Abschlussparty noch nicht das Ende?

Erstellt: 30. Oktober 2006, 00:00 Uhr
Abschlussparty noch nicht das Ende? Susanne Pannwitz (3.v.l.) trägt sich in die Unterschriftenliste ein. Joan Neuwirth (v.l.), Wolle Neuwirth, Dieter Schempf, Rolf Leo und Lothar Winkler freuen sich. Foto: Stahlfeld

Unterschriftenaktion soll Existenz des „theaters in der kanne“ sichern – Blick zurück auf erfolgreiches Wirken

Mühlacker – Ende. Schluss. Aus. Das war’s! Oder doch nicht? Bei der Abschlussparty im „theater in der kanne“ hat am Samstagabend ein Funken Hoffnung geglommen, dass die Dürrmenzer Kleinkunstbühne doch an alter Spielstätte weiterexistieren kann. Eine Unterschriftenaktion soll dabei helfen. Und so feierten die Gäste im Kannesaal nicht nur ausgiebig, sondern zückten auch die Kugelschreiber.

VON ULRIKE STAHLFELD

Gut 200 Unterschriften hat die Initiative nach der Abschlussfeier schon zusammen. An die 500 sollen es nach den Vorstellungen von Rolf Leo noch werden. Der Dürrmenzer Stadtrat und Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler hatte am Donnerstag gemeinsam mit Architekt Rolf Zecha und dem „theater in der kanne“-Team die Initiative „Rettet die Kanne“ ins Leben gerufen. Ihr Ziel: die Kanne und den Kannesaal als kulturellen und bürgerschaftlichen Mittelpunkt von Mühlacker zu retten.

 In spätestens zwei Wochen sollen deshalb möglichst viele Unterschriften an Oberbürgermeister Arno Schütterle übergeben werden. Leo: „Als ein Zeichen dafür, dass die Dürrmenzer und Mühlackerer an der Kanne hängen.“ Letztendlich gehe es darum, den Gemeinderat von einem notwendigen Zwischenerwerb durch die Stadt zu überzeugen, bis sich ein Investor gefunden hat. Dieser potenzielle Investor kann mit dem „theater in der kanne“-Team und seinen zugkräftigen Veranstaltungen rechnen. „Dann würden wir weitermachen“, versicherte Lothar Winkler.

 Schließlich habe man in den vergangenen 21 Jahren gute Kontakte zu den Künstlern knüpfen können, betonte er, während Alice Hoffmann hinter ihm von der Bühne herablächelte. Auch Eisi Gulp „schaute“ bei der Abschlussparty vorbei. Ebenso wie all die anderen Kleinkünstler, die sich in über zwei Jahrzehnten die Klinke in die Hand gaben: Eine große Diashow rief sämtliche Auftritte noch einmal in Erinnerung.

 „Wir waren oft da. Da fühlt man sich verbunden.“ Hans und Andrea Brodbeck würden es sich wünschen, dass es für das „theater in der kanne“ eine Zukunft gibt. „Wir wollten ein eigenes Theater und wagten es auf eigenes Risiko“, blickte Hartmut Herrigel auf die Anfänge zurück, der 1985 gemeinsam mit Rolf Watzal die Kleinkunstbühne gründete. Gerne erinnerte er sich daran, wie unbürokratisch der damalige Oberbürgermeister Gerhard Knapp mitgeholfen hatte, dass sich Kleinkunst in Dürrmenz etablieren konnte. „Am Anfang übernachteten die Künstler noch bei uns zu Hause“, schwelgte er in Erinnerungen und stellte fest: „Es wurde schnell zum Selbstläufer.“ Bis heute sei es im Sinne der Gründer weitergeführt worden.

 „So schön, schön war die Zeit“ trällerte denn auch der Barde Freddy Quinn vom Band. Und sein auf die Leinwand geworfener Liedtext lud zum gemeinsamen Singen ein. Elf Stunden traurige, melancholisch stimmende Musik hatten die Gastgeber zur Abschlussparty zusammengestellt. Auch wenn „gemeinsames Heulen“ angesagt war, die Besucher ließen sich auch trotz „Räumungsverkauf“ die gute Laune nicht verbieten.

 Im Angebot: die für die Kleinkunstbühne typischen kleinen schwarzen Zylinder. Leonie Winkler und Michelle Müller betätigten sich derweil ein letztes Mal als Kartenverkäufer. Bis in das Jahr 1988 reichte die Auswahl ihrer Eintrittskarten von vergangenen Vorstellungen zurück.

 Für manch einen Gast eine nette Erinnerung an eine Ära, die mit dem Fest erst mal zu Ende ging. Damit es kein endgültiger Schlusspunkt wird, sind jetzt die Bürger gefordert. Nach Auskunft von Rolf Leo sollen bei den Einzelhändlern in den nächsten Tagen weitere Unterschriftenlisten ausgelegt werden.

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