Aachen kommt der ersten Liga näher

Erstellt: 30. März 2006, 00:00 Uhr
Aachen kommt der ersten Liga näher Saarbrücker Hadji, Bencik, Aachener Stehle: Turbulente erste Halbzeit

Alemannia Aachen ist wieder der Souverän der zweiten Liga. In Saarbrücken eroberte sich das Team eindrucksvoll die Tabellenspitze. Der TSV 1860 München sollte nach der Niederlage in Burghausen alle Aufstiegshoffnungen begraben, genau wie Rostock, das in Braunschweig unter die Räder kam.

Hamburg – Die Alemannia setzte sich in einem Nachholspiel vom 21. Spieltag 5:2 (2:2) beim abstiegsgefährdeten 1. FC Saarbrücken durch und liegt damit sieben Runden vor Saisonende zwei Punkte vor dem bisherigen Spitzenreiter VfL Bochum und schon elf Zähler vor einem Nicht-Aufstiegsplatz.

Marius Ebbers, der zuletzt beim 4:2-Sieg der Aachener bei Kickers Offenbach viermal getroffen hatte, brachte Aachen mit seinem 50. Zweitligator in Führung (7. Minute). Obwohl die Gastgeber in der Anfangsphase gut mithielten, konnte Jan Schlaudraff das Ergebnis sogar noch ausbauen (25.).

Den Gästen war in dieser Phase nicht anzumerken, dass Kapitän Erik Meijer fehlte. Der Niederländer war im Vorfeld der Partie mit einem Medikament behandelt wurde, dessen Inhaltsstoffe auf der Dopingliste stehen.

Allerdings schafften die Saarländer in der Schlussphase der turbulenten ersten Halbzeit den verdienten Ausgleich. Zunächst war Matthias Hagner erfolgreich (42.), dann traf Henrich Bencik in der Nachspielzeit (45.+1). Der Slowake hatte bereits zuvor den Pfosten getroffen (20.) und eine große Möglichkeit vergeben (43.).

Nach dem Seitenwechsel bemühten sich beide Teams um den Erfolg, den sich am Ende die Gäste durch die Treffer von Alexander Klitzpera (60.), erneut Schlaudraff (70.) und Sascha Rösler (90+1) sicherten. Der Saarbrücker Mustapha Hadji verpasste zwischenzeitlich den erneuten Anschlusstreffer, als er in der 79. Minute einen Foulelfmeter übers Tor schoss.

„Löwen“ schwächeln gegen Wacker

Der Aufwärtstrend von 1860 München war nur von kurzer Dauer. Die „Löwen“ verloren die wiederholte Partie vom 12. Spieltag bei Wacker Burghausen 0:1 (0:0) und verpassten nach zuletzt zwei Siegen in Folge den Sprung auf Platz sieben, den stattdessen nun der bayerische Rivale Burghausen einnimmt. Das Tor des Tages erzielte Mittelfeldspieler Björn Hertl in der 53. Minute mit einem Schuss aus 14 Metern in den Winkel. Wacker hatte nach der wenig ereignisreichen Anfangsphase zahlreiche Chancen zur Führung. Doch Sebastian Kneißl (31.), Marek Krejci (35., 46.) und Oliver Fink (51.) verpassten das mögliche 1:0.

Die Münchner fanden erst nach dem Rückstand besser ins Spiel, ließen aber die nötige Durchschlagskraft vor dem Tor vermissen. Die Partie hatte wiederholt werden müssen, weil 1860-Spieler Nemanja Vucicevic beim 2:0-Sieg am 4. November 2005 der Einnahme einer verbotenen Substanz, die in einem Haarwuchsmittel enthalten war, überführt worden war.

Braunschweig mit höchstem Saisonsieg

Hansa Rostock kann die direkte Rückkehr in die Fußball-Bundesliga wohl abschreiben. Das Team von Trainer Frank Pagelsdorf bezog bei Aufsteiger Eintracht Braunschweig eine herbe 1:4 (0:3)-Niederlage. Die Rostocker bleiben damit sieben Punkte hinter den ersten Aufstiegsplatz.

Die Eintracht zog durch den höchsten Saisonsieg nach Punkten mit Hansa gleich. Kapitän Daniel Graf brachte die Eintracht mit zwei Treffern (8. Minute und 18.) schnell in Führung, Jürgen Rische (38.) sorgte mit seinem ersten Tor seit dem zweiten Spieltag schon vor der Pause für die Entscheidung. Dieser Treffer war kurios, denn der Routinier köpfte den Ball aus 18 Metern am völlig verdutzten Hansa-Schlussmann Mathias Schober vorbei ins Tor. Kosta Rodrigues (65.) erzielte in einem auch nach der Pause einseitigen Spiel mit einem direkt verwandelten Freistoß das 4:0. Enrico Kern gelang in der 86. Minute noch der Ehrentreffer für Hansa.

Schwaches Spiel in Offenbach

Kickers Offenbach und Dynamo Dresden treten im Kampf gegen Abstieg auf der Stelle. Die beiden Clubs trennten sich im Nachholspiel vom 20. Spieltag 0:0 und bleiben durch das Unentschieden auf den Abstiegsrängen. Der Abstand zum rettenden Ufer konnte allerdings auf zwei Punkte verkürzt werden.

Die Zuschauer am Bieberer Berg sahen in der ersten Halbzeit eine ganz schwache Partie. Beide Teams scheuten das Risiko und warteten lediglich auf Fehler des Gegners. Die beste Chance der Platzherren vergab der Franzose Regis Dorn (3. Minute), bei Dynamo konnte Christian Fröhlich zwei Möglichkeiten kurz vor der Pause nicht nutzen (43., 45.). Nach dem Seitenwechsel änderte sich kaum etwas am Spielgeschehen. Torchancen blieben Mangelware. Die beste Möglichkeit hatte Offenbachs Qualid Mokthari mit einem Kopfball (60.).

Siegen vor dem Abstieg

Die Sportfreunde Siegen müssen dagegen bereits für die Rückkehr in die Regionalliga planen. Der Aufsteiger unterlag in einer Nachholpartie des 22. Spieltags nach schwacher Leistung gegen LR Ahlen 0:3 (0:1). Damit liegt Siegen nach dem zwölften Spiel ohne Sieg in Serie weiterhin abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz.

Die Ahlener hingegen stellten mit dem vierten Erfolg in den vergangenen fünf Spielen den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze her. Nils-Ole Book nutzte nach drei Minuten einen kollektiven Aussetzer der Sportfreunde-Abwehr zum Führungstreffer. Der ehemalige Leverkusener Bundesliga-Profi Radoslaw Kaluzny (45.) erhöhte mit dem Halbzeitpfiff auf 2:0, Stürmer Nico Patschinski (86. ) sorgte für den verdienten Endstand.

Im eigenen Leimbach-Stadion zeigten sich die Sportfreunde von dem frühen Gegentreffer geschockt und enttäuschten auf der ganzen Linie. Ahlen war in der ersten Hälfte in allen Belangen überlegen und hätte noch deutlicher führen können. Die einzige Siegener Torchance resultierte aus einem Fehler Kaluznys, der mit dem Hinterkopf die Querlatte des eigenen Tores traf (31.).

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