Alle profitieren vom Bildungshaus

Erstellt: 26. Februar 2010, 00:00 Uhr
Alle profitieren vom Bildungshaus Modellversuch ist ein Erfolg: Schul- und Kindergartenkinder machen im Bildungshaus gemeinsame Erfahrungen. Foto: Hansen

Schützinger Grundschule und Kindergarten arbeiten beim Modellprojekt eng zusammen.

Anfangs gab es Vorbehalte gegen das Bildungshaus. Doch inzwischen gilt die Kooperation zwischen der Schützinger Grundschule und dem Kindergarten als ein viel versprechender Weg für die Zukunft.

Von Frank Goertz

Illingen-Schützingen. „Die skeptischen Stimmen sind deutlich leiser geworden“, sagt Bernadette Schäfer, Leiterin der Schützinger Grundschule. In der jüngsten Sitzung des Illinger Verwaltungsausschusses gab sie gemeinsam mit Anna-Silja Hofele-Stummer vom Schützinger Kindergarten einen Zwischenbericht zum Modellprojekt Bildungshaus, bei dem Grundschule und Kindergarten sehr eng miteinander zusammenarbeiten. Der Startschuss für das Projekt, das vom Kultusministerium initiiert wurde und inzwischen in Baden-Württemberg an 33 Standorten etabliert ist, ist in Schützingen zu Beginn des Schuljahres 2007/08 gefallen. Die Erprobung dieses Modells soll insgesamt sieben Jahre dauern. Das Zwischenfazit von Schäfer und Hofele-Stummer fällt eindeutig aus: „Aus pädagogischer Sicht ist das Bildungshaus eindeutig eine Bereicherung.“

 Hinter dem Begriff Bildungshaus verbirgt sich die Idee, Kindergarten und Grundschule so zu verzahnen, dass die Kinder in Gruppen miteinander und voneinander lernen. „Dadurch fällt Kindergartenkindern bei der Einschulung der Übergang in den neuen Lebensabschnitt viel leichter“, erklärt Schäfer.

 Wie das Schützinger Bildungshaus konkret mit Leben gefüllt wird, erläuterte Hofele-Stummer. „Kinder zwischen vier und zehn Jahren gemeinsam zu betreuen, ist für uns eine neue Herausforderung“, schickte sie ihren Erklärungen vorweg und fügte hinzu: „Die Kinder entwickeln schnell eine tiefe Verbundenheit.“ Dazu trägt einmal im Monat der gemeinsame Kreativtag bei, an dem Englisch, Gestalten, Experimente und Musik auf dem Programm stehen. Ebenfalls einmal im Monat findet ein Kochtag im Kindergarten statt, an dem sich auch Schulkinder beteiligen. Wöchentlich treffen sich Kindergarten- und Schulkinder zum „Farbgruppentag“, an dem sie gemeinsam lernen und ihre Kreativität ausleben können. Außerdem kommen Erstklässler und die älteren Kindergartenkinder regelmäßig zusammen, um gemeinsam Deutsch und Rechnen zu lernen. „Die Lernbiographien fallen so viel bruchloser aus“, sagt Schäfer. „Das Bildungshaus umfasst von seinem Angebot alles, was Kindergarten und Schule ausmacht.“ Da dass Modellprojekt wissenschaftlich begleitet werde und sich die Pädagoginnen regelmäßig treffen, um ihre Arbeit zu reflektieren, würden auch die unterschiedlichen Begabungen der Pädagoginnen zusammengeführt, wodurch sie wiederum den Begabungen der Kinder wesentlich besser gerecht würden.

 Während die Eltern der Kindergartenkinder das Modellprojekt von Anfang an mehrheitlich als Bereicherung verstanden hätten, wäre bei einigen Eltern von Schulkindern mehr Überzeugungsarbeit nötig gewesen, blickt Schäfer zurück. Sie hätten die Befürchtung gehabt, dass Lerninhalte auf der Strecke bleiben. „Das Bildungshaus bietet zusätzliche Angebote unter denen der Bildungsplan nicht leidet“, betont die Grundschulleiterin. Diese Erkenntnis habe sich inzwischen auch beim Großteil der Eltern durchgesetzt, so dass das Schützinger Bildungshaus ein Modell sei, von dem alle Beteiligten profitieren.

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