Anadolu Mühlacker statt Stuttgarter Kickers

Erstellt: 29. Mai 2008, 00:00 Uhr

VfR Pforzheim steigt in die Kreisliga ab – 1. FC Pforzheim im Meisterrennen – Fusion 2009 denkbar

Pforzheim – Gut ein Jahr ist es her, dass der VfR Pforzheim und der 1. FC Pforzheim die bereits beschlossene Vereinsfusion urpötzlich abgeblasen haben. Gemeinsam wollten die beiden Clubs langfristig in den bezahlten Fußball, mindestens jedoch in die Regionalliga. Nun stürzt der VfR gar in die Kreisliga Pforzheim ab. Doch die Fusionspläne sind nicht ganz vom Tisch.

VON STEFFEN-MICHAEL EIGNER

„Im Hintergrund laufen noch immer Gespräche zwischen den beiden Vereinen und mit der Stadt“, sagt Jürgen Elsässer, der Vorsitzende des 1. FC Pforzheim. In einem halben Jahr könne man vielleicht zu einem Ergebnis kommen. Größtes Hindernis: die Sanierung des Holzhofstadions ist nach wie vor nicht gesichert. Auch für ein viertes Fußballfeld am Gelände des VfR fehlt die Baugenehmigung. Beides wäre notwendig, damit der fusionierte Club die Zahl der Spieler und Mannschaften überhaupt bewältigen könnte. Diese fehlende Planungssicherheit hatte im Mai vergangenen Jahres dazu geführt, dass die Vereinsführungen die eigentlich für Juli 2007 beschlossene Fusion zurückstellten. „Auch ein paar weitere Details zum Holzhof müssen noch seitens der Stadt geklärt werden. Da geht es um ein Grundpfandrecht“, erwähnt Elsässer. Das bisherige Gelände des 1. FC Pforzheim im Gewerbegebiet zwischen Brötzingen und Birkenfeld fiele der Stadt zur Verwertung zu. „Wie man hört, gibt es wohl schon einen Interessenten“, lässt Elsässer durchblicken. „Das ist ja auch ein Filetstück, und wenn mal die Westtangente gebaut ist, gäbe es dort eine direkte Anbindung an die Autobahn.“

 Am kommenden Samstag drückt Elsässer ganz fest die Daumen, denn am letzten Spieltag der Verbandsliga Nordbaden ist für seinen FCP noch alles drin. Ein Sieg beim Tabellen-13. Germania Friedrichstal, und der 1. FC Pforzheim (Platz drei, 57 Punkte, Tordifferenz +30) könnte sogar noch Meister werden und ein Jahr nach dem Abstieg den direkten Wiederaufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg schaffen – vorausgesetzt die vor Pforzheim platzierten ASV Durlach (59, +23) und Amicitia Viernheim (58, +19) patzen entsprechend. Das wäre wohl für Elsässer, der gestern seinen 45. Geburtstag gefeiert hat, das schönste Geschenk. Platz zwei, den auch der Tabellenvierte TSG Weinheim (55, +25) noch erreichen kann, böte immerhin über die Relegation die Chance zum Aufstieg. Präsident Elsässer sieht seine Pforzheimer im psychologischen Vorteil: „Wir können am unbelastetsten spielen. Die anderen sind mehr unter Druck.“ Bei einem Aufstieg warten in der kommenden Saison wieder Mannschaften wie Waldhof Mannheim und die Stuttgarter Kickers II.

 Derweil steht der potenzielle Fusionspartner VfR in der Landesliga bereits als Absteiger fest. Vor einem Jahr erst aus der Verbandsliga abgestiegen, ist die blutjunge Mannschaft vom Holzhof gleich durchgereicht worden und spielt in der kommenden Saison in der Kreisliga unter anderem gegen Anadolu Mühlacker und möglicherweise die Spvgg Zaisersweiher, sollte jener noch der Aufstieg aus der A-Klasse glücken. Der VfR-Mannschaft fehlte augenscheinlich eine erfahrene Führungsfigur. Torhüter Pascal Siebler ist mit 21 Jahren der Älteste im Kader. „Wir waren in einigen Spielen die bessere Mannschaft, hatten dann aber nicht die nötige Cleverness, die Partie zu gewinnen“, begründet Trainer Heinz Becht, dem der VfR auch in der kommenden Saison vertraut.

 Der Unterschied von womöglich bald drei Klassen statt einer sei kein Fusions-Hindernis, betont FCP-Chef Elsässer. Im Gegenteil: „Unsere Reserve spielt in der B-Klasse, da würden wir ja durch eine Fusion zwei Ligen gewinnen.“ Ohnehin sei der Zusammenschluss frühestens zur Saison 2009/10 möglich. „Bis dahin könnte der VfR schon wieder in der Landesliga sein.“

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