Ältere Menschen brauchen mehr Hilfe

Erstellt: 31. August 2009, 00:00 Uhr
Ältere Menschen brauchen mehr Hilfe Einblicke in die tägliche Arbeit: Ein Helfer des DRK Maulbronn demonstriert beim Bahnhofsfest die Blutdruckmessung. Notrufe wegen Schlaganfällen und Herzinfarkten nehmen zu. Fotos: Stahlfeld

DRK Maulbronn stellt bei seinem Bahnhofsfest die Arbeit des Ortsvereins vor – Internistische Notfälle nehmen zu

Dramatische Ereignisse rücken den Einsatz der Helfer in den Blickpunkt, doch das Rote Kreuz leistet auch im Alltag eine wichtige Arbeit. Mit seinem traditionellen Bahnhofsfest hat am Sonntag der DRK-Ortsverein Maulbronn um Unterstützung geworben.

Von Ulrike Stahlfeld

Bei der Veranstaltung im und am alten Maulbronner Stadtbahnhof, dem Sitz des DRK Maulbronn, geht es um weit mehr als nur eine gemütliche Hocketse. Beim jährlichen Tag der offenen Tür kann sich nicht nur die breite Öffentlichkeit über die Arbeit der DRK-Helfer informieren, stattdessen sollen insbesondere die Fördermitglieder sehen, dass ihr Geld gut angelegt ist.

 „Über den Tag der offenen Tür wird Transparenz geschaffen“, erklärte der neue Vorsitzendes des DRK-Ortsvereins, Dr. Thomas Haalboom. Die Beiträge der mehr als 800 Fördermitglieder seien neben den Aktionen wie der Kleidersammlung, der Teilnahme am Maulbronner Weihnachtsmarkt und dem Bahnhofsfest die wichtigste Säule zur Finanzierung der Vereinsarbeit.

 Die Gönner stammten aus Maulbronn mit Ortsteilen, Sternenfels mit Diefenbach und Ölbronn – also aus dem gesamten Gebiet, das vom DRK Maulbronn abgedeckt wird. Allerdings gingen immer wieder Unterstützer durch Tod oder Austritt verloren. „Wir haben eine massive Fluktuation“, bedauert Haalboom. Deshalb müsse das DRK gezielt auf die Menschen zugehen und ihnen zeigen, was mit dem Geld geschehe.

 Allein in diesem Jahr habe der Ortsverein im Sinne der Allgemeinheit rund 10000 Euro in eine bessere Ausrüstung investiert, wie Haalboom berichtete. 2000 Euro habe die Stadt beigesteuert, ein weiterer Zuschussantrag für den gebrauchten VW-Pritschenwagen werde noch gestellt. Neben dem Fahrzeug hat das DRK unter anderem ein Mannschafts- und Sanitätszelt und Übungspuppen für eine praxisnahe Ausbildung der Helfer neu beschafft.

 Diese Anschaffungen waren unter anderem dank einer Spende von 6000 Euro des Evangelischen Seminars möglich geworden. Dort will das Maulbronner Rote Kreuz ab Herbst einen Schulsanitätsdienst gründen. Schülerfortbildungen gehören ebenso zum Aufgabenpaket des DRK wie Kurse in Firmen, machte der Vorsitzende deutlich, dass die Vereinsarbeit mehr umfasst als die spektakulären Einsätze am Unfallort.

 Den Schwerpunkt der Notfalleinsätze bildeten ohnehin nicht die tragischen Unglücke, sondern die internistischen Notfälle. „Wir haben immer mehr Einsätze mit älteren Menschen“, so der Vorsitzende. Die Zahl der Notrufe wegen Schlaganfällen oder Herzinfarkten steige stetig an.

 Die 25 Helfer des Ortsvereins sind in drei so genannte Helfer-vor-Ort-Gruppen aktiv, die bei Bedarf dem hauptberuflichen Rettungsdienst zur Seite stehen und häufig die ersten Hilfeleistungen im Notfall garantieren, bis Notarzt und Rettungsdienst eintreffen. Die Mitglieder in Maulbronn, Ölbronn und Sternenfels haben nach Angaben Haalbooms im Jahr 2008 bei etwa 200 Notfällen ehrenamtlich geholfen.

 Schwere Verkehrsunfälle oder Suizide belasten die Helfer. Haalboom: „Die Bilder hat man ein paar Tage im Kopf.“ Im Ortsverein würden die Mitglieder nicht im Stich gelassen, betont der Bereitschaftsleiter Wolfgang Haalboom. „Wir haben regelmäßige Abende, an denen die Notfälle im Nachhinein besprochen werden.“ Da man sich gut kenne, bleibe es nicht verborgen, wenn nach einem Einsatz bei einem Mitglied der Gruppe „etwas nicht stimmt“.

 Dr. Thomas Haalboom erinnerte sich an einen Fall in diesem Jahr in Diefenbach, wo sich ein Selbstmörder mit Benzin übergoss und anzündete. Dort hätten die DRK-Helfer den vom Ereignis noch stärker betroffenen Feuerwehrleuten beigestanden.

 In einer Ausstellung konnten sich die Besucher des Bahnhofsfests über die Ausrüstung des Ortsvereins informieren. Auch die vier Fahrzeuge – der Rettungswagen, der Mannschaftswagen, der neu beschaffte Pritschenwagen und ein Krankenwagen-Oldtimer – waren zu sehen.

 Im Mannschaftswagen könnten bald auch Mitglieder des Jugendrotkreuzes sitzen, denn einige werden in die Bereitschaft wechseln. Ab dem 16. September werde dann eine neue Gruppe für Kinder zwischen sieben und zehn Jahren gegründet.

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