Verantwortlichen von Anadolu Mühlacker wünschen. Unter dem Strich steht ein Punkt und die Hoffnung, dass der nächste Dreierpack nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.

Anadolu Mühlacker: Makeen, Gazioglu, Yilmaz S. (60. Yilmaz a.), Ilhan, Deli, Koc, Topal (46. Altuntas), Hayirli (78. Cavdar), Karagüzel, Dagasan, Yildirim B.

SV Büchenbronn: Mutschelknauß, Dürr, Weber (73. Hoffmann), Heinz (46. Zenko), Strubert, Cannizzaro, Weik, Schweikl, Ates (73. Käuffert), Kopp, Colpan

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