Amazon sucht Tausende Mitarbeiter

Erstellt: 28. Januar 2012, 00:30 Uhr
Amazon sucht Tausende Mitarbeiter Den Blick in die Zukunft gerichtet (v. li.): die Amazon-Manager Armin Cossmann und Raimund Paetzmann, Walter Reiber (Arbeitsagentur), Oberbürgermeister Gert Hager und Baubürgermeister Alexander Uhlig. Die orangefarbenen Flächen im Lageplan gehören seit vier Wochen Amazon.

Pforzheim. Im dritten Quartal dieses Jahres, rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft, will der Internetanbieter in Pforzheims Nordosten, im Gebiet „Buchbusch“ unmittelbar hinter der Autobahn-Anschlussstelle Nord in Richtung Bauschlott, beginnen, seine Lager einzuräumen. Sechs solcher Versandzentren betreibt Amazon bereits deutschlandweit, die Standorte Pforzheim und zeitgleich Koblenz kommen dieses Jahr dazu.

Gestern ließen sich die Amazon-Manager aus Luxemburg und München in die Karten blicken, zur gemeinsamen Pressekonferenz waren auch die Stadtoberen mit der kompletten Bürgermeister-Riege sowie der Chef der Pforzheimer Arbeitsagentur zugegen. Oberbürgermeister Gert Hager war der Stolz ob des geglückten Coups im Gesichtsausdruck ablesbar: „Diese Ansiedlung ist ein ganz klares arbeitsmarktpolitisches Signal für die Stadt und den Enzkreis und darüber hinaus.“

In ähnlichem Tenor äußerte sich Baubürgermeister Alexander Uhlig, dem in dieser bedeutsamen Angelegenheit städtischen „Strippenzieher“: Gerade mal „vier Monate minus einem Tag“ seien vom Erstkontakt mit den Amazon-Managern in der ersten August-Hälfte und der Vertragsunterzeichnung im Dezember vergangen. „Ungemein professionell“ sei die Abwicklung des 17-Hektar-Grundstücksdeals samt Bebauungsplan-Änderungsverfahrens gewesen, bestätigten gestern beide Seiten. Der Baubürgermeister verdeutlichte den Umfang des Grunderwerbs mit einem Vergleich aus dem Fußball: Auf dem Pforzheimer Amazon-Gelände könnten parallel alle neun Bundesliga-Parteien stattfinden, und es wäre neben den Arenen noch „Platz für ein Ausweichstadion“.

In dem neuen Gebäude mit 450 auf 220 Metern, also 110000 Quadratmetern Nutzfläche, soll das gesamte Produktangebot des Internet-Versenders eingelagert werden. Zur Abwicklung des Warenein- und -ausgangs sollen in den nächsten drei Jahren rund 1000 Mitarbeiter fest angestellt werden und zum saisonalen Weihnachtsgeschäft bis zu 2000 Zeitarbeiter.

Mit dieser Ankündigung verbindet nicht nur die Pforzheimer Kommunalpolitik, sondern auch der Geschäftsführer der Pforzheimer Arbeitsagentur, Walter Reiber, die große Hoffnung, dass die 110000-Einwohner-Stadt mittelfristig die „rote Laterne“ in der Reihe der Städte mit den höchsten Arbeitslosenzahlen abgeben könnte. Dazu werde die Agentur mit den beiden Jobcentern der Stadt und des Enzkreises eine enge Kooperation in Sachen Jobvermittlung pflegen. Reiber verdeutlichte: Um den Amazon-Bedarf von 1000 Mitarbeitern zu decken, müssten dreimal so viele Bewerbervorschläge unterbreitet und diese aus nochmals dreimal so vielen Stellensuchenden herausgefiltert werden.

Bis zum Einzug von Amazon in sein neues Logistikzentrum seien in einem weiterhin engen Zeitplan auch vonseiten der Stadt noch etliche Vorgaben zu erfüllen, etwa die rasche Erschließung des Gebiets samt seiner Anbindung an die Bundesstraße 294 oder auch die Schaffung einer Linienbusverbindung zu dem rund vier Kilometer von der Stadtmitte entfernten Gewerbestandort. Laut Erstem Bürgermeister Roger Heidt würden dahingehend bereits Überlegungen angestellt, diese Buslinie als Modellversuch für Hybrid-Fahrzeuge zu betreiben.

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