Am Eichwald grüßt das Murmeltier

Erstellt: 29. August 2008, 00:00 Uhr
Am Eichwald grüßt das Murmeltier Fühlt sich in einer Zeitschleife. - Ferdinand Haupt hat als Trainer des SV Illingen das Gefühl, immer wieder dasselbe zu erleben. Seine Elf beschert ihm mit zu lässigem Spiel ein Déjà-vu nach dem anderen. Foto: Eigner

Ferdinand Haupt ist stinksauer auf seine Elf.

Pure Arroganz und mangelnde Einstellung wirft Ferdinand Haupt seiner Mannschaft vor. Das 2:2 gegen Kirchheim am Mittwochabend ärgert den Trainer des SV Illingen gewaltig. Gegen Phönix Lomersheim habe seine Elf so am Sonntag keine Chance, ist er überzeugt. Und irgendwie lässt ihn das Gefühl nicht los, das alles schon mal erlebt zu haben.

VON STEFFEN-MICHAEL EIGNER

„Kennen Sie den Film ,Und täglich grüßt das Murmeltier’? Wo die Hauptfigur immer wieder denselben Tag erleben muss? Solange, bis er an seinem eigenen Charakter etwas ändert?“, fragt Ferdinand Haupt. Der Trainer des SV Illingen fühlt sich von seiner Elf gewaltig an den Hollywoodstreifen von 1992 mit Bill Murray in der Hauptrolle erinnert.

 Rückblende: Erster Spieltag der vergangenen Saison. Illingen gastiert beim FV Roßwag, führt 2:1, kassiert den Ausgleich, verschießt einen Elfmeter und verliert das Spiel noch mit 2:3.

 Am Mittwochabend hat das Murmeltier mal wieder am Eichwald „Hallo“ gesagt. Erster Spieltag, 2:0-Führung gegen Kirchheim, Platzverweis gegen Illingen, der SVI kassiert zwei Gegentore und vergibt kurz vor Schluss vom Elfmeterpunkt die Chance zum Sieg. „Ein echter Torwartball! Halbhoch!“, schimpft Haupt. „Das ist pure Arroganz!“

 Nach der Partie gegen den FV Kirchheim vermisste der SVI-Trainer bei seiner Mannschaft hängende Köpfe. „Das spiegelt wider, mit welcher Einstellung die Spieler rangehen. Mir völlig unverständlich. Den SV Poppenweiler, auch ein A-Ligist, zaubert man im Pokal her. Und am Mittwochabend lässt meine Mannschaft jegliche Linie vermissen und vergibt allein in der zweiten Halbzeit vier Hundertprozentige.“

 Drei Punkte am Sonntag im Auswärtsspiel bei Phönix Lomersheim? „Ganz klar: nein. So nicht.“, sagt Haupt und fügt hinzu. „Mit den Chancen, wie wir sie hatten, hätte eine Mannschaft wie Phönix den FV Kirchheim abgeschossen. Der Gegner war nicht schwierig, aber wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht.“

 Die Rivalität zwischen den beiden Vereinen in Illingen und Lomersheim kann Haupt nicht ganz nachvollziehen. „Für ein paar alteingesessene Illinger ist das eine Art Privatfehde. Aber damit beschäftige ich mich nicht. Mich interessiert der Fußball. Ich versuche über den Gegner möglichst viele Informationen zu bekommen. Grundordnung, Spielsystem.“ Persönliche Befindlichkeiten und Animositäten zählen für Ferdinand Haupt nicht. Nur Punkte.

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