Abriss der Kanne in Dürrmenz beginnt

Erstellt: 27. Januar 2012, 00:30 Uhr
Abriss der Kanne in Dürrmenz beginnt Die Tage der Kanne und ihrer Nebengebäude sind gezählt – am Montag soll der Abriss beginnen, wobei sich die Abbruchfirma erst im Inneren an die Arbeit machen wird.

Mühlacker. Gedanklich hatten sich die Dürrmenzer längst damit abgefunden, dass die Traditionsgaststätte am Bischof-Wurm-Platz nicht zu retten sein würde. Stattdessen stießen die Pläne für ein neues Ärztehaus an gleicher Stelle in einer Bürgerversammlung auf spontanen Beifall.

Nichtsdestotrotz wird sich bei allen, die einst gesellige Stunden in der Kanne verlebten, ein wenig Wehmut breitmachen, wenn ab der nächsten Woche der Abrisstrupp der Knittlinger Firma Sandmeier mit der Arbeit beginnt. Über Jahrzehnte hinweg galt der 1924 angebaute Saal als gesellschaftlicher Mittelpunkt des Ortsteils, später konnte hier die Kleinkunstbühne „theater in der kanne“ auf eine treue Fangemeinde über die Grenzen der Stadt hinaus bauen. 2006 wurde die große Abschiedsparty gefeiert, und die Versuche einer Dürrmenzer Initiative, die Kanne zu retten, scheiterten ebenso wie die Bemühungen des früheren Besitzers und der Stadt, einen neuen Betreiber für eine Gastronomie zu finden. Das Gebäude, das 1700 erstmals urkundlich erwähnt wird, vermutlich aber noch deutlich älter ist, wurde zum Abbruch freigegeben.

Der soll sich nach dem vorläufigen Zeitplan der Stadtverwaltung über etwa vier Wochen hinziehen. „Ganz genau lässt sich das nicht sagen, weil dort vieles ineinander verbaut und besondere Sorgfalt gefragt ist“, macht Jörg Soulier vom Tiefbauamt der Stadt deutlich. Ein kleines Kuriosum: Weil die benachbarten Gebäude des ehemaligen „Eisen-Schuler“ und der Hofstraße 21 keine eigenen Außenwände haben, sondern einst an die Kanne angebaut wurden, müssen zwei Wände der ehemaligen Gaststätte doch erhalten bleiben.

Der Abriss kostet 75000 Euro und wird über das Sanierungsprogramm zu 60 Prozent vom Land bezuschusst. Die Lkws und Baumaschinen werden über die Hofstraße zu- und abfahren, weshalb ein Teil der dortigen Parkplätze aufgehoben wird. Die Stadt bittet darum, diese Zufahrt in jedem Fall freizuhalten. Eine Sperrung der Straße am Bischof-Wurm-Platz ist nicht vorgesehen; nur der Gehweg fällt aus Sicherheitsgründen weg. Die Anlieger bittet die Stadt für die Arbeiten und die damit verbundenen Belästigungen um Verständnis.

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