Äcker bei Fuchsensteige schonen

Erstellt: 27. Juli 2006, 00:00 Uhr
Äcker bei Fuchsensteige schonen Zumindest vorerst bleiben die Felder im Bereich Lug-Fuchsensteige von einer Besiedlung verschont. Foto: Fuchslocher

Allerdings: Realisierung alternativer Gewerbegebietsausweisungen setzt Änderung des Regionalplans voraus

Mühlacker – Mühlacker möchte gerne zusammen mit Illingen ein interkommunales Gewerbegebiet schaffen (wir berichteten aktuell). Doch auch wenn Illingen kein Interesse daran haben sollte, würde Mühlacker sein Gewerbe- und Industriegebiet Waldäcker gerne nach Osten erweitern.

VON THOMAS SADLER

12,56 Hektar könnte die Große Kreisstadt Firmen anbieten, ohne Grund und Boden der Nachbargemeinde in Anspruch zu nehmen. Dafür, diese Fläche als Industriegebiet in Angriff zu nehmen, sprach sich am Dienstagabend während der viereinhalbstündigen Beratung des Flächennutzungsplanentwurfs die große Mehrheit des Senderstädter Gemeinderates bei fünf Ablehnungen aus. Ebenfalls genug Befürworter fand der Vorschlag, mit der Stromberggemeinde das Gespräch über ein gemeinsames Gewerbegebiet zu suchen. 13 Ratsmitglieder votierten hier aber mit Nein.

 Die ersten ablehnenden Signale aus Illingen sollten „nicht überbewertet“ werden, riet CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Bächle. „Wir versuchen, eine Lösung zu finden, die tragfähig ist.“

 Falls Illingen nicht mitmache, so SPD-Chef Harald Töltl vorausschauend, könnte Mühlacker zumindest die 12,56 Hektar auf seiner eigenen Gemarkung für heimische Industriebetriebe bereithalten.

 „Wir hoffen, dass Illingen zu Gesprächen bereit ist“, meinte FDP-Fraktionsvorsitzender Frank Schneider. Denn dann könnten Unternehmen bei einem „geringstmöglichen Eingriff in die Landschaft“ weitere Flächen angeboten werden.

 Auf Ablehnung stieß die Idee eines interkommunalen Gewerbegebietes bei Rolf Leo, Vorsitzender der Freien-Wähler-Fraktion. Dadurch entstünde eine „bandartige Entwicklung“, die „eigentlich eine Katastrophe“ wäre.

 Gestorben ist im Hinblick auf den Flächennutzungplan 2020 nach den Beschlüssen vom Dienstag die oft kritisierte Erweiterung der Waldäcker nach Süden Richtung Lomersheim. Zumindest vorerst. Voraussetzung für den Verzicht auf eine Besiedlung des an wertvollen Äckern reichen Bereiches Lug-Fuchsensteige durch Firmen ist nämlich eine Änderung des Regionalplans, ohne die weder ein interkommunales Gebiet zwischen Mühlacker und Illingen noch eine Nutzung der 12,56 Hektar auf Stadtgemarkung möglich ist.

Ebenfalls als geplante Gewerbebauflächen wird der Bereich Lug-Osttangente in den Flächennutzungsplan aufgenommen.

Zuschlag für „Große Banane“: Mit 18 zu 14 Stimmen legte der Gemeinderat fest, dass in der Innenstadt in Zukunft zwischen Mühlehof und dem Areal Lienzinger Tor großflächiger Einzelhandel mit einer Verkaufsfläche von mehr als 800 Quadratmetern zugelassen werden soll.

Weitere Beschlüsse, die sich im Flächennutzungsplan 2020 niederschlagen sollen: An der Stuttgarter Straße können künftig Gebäude sowohl als Wohnhäuser als auch zu gewerblichen Zwecken genutzt werden.

Im Gebiet Senderhang-Ost ist an der Bundesstraße 10 ein Mischgebiet vorgesehen und weiter entfernt von der B10, wo es ruhiger ist, eine Wohnbebauung.

Der Umfang des geplanten Wohngebietes „Sieben Morgen“ wird auf sechs Hektar begrenzt; die Höhenlagen sollen nicht bebaut werden. Gleichzeitig wird das Wohngebiet Stöckach im Norden entlang der Ötisheimer Straße bis zur Höhe der Abzweigung nach Erlenbach arrondiert.

Die vorgesehenen Wohnbauflächen in der Enzberger „Lämmerzunge“ und in den „Vorderen Stuben“ werden über die neue Steinwerkstraße erschlossen.

Eine Entlastungsstraße für die B10 wird im Flächennutzungsplan nicht eingezeichnet, was CDU-Stadtrat Matthias Trück angesichts lärm- und abgasgeplagter Anwohner für eine Unterlassungssünde hielt. Rolf Leo sprach sich ausdrücklich gegen eine Südtangente aus, die sich für Dürrmenz und Lomersheim negativ auswirken würde.

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