Am Müll mangelt es nicht

Erstellt: 31. März 2011, 00:00 Uhr
Am Müll mangelt es nicht Ein gewohntes Bild der Stadtputzete: Nach dem ehrenamtlichen Einsatz von Schülern und Vereinsmitgliedern stapeln sich an den Sammelstellen die blauen Müllsäcke. Archivfoto: Sadler

1200 Helfer sind an zwei Tagen bei der Mühlacker Stadtputzete im Einsatz

Von Thomas Eier

Mühlacker. Insgesamt 1200 freiwillige Helfer, davon 1000 Schüler und 200 Mitglieder von verschiedenen Vereinen, wollen sich am Freitag und Samstag an der groß angelegten Stadtputzete in Mühlacker beteiligen. Während sich die Kinder und Jugendlichen bereits morgen bewaffnet mit blauen Säcken auf den Weg durch die Stadt machen, rücken die Putzkolonnen aus den Vereinen am Samstag dem Müll zu Leibe.

 An Letzterem mangelt es nicht, wie der Leiter des städtischen Bauhofs, Stefan Lipps, zu berichten weiß. Der lange Winter habe das Phänomen der vermüllten Grünflächen und Straßenränder noch verstärkt, weil über Wochen und Monate hinweg der Unrat unter einer Schneedecke verborgen lag. Umso dringlicher erscheint der Frühjahrsputz, wobei die Mannschaft des Bauhofs durchaus dankbar ist für die Hilfe der Ehrenamtlichen, wie Stefan Lipps betont: „Die Putzete hilft schon, wieder eine gewisse Grundsauberkeit herzustellen.“
 Seine Mitarbeiter kennen das Müllproblem aus ihrer täglichen Arbeit. Dreimal pro Woche leeren sie die Abfalleimer in der Innenstadt und sammeln außerdem einmal wöchentlich den Unrat in Grünflächen, Kreisverkehren und an Bushaltestellen auf. Die „Klassiker“, die Schmutzfinken hinterlassen, sind Verpackungen aller Art, darunter viele Hüllen von Sixpacks, leere Dosen und Flaschen, darunter etliche Pfandflaschen, und die Verpackungen aus Fast-Food-Restaurants in Niefern und Vaihingen, die bevorzugt aus dem Autofenster geworfen werden. „Das verstärkt sich wieder in der warmen Jahreszeit“, berichtet der Bauhof-Chef.

 Neben dem Wohlstandsmüll, der in den Abfallkorb gehört und stattdessen in der Landschaft landet, stoßen die Mitarbeiter immer wieder auf größere Fundstücke. Beliebte Abladeplätze für Sperrmüll sind die Plattenwaldhütte in Richtung Pinache, der Wald- und Wanderparkplatz zwischen Mühlacker und Lienzingen, aber auch die Häckselplätze, die eigentlich der Anlieferung von Schnittgut dienen. „Das reicht von alten Matratzen über ausgediente Polstergarnituren bis hin zu kompletten Wohnzimmereinrichtungen“, beschreibt Lipps die Ansammlung. Auch ausrangierte Fernseher oder Computer-Bildschirme landen in freier Natur, obwohl die problemlos und vor allem kostenlos auf den Recyclinghöfen abgegeben werden könnten.

 Die Schüler allerdings sind, was ihre Rolle als ehrenamtliche Saubermänner betrifft, vor allem für die kleinen Sauigeleien zuständig. Der Effekt der Stadtputzete für das Gesamtbild, sagt anerkennend der Bauhof-Leiter, sei durchaus spürbar. Ungefähr 20 bis 25 Kubikmeter Abfall kämen Jahr für Jahr zusammen, informiert Dorothea Brandauer von der Stadtverwaltung.

 Bis zum Sommer wirken nach der Putzete die Stadt und ihre Gemarkung vorübergehend deutlich aufgeräumter, dann kommen die großen Ferien – und das Müllaufkommen steigt wieder spürbar an.

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