Aktenberg im Finanzamt wächst

Erstellt: 30. Januar 2007, 00:00 Uhr
Aktenberg im Finanzamt wächst Finanzamtsmitarbeiter Christian Zapp bekommt 35 neue Kollegen, um die zusätzlichen Kunden zu betreuen. Foto: Goertz

Einzugsgebiet erweitert –
40 000 neue Akten müssen einsortiert werden – Bürgerbüro ist umgezogen.


Mühlacker – Aufgabengebiet erweitert: Seit gestern ist das Finanzamt Mühlacker auch für Steuerzahler aus Kieselbronn, Neulingen, Niefern-Öschelbronn und Tiefenbronn zuständig. Außerdem ist das Bürgerbüro des Finanzamts vom Mühlehof-Erdgeschoss in den ersten Stock umgezogen.

VON FRANK GOERTZ

„Mit einem straffen Zeitplan und dem tatkräftigen Einsatz aller Mitarbeiter war ein nahtloser Übergang möglich“, freut sich Günter Hümmerich, Chef des Finanzamts. Der Umzug hat am Wochenende stattgefunden, ein letzter Probelauf, ob die EDV-Vernetzung auch funktioniert, ist reibungslos über die Bühne gegangen. Große Wegweiser am Mühlehof leiten jetzt die Kunden zu dem neuen Bürgerbüro-Eingang auf der Stirnseite des Mühlehofs an der B 10. Ein Aufzug sorgt dafür, dass auch Gehbehinderte oder Rollstuhlfahrer problemlos ins Bürgerbüro kommen.

 „Künftig haben wir im Bürgerbüro vier statt wie bisher drei Serviceplätze“, so Hümmerich. Mit gutem Grund: Durch das erweiterte Einzugsgebiet muss das Finanzamt jetzt knapp 10 000 Steuerzahler mehr als bisher betreuen. „Wir sind jetzt für knapp 110 000 statt 80 000 Einwohner verantwortlich. Die Zahl unserer Steuerfälle ist dabei auf rund 30 000 gestiegen.“

 Um die Mehrarbeit zu schultern, wurde beim Finanzamt Mühlacker das Personal aufgestockt. Hier arbeiten nun 140 statt bisher 105 Steuerexperten. „Alle 35 zusätzlichen Stellen wurden ausgeschrieben. Knapp die Hälfte der neuen Mitarbeiter kommt aus Pforzheim, die andere Hälfte aus der Region“, so Hümmerich, der betont: „Unter dem Strich wurde kein neues Personal eingestellt, sondern es hat nur innerhalb der Finanzämter Umschichtungen gegeben.“ Durch das größere Einzugsgebiet und die zusätzlichen Mitarbeiter könne sein Amt jetzt effizienter arbeiten, erklärt Hümmerich: „Die optimale Größenordnung ist ein Finanzamt mit 150 bis 200 Mitarbeitern. Dann gibt es so gut wie keine Reibungsverluste mehr, weil die Arbeitsgruppen größer sind.“

 In den nächsten beiden Wochen werden rund 40 000 Akten der neuen Mühlacker Steuerfälle von Pforzheim in die Senderstadt transportiert und müssen in vorbereitete Regale eingeräumt werden. „Das ist alles strategisch geplant und gut vorsortiert“, erwartet Hümmerich, dass die Umstellung reibungslos funktioniert. Trotzdem: „Dass die eine oder andere Anfrage nicht sofort beantwortet werden kann, wird sich nicht vermeiden lassen, da alle Arbeiten neben dem laufenden Betrieb erledigt werden müssen.“ Die dabei anfallenden Überstunden würden die Mitarbeiter später als Freizeitausgleich abfeiern.

 Für die „Altkunden“ des Finanzamts Mühlacker ändert sich durch das erweiterte Einzugsgebiet kaum etwas. „Die meisten werden ihre bisherigen Ansprechpartner behalten“, verspricht Amtsleiter Hümmerich. Lediglich die Neukunden aus Kieselbronn, Neulingen, Niefern-Öschelbronn und Tiefenbronn werden sich zum Teil an neue Ansprechpartner gewöhnen müssen. Sie bekommen auch neue Steuernummern. Alle bestehenden, in Pforzheim erteilten Einzugsermächtigungen der Betroffenen werden automatisch umgeschrieben. Daueraufträge müssen von den Steuerzahlern künftig auf die Konten des Finanzamts Mühlacker umgestellt werden.

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